Hoftag auf dem Halfeshof

Mettmann · Kurz vor Ferienende genossen Stadtkinder einen nachhaltigen Sommerferienspaß, den die Sarah Wiener-Stiftung ermöglichte.

 Jason und Finn im „Apfel-Urwald“ auf dem Halfeshof.

Jason und Finn im „Apfel-Urwald“ auf dem Halfeshof.

Foto: RG

(RG) Für Familie Rapp ist der Besuch größerer Gruppen von Kindern und Erwachsenen auf Gut Halfeshof nichts Neues. Erlebnispädagogische Freizeit- und Lernangebote bilden einen Betriebsschwerpunkt des Obsthofs, auf dessen Gelände sich auch Schafe, Zwergzebu-Rinder, Minischweine, Ponys und Pferde tummeln. Neu ist allerdings der Hoftag auf dem Halfeshof, der in Kooperation mit Naturland, dmBio und der Sarah Wiener Stiftung organisiert wird. "Hoffahrten werden von der Sarah Wiener Stiftung schon seit 2009 angeboten. Das waren bisher aber Ausflüge mit einer Dauer von zwei bis drei Stunden", sagt Sara Wolff, Projektleiterin der Sarah Wiener Stiftung zur Vorgeschichte des Hoftags.

"Beim Hoftag sollen die Kinder einen ganzen Tag lang erfahren wo die Lebensmittel herkommen. Sie lernen dabei spielerisch etwas über ökologischen Landbau und Nachhaltigkeit", ergänzt Kathrin Wiedefeldt, Projektverantwortliche bei dmBio. Zu Besuch war an diesem Tag eine Gruppe von Kindern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren aus Düsseldorf, die über den Ferienspaß der Stadt Düsseldorf in den Genuss dieses Ausflugs kamen. "Wir wollten vor allem Kinder aus Familien, die sich einen Urlaub nicht leisten können, für einen Tag aufs Land bringen", erklärt Sara Wolff.

Wie sehr der Kontakt zur Natur bei vielen inzwischen verloren gegangen ist, zeigt sich auf dem Hof auch an Fragen wie "Ist der Apfel laktosefrei?". Landwirt Roland Rapp weiß aus Erfahrung, dass der Bezug zur Natur nicht nur bei Großstadtkindern verloren gegangen ist. "Es macht nur wenig einen Unterschied, ob Kinder in der Großstadt wohnen oder in einer kleinen Stadt wie Mettmann", sagt Rapp. Auch bei Erwachsenen stellt er Wissensdefizite fest. "Vor kurzem sagte mir ein Mitarbeiter im Handel, dass es wohl viel Arbeit gewesen sei, die Kürbisse von der ganzen Erde zu befreien und so blank zu putzen", verrät er schmunzelnd.

Für die Großstadtkinder begann der Tag mit einem Sitzkreis. Hier erfuhren sie die Spielregeln für den Tag und konnte ihre Erwartungen äußern, bevor sie die Tiere des Hofs besuchten. Die Reaktionen auf die Tiere waren unterschiedlich. Einige Kinder hatten Berührungsängste, andere hätten einige Tiere am liebsten sofort gestreichelt. "Ich fand die Ponys am schönsten", sagt Lewan und Sami gefielen die Schafe. "Aber die Schweine, die waren so dick und schmutzig", drückt sie ihr Erleben beim Besuch der Tiere aus.

Anschließend erfuhren die Kinder etwas über die Herkunft von Lebensmitteln und durften selbst Äpfel pflücken, bevor sie dann aktiv das gemeinsame Mittagessen aus frischen Lebensmitteln aus der Region sowie Äpfeln und Honig vom Halfeshof mit zubereiteten. Auch den anschließenden Abwasch erledigten die Kinder gemeinsam. "Ich fand bis jetzt alles toll, außer die Soßen beim Essen, die haben mir nicht so gut geschmeckt", gesteht Alia, während sie das gerade über dem Feuer gebackene Stockbrot knabbert. Alia und Sami haben schon einmal ein paar Stunden mit dem Kinderclub auf einem Bauerhof verbracht. Für Lewan ist es das erste Mal. Das gemeinsame Kochen und Essen hat allen Spaß gemacht und geschmeckt hat, bis auf die Soßen, fast alles. Ein Junge bat darum eine gekochte Kartoffel mit nach Hause zu nehmen. "Die schmecken so lecker. Ich möchte, dass meine Mutter eine davon probiert", begründet er seinen Wunsch.

Am Nachmittag stand dann Keltern auf dem Programm. Auf der Obstwiese sammelten die Kinder Äpfel vom Boden, wuschen und sortierten sie, um schließlich unter Roland Rapps Anleitung frischen Apfelsaft zu pressen. "Vorsicht beim Schälen, sonst reicht unser Vorrat an Pflastern nicht aus", witzelt er und erklärt den Kindern, wie sie die Äpfel beim Schälen halten sollen. Anschließend geht es an die Presse und vom frisch gepressten Apfelsaft darf jedes Kind am Ende des Hoftags eine Flasche voll mit nach Hause nehmen.