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Kinderschutz in Mettmann auf der Kippe​

Es mangelt an Geld und Personal : Kinderschutz auf der Kippe

Der Kinderschutzbund Mettmann ruft um Hilfe: Es mangelt an Geld und an Personal. Gleichzeitig steigt die Anzahl derer, die die Unterstützung der Einrichtung in Anspruch nehmen möchten.

Seit seiner Gründung im Jahr 1975 kümmert sich der Kinderschutzbund Mettmann um die Schwächsten in der Stadt. Die Mitarbeiter engagieren sich sehr erfolgreich in der Bildung und Lernförderung, führen Erstberatungen durch für Eltern und Kinder bei Vernachlässigung, Misshandlung und sexualisierte Gewalt, bieten Freizeitprogramme an und organisierten Elternabende zur Stärkung der Erziehungskompetenz. Viel freiwilliges Engagement ist dafür notwendig und natürlich Geld.

Doch in beiden Belangen sieht es derzeit nicht rosig aus. Die Verantwortlichen machen sich Sorgen, wie es weitergehen soll. Schon in den letzten drei Jahren lagen die Einnahmen des Kinderschutzbundes rund 13 Prozent unter den Ausgaben. „Aufgeschreckt sind wir, als wir erfahren haben, dass Mettmann nun in die Haushaltssicherung gehen muss“, sagt der Vorsitzende Dr. Jügen Winkelmann. Immerhin betragen die Zuschüsse der Stadt 37 Prozent des Gesamtbudgets. Der Rest setzt sich zusammen aus Spnden (48 Prozent), Elternbeiträgen (8 Prozent), Geldbußen (4 Prozent) und Mitgliedsbeiträgen (3 Prozent). „Unserer finanzielle Situation ist nicht lustig“, so Dr. Winkelmann, „wenn der städtische Anteil wegfiele, müssten wir eventuell die Reißleine ziehen.“ Alleine mit Spenden wäre das nämlich kaum aufzufangen, obwohl der Vorsitzende eine Menge Zeit aufwendet, um beispielsweise zusätzliche Unternehmen und Betriebe in Mettmann als Unterstüzter zu gewinnen. Derzeit sei zwar von der Stadt keine Mittelkürzung geplant. „Aber wird das auch so bleiben?“, fragt Geschäftsführerin Angela Mäder.

Die Ausgaben werden absehbar nicht geringer, eher im Gegenteil, denn der Betreuungsbedarf steigt. Hinzu kommen neue Initiativen wie die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern an der Schule im Klassenverband. Ein Projekt, das bislang noch auf die Grundschule Neanderstraße beschränkt ist, künftig aber ausgeweitet werden soll. „Wenn wir genügend Ehrenamtler finden“, relativiert Angela Mäder, denn die prekäre Personalsituation ist neben den Finanzen das zweite Großproblem. Der Kinderschutzbund Mettmann sucht Menschen, die sich ein- oder zweimal pro Woche für zwei Stunden in der Vor-Ort-Betreuung an der Grundschule engagieren möchten.

Gesucht sind aber auch Freiwillige, die bereit sind Vorstandsarbeit zu leisten. Zwei Posten gilt es hier zu besetzen, der Zeitbedarf beliefe sich auf acht bis zwölf Stunden im Monat.

Weitere Informationen zu ehrenamtlichem Engagement beim Kinderschutzbund, zu Spenden und Mitgliedschaft gibt es im Internet unter dksb-mettmann.de

(dir)