„Der Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann war 2025 von schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugleich von hoher Dynamik geprägt“, sagt Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann. Steigende Arbeitslosigkeit und der Rückgang der Beschäftigung im produzierenden Bereich stünden einem weiterhin hohen Fachkräftebedarf gegenüber. Die Ursachen dieser Entwicklung seien neben der konjunkturellen Schwäche vor allem strukturelle Veränderungen. „Jobprofile wandeln sich, Transformationsprozesse gewinnen an Tempo und die Unsicherheit bremst die Arbeitskräftenachfrage vieler Unternehmen.“ Die zentrale Herausforderung, so Tymister, bestehe darin, diese Entwicklungen gleichzeitig zu bewältigen. Um die Chancen in der Krise zu nutzen, komme der beruflichen Qualifizierung eine Schlüsselrolle zu. Sie sei entscheidend für die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Schon heute sei der Fachkräftebedarf ohne Migration nicht zu decken – sie bleibe eine tragende Säule für die Stabilität des Arbeitsmarktes.
Im Jahr 2025 waren durchschnittlich 18.978 Menschen im Kreisgebiet arbeitslos. Das waren 771 Personen oder 4,2 Prozent mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Kreis Mettmann ist von 6,9 Prozent im Jahr 2024 auf aktuell 7,2 Prozent gestiegen. Von allen Arbeitslosen sind im Jahresdurchschnitt 7.277 Personen ein Jahr oder länger arbeitslos, das sind 526 Personen oder 7,8 Prozent mehr als im Jahr 2024. Durch einen Meldefehler eines größeren Unternehmens war die Zahl der Beschäftigten vom II. bis zum IV. Quartal 2024 um ca. 3.600 Beschäftigte überzeichnet. Ohne diese Fehlbuchung waren im Kreis Mettmann im Juni 2025 insgesamt 197.349 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren 1.925 Beschäftigte oder 0,97 Prozent weniger als im Juni 2024. Die Beschäftigung liegt trotz der globalen Herausforderungen auf hohem Niveau.
Im Jahr 2025 wurden 6.889 Stellen neu gemeldet, das waren 1.261 Stellen oder 15.5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Bestand an freien Arbeitsstellen lag im Jahresdurchschnitt bei 2.701 Stellen, das waren 474 Stellen weniger (-14,9 Prozent) als im Jahr 2024.
Über 20 Prozent der Bürgergeldempfängerinnen und -empfänger waren trotz Erwerbstätigkeit weiterhin auf Leistungen des jobcenter MEaktiv angewiesen. Dies macht deutlich, wie wichtig eine dauerhafte Begleitung vor und auch nach Aufnahme einer Beschäftigung sein kann. „Gute Vermittlung bedeutet für uns, Menschen nicht nur in Arbeit zu bringen, sondern ihnen bei Bedarf auch weiterhin zur Seite zu stehen. Dass ein Teil unserer Kundinnen und Kunden trotz Erwerbstätigkeit weiterhin auf Bürgergeld angewiesen ist, zeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam mit allen Akteuren aktiv zu bleiben, um eine existenzsichernde Beschäftigung zu erzielen. Mit digitalen Angeboten verbessern wir außerdem unsere Erreichbarkeit und unterstützen Arbeitssuchende sowie Arbeitgebende noch kundenfreundlicher“, sagt Bernd Lohmüller, Geschäftsführer des jobcenter ME-aktiv.
Die Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Kreis Mettmann. Im Juni 2025 waren 4.522 Menschen aus den acht Haupt-Asylherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) sozialversicherungspflichtig beschäftigt, von denen 63 Prozent höher qualifiziert arbeiteten – darunter 51 Prozent als Fachkräfte, sechs Prozent als Spezialisten und sechs Prozent als Experten. Arbeitslos waren im Jahr 2025 insgesamt 1.757 Personen aus diesen Ländern.
Im Bereich der Agentur für Arbeit Mettmann waren im Jahr 2025 durchschnittlich 3.202 Menschen arbeitslos, das waren 160 mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 7,0 Prozent im Jahr 2024 auf 7,3 Prozent in 2025.