Fastenbrechen im Ramadan Einander kennenlernen, Vorurteile abbauen

Mettmann · Am 6. März lud die Gesamtschule Mettmann erstmals zu einem gemeinsamen Iftar, dem Fastenbrechen im Ramadan, ein.

Schülerinnen und Schüler hatten für das gemeinsame Fastenbrechen Dekorationen gebastelt.

Foto: Gesamtschule Mettmann

Organisiert wurde der Abend von der Fachschaft Religion, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 8 und 9 ein vielfältiges Programm und einen geselligen Abend auf die Beine stellte. In diesem Jahr fällt die Fastenzeit der Christen und der Muslime zeitlich zusammen. Diese besondere Konstellation nahm die Fachschaft Religion zum Anlass, sich im Unterricht mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Religionen zu beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung präsentierten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines kleinen Bühnenprogramms.

Bevor das gemeinsame Fastenbrechen begann, moderierten die Jugendlichen mehrere Beiträge. In kurzen Präsentationen und szenischen Darstellungen erklärten sie, warum Muslime fasten und welche Bedeutung der Ramadan hat. Auch die christliche Fastentradition wurde vorgestellt. Nach dem Programm wurde gemeinsam gegessen. Das Buffet bestand aus zahlreichen Spenden aus der Schulgemeinschaft, einem großen Topf Linsensuppe (Mercimek Çorbası) sowie einer warmen Hauptmahlzeit für alle Gäste. Für den süßen Abschluss sorgte Baklava, das vom Hausmeister der Schule beigesteuert wurde.

Auch die liebevolle Gestaltung des Raumes trug zur besonderen Atmosphäre bei. Schülerinnen und Schüler hatten Dekorationen gebastelt, eine Fotoecke eingerichtet und eine Leinwand als Gästebuch vorbereitet. Zudem wurde ein „Raum der Stille“ angeboten, der für Gebet und persönliche Besinnung genutzt werden konnte.

„Ich freue mich sehr, dass wir nun auch hier an der Gesamtschule Mettmann Iftar gemeinsam begehen können“, sagt Schulleiter Matthias Messing. „Ich bin den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern, die diesen Abend so wunderbar gestaltet haben, zutiefst dankbar. Ich hoffe sehr, dass der heutige Abend der Auftakt zu einer weiteren Tradition an unserer Schule im Aufbau sein wird.“

Seit dem Schuljahr 2024/25 bietet die Gesamtschule Mettmann neben evangelischem und katholischem Religionsunterricht auch das Fach Islamische Religionslehre an. Der Unterricht wird von zwei staatlich ausgebildeten Lehrkräften erteilt und stellt damit ein besonderes Angebot innerhalb der Schullandschaft dar.

„Christliche und muslimische Lehrkräfte arbeiten in der Fachschaft Religion eng zusammen. Gemeinsame Veranstaltungen wie das Fastenbrechen oder auch überreligiöse Gottesdienste tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler einander kennenlernen und Vorurteile abgebaut werden.

Die Kinder erleben dabei, dass die monotheistischen Religionen viele Gemeinsamkeiten haben“, erklärt Emine Civelik, eine der beiden Lehrkräfte für Islamische Religionslehre. Nach der positiven Resonanz des Abends plant die Schule, das gemeinsame Fastenbrechen auch in Zukunft fortzuführen und den Kreis der Gäste im kommenden Jahr noch zu erweitern.