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Mettmanner „Regenbogenkirche für alle“

Mettmanner „Regenbogenkirche für alle“ : Eher schmerzhaftes Geschenk aus Rom

Die Mettmanner „Regenbogenkirche für alle“ findet, dass die Erlaubnis Roms zur Segnung homosexueller Paare nicht weit genug geht.

Ein Gefühl von Freude, Erleichterung und Hoffnung empfanden die Mitglieder der Mettmanner „Regenbogenkirche für alle“, als sie die Nachricht erreichte, dass der Vatikan die Erlaubnis für Segnungen homosexueller Paare erteilt. Doch der anfängliche Enthusiasmus wich schon bald Ernüchterung, denn bei näherem Hinsehen, so die Regenbogenkirche in einer Pressemitteilung, „mussten wir schnell feststellen, dass dieser Schritt aus Rom ein so kleiner Schritt ist, dass es sich mehr wie Stillstand anfühlt.“

Die Erklärung des Vatikans erlaube lediglich die Segnung von homosexuellen Paaren in zufälligen Begegnungen mit einem Priester oder in einem Gebet, welches in einer Gruppe oder zum Beispiel bei einer Pilgerreise gesprochen werde. Die Segnungen sollen nur „wenige Sekunden“ dauern. „Eine Segensfeier, wie die, die wir in Wülfrath und Mettmann im letzten Jahr gefeiert haben, wäre mit den Regelungen auch weiterhin nicht erlaubt“, moniert die Regenbogenkirche.

Auch spreche der Vatikan weiterhin davon, dass eine homosexuelle Beziehung eine „unsittliche und sündhafte Beziehung“ sei, deren Segnung in keinem Fall mit dem Ehesakrament verwechselt werden darf. Entsprechend vernichtend fällt das Fazit der Regenbogenkirche zu dem Entscheid des Vatikans aus: „Insgesamt ist diese Verlautbarung eher ein schmerzhaftes Geschenk als ein Vertrauen schenkendes Geschenk.“ Es sei eine Erinnerung, dass Homosexuelle für die katholische Kirche weiterhin Menschen zweiter Klasse seien, deren Liebe zueinander von Gott nicht gewollt sei. Das sei – weiterhin – diskriminierend und nicht wertschätzend Der Fakt, dass die aktuelle katholische Sexual- und Ehelehre nicht novelliert werde, gebe wenig Hoffnung auf einen nahen Wandel.

„Insofern ist es uns als AG „Regenbogenkirche für alle“ umso wichtiger, weiterhin innerhalb unserer Gemeinde und über die Gemeindegrenzen hinaus dafür einzustehen und uns dafür einzusetzen, dass Liebesbeziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren die gleiche Wertigkeit und Wertschätzung erfahren wie die von heterogeschlechtlichen Paaren und diesbezüglich keine Unterschiede gemacht werden.“

(dir)