Das KHG macht die Schüler fit für die Digitalisierung

Das KHG macht die Schüler fit für die Digitalisierung

Während Industrie 4.0 und das Internet der Dinge unsere Wirtschaft zunehmend digitalisieren, hinken die Lehrpläne für Schulen hinterher.

Angesichts der rasanten Entwicklungen forderten Parteien in der Landtagswahl, Informatik zum Pflichtfach zu machen. Ob und wann dies geschehen wird, ist noch vollkommen offen. Bis dahin müssen sich die Schulen selbst etwas einfallen lassen, um Schüler rechtzeitig fit für die digitale Zukunft zu machen.

Am Konrad-Heresbach-Gymnasium haben sich mit Lehrer Andreas Ehrhard vier Kollegen, die elf Fächer unterrichten, damit auseinandergesetzt, wie sich technische Inhalte aus dem normalen Unterricht auslagern lassen und was Schüler am Ende der Sekundarstufe I können müssen. Daraus hat sich ein 'Profil-Fach‘ (kein reguläres Unterrichtsfach) mit der Abkürzung ITG entwickelt, das in den Klassen sechs und acht ganzjährig mit einer Unterrichtsstunde in der Woche von Ehrhard und seinen vier Kollegen unterrichtet wird.

ITG steht für "Informations-Technologische Grundbildung" und beinhaltet unter anderen den vertieften Umgang mit den wichtigsten Office-Programmen, Grundlagen digitaler Bildbearbeitung, Audiobearbeitung, Filmschnitt, Nutzerkompetenz in der Bewertung von Web-Inhalten, Passwortsicherheit, Ordnerstrukturen und Speicherorte wie auch Urheberrechtsfragen und eine spielerische Einführung in die Programmierung.

Sejla Lihic und ihre Mitschüler aus der Klasse 8b lernen in ITG gerade wie weit man Musikdateien ohne hörbare Klangverluste komprimieren kann. Anders als bei vielen anderen Lerninhalten können sie dieses Wissen direkt in die tägliche Praxis umsetzen, denn die Dateigröße entscheidet am Ende darüber, wieviele Musikstücke auf den MP3-Player passen. "Wir verwenden möglichst Freeware, die jeder Schüler auch zu Hause einsetzen kann", erklärt Andreas Ehrhard. "Und durch einen Rahmenvertrag kann sich jeder Schüler immer die neueste Microsoft Office Version herunterladen und installieren."

Im Fach ITG ersetzt der USB-Stick das Schulheft. Am Ende eines Jahres mit ITG-Unterricht steht ein pädagogischer Tag, an dem die Frage wie man das erworbene Wissen in den Unterricht einbinden kann, im Vordergrund steht. Zum Ende der sechsten Klasse können Schüler zum Beispiel aus gesprochenem Text einen Podcast mit Musik für den Deutschunterricht produzieren.

ITG ist zwar der wesentliche, aber nicht der einzige Baustein des Medienkonzepts des Konrad-Heresbach-Gymnasiums. Die Medienkompetenz wird auch zu Themen wie Gefahren beim Chatten und Surfen (ab Klasse fünf), Cybermobbing, Online- und Computerspielsucht und mehr geschult. Schulintern gibt es regelmäßige Fortbildungen für das Lehrerkollegium und eine Einführung in das Netzwerk für jeden neuen Kollegen. Ab Klasse acht bzw. neun wird Mathematik-Informatik als Wahlfach angeboten. Im Rahmen von KHG XL (eXtra-Lernen) werden zahlreiche Projekte und Projekttage zu Themen wie Programmieren mit Scratch, Erstellen von VR-Brillen, 3D-Druck und mehr angeboten werden.

Im regulären Unterricht kommen auch schon einmal Lego-Roboter zum Einsatz und neu ist eine Kooperation mit der Hochschule Bochum im gemeinsamen Projekt 'Fertigungsstraßen mit EV3‘. Drei Computerräume mit unterschiedlicher Sitzanordnung stehen im KHG für den ITG-Unterricht zur Verfügung. Mit einem Glasfaseranschluss, Beamern in jedem Fachraum und IPads, über die die Lehrer den jeweiligen Beamer kabellos ansteuern können, verfügt das KHG schon über eine sehr zeitgemäße technische Ausstattung. Im Rahmen der Gute Schule 2020 Förderung sollen in den kommenden Jahren alle Klassenräume mit einem Beamer ausgestattet werden. Für Oberstufenschüler gibt es in ausgewählten Bereichen der Schule WLAN.

(Schaufenster Mettmann/RG)