Bäderleiter Frank Fitsch Vor seiner letzten Saison

Mettmann · In diesen Tagen wecken Frank Fitsch und sein Team das Naturfreibad aus dem Winterschlaf, die Vorbereitungen für einen Start im Spätfrühling laufen.

 Frank Fitsch auf dem Sprungbrett über dem bislang nur teilweise gereinigten Becken. Er ist seit 46 Jahren bei der Stadt beschäftigt, hat das Naturfreibad mit aufgebaut und jahrelang für den Betrieb verantwortlich gezeichnet. Der Abschied wird ihm schwer fallen, das weiß er schon jetzt.

Frank Fitsch auf dem Sprungbrett über dem bislang nur teilweise gereinigten Becken. Er ist seit 46 Jahren bei der Stadt beschäftigt, hat das Naturfreibad mit aufgebaut und jahrelang für den Betrieb verantwortlich gezeichnet. Der Abschied wird ihm schwer fallen, das weiß er schon jetzt.

Foto: D. Herrmann

An einem wolkenverhangenen Tag im März hat das verwaiste Naturfreibad seinen ganz eigenen Reiz. Wo sich bei Hochbetrieb tausende Gäste vergnügen, ihre Stimmen durcheinanderwirbeln, wo gelacht wird, geplanscht und gekreischt, dort herrscht nun: Ruhe. Zu hören sind allein das sanfte Brummen eines Reinigungsgerätes, das speziell für den Einsatz im Wasser konzipiert wurde, und hin und wieder das Zwitschern eines Vogels, der auf Frühling hofft.

Kurz bricht die Sonne durch die Wolken; Am Becken stehend blickt Frank Fitsch über das Gelände, breitet die Arme aus und lächelt. „Im Grunde“, sagt er, „ist das hier der tollste Arbeitsplatz, den man sich vorstellen kann.“ Seit 20 Jahren empfindet er das so, seit er hier beim Aufbau des Naturfreibades half, diesem Mettmanner Alleinstellungsmerkmal, dessen Leitung er übernahm. Er kennt die Anlage wie kein Zweiter, mit Freude erklärt er die Technik, die dahinter steht, und nicht selten gerät er dabei ins Schwärmen. Er liebt seinen Job und deshalb weiß er schon jetzt, dass ihm der Abschied schwerfallen wird.

Doch der rückt in Windeseile näher, im Februar 2025 geht er in Rente, dies wird seine letzte Saison. „Klar, der Gedanke schwingt mit bei allem was man tut“, sagt er. Andererseits lenkt die Arbeit, von der es wie immer reichlich gibt, auch ein wenig ab. Ende Februar haben Frank Fitsch und sein Team mit den Vorbereitungen im Naturfreibad begonnen. Das Team besteht in der Regel aus einem weiteren Mitarbeiter. Wenn im Hallenbad jemand entbehrlich ist, kommt noch ein Dritter hinzu. Bei manchen Arbeiten unterstützt der Bauhof.

Die erste Amtshandlung nach der Winterstarre besteht im Ablassen eines Großteils des Wassers. Anschließend beginnt die Reinigung des 2000 Quadratmeter großen Beckens, was allein schon rund vier Wochen in Anspruch nimmt. Auch die Stege, die Pflasterflächen und die Versorgungsgebäude müssen auf Vordermann gebracht werden. Strandkörbe, Bänke, Mülleimer, Sonnenschirme werden kontrolliert, gegebenenfalls ausgebessert und aufgebaut. Spielgeräte und Spaßrutsche wurden bereits vom TÜV abgenommen. Die gesamte Technik, die Filteranlagen, die Computer sind auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen; im laufenden Betrieb soll nichts schief gehen. Frank Fitsch packt mit an, organisiert und koordiniert, „kein Tag ist wie der andere“, erzählt er, „es passieren immer wieder auch überraschende Dinge, auf die ich spontan reagieren muss.“

Anfang Juni soll das Naturfreibad startklar sein, etwas später als sonst, wegen des späteren Beginns der Sommerferien. Vor Frank Fitschs geistigem Auge wimmeln manchmal schon die Menschen, brummt das Leben. Allerdings gibt es da noch eine kleine Unsicherheit: Wird die Saison überhaupt stattfinden? Das Naturfreibad gehört zu den freiwilligen Leistungen der Stadt und die stehen angesichts eines notwendigen Haushaltssicherungskonzeptes sämtlich auf dem Prüfstand. Am 24. April befasst sich der Rat mit der Materie, eine Entscheidung fällt voraussichtlich im Laufe des Mai. Die Vorbereitungen sind dann weitgehend abgeschlossen. Und Frank Fitsch hofft sehr, dass sie dann nicht umsonst waren, sondern dass er ein letztes Mal den ganzen Sommer lang mitten im fröhlichen Getümmel steht.

(dir)
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