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Adventszeit: Mettmann wird leuchten

Adventszeit : Mettmann wird leuchten

Auch in diesem Advent dürfen sich die Menschen in Mettmann an den leuchtenden Sternen über den Straßen der Innenstadt erfreuen. Die Installation hat einmal mehr Elektrotechnik-Meister Guido Torner übernommen, diesmal auf eigene Rechnung.

Was wäre der Advent ohne festliche Lichter? Diese Frage stellte sich auch Elektrotechnik-Meister Guido Torner, nachdem klar was, dass die sogenannte Lichter-Party im Golden K in diesem Jahr wegen der Pandemie nicht würde stattfinden können. Aus den Einnahmen dieser  Veranstaltung hat die Werbegemeinschaft Mettmann Impulse in den vergangenen Jahren die Installation der Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt finanziert. Seit vier Jahren lässt Guido Torner die City im Advent unter den LED-Girlanden mit den markanten Sternen in der Mitte erstrahlen. Die Kosten dafür betragen rund 3000 Euro. Zunächst hat die Werbegemeinschaft noch über alternative Finanzierungsmodelle nachgedacht; eine Idee bestand darin, das Geld über Spenden aus der Bevölkerung zu beschaffen. Doch Guido Torner konnte sich mit dieser Variante nicht anfreunden.

„Ich fand das einfach nicht gut“, sagt er, „und habe mich dann entschlossen, das in diesem Jahr unentgeltlich zu machen.“ Sechs Tage haben er und seine Mitarbeiter gebraucht, um die rund 28 Girlanden über den Straßen in der Innenstadt anzubringen. Unterstützung erhielten sie vom städtischen Baubetriebshof, der den LKW mit Hebebühne nebst Fahrer zur Verfügung stellte.

Am vergangenen Freitag war das Werk vollbracht. Alles bereit für die große Festbeleuchtung. „Das gehört zum Advent einfach dazu“, findet Guido Torner. Und tatsächlich sind die Motive für seinen kostenlosen Einsatz nicht vollkommen uneigennützig. Womöglich hätte er Ärger von seinen Kindern bekommen, wenn die Girlanden gefehlt hätten.

„Bei uns ist es mittlerweile schon zum Ritual geworden, dass ich mit meinen Kindern die Beleuchtung an den Laternen einschalte. Denen konnte ich nicht sagen, dass das wegen Corona leider ausfallen muss.“ Aber natürlich hat er als Geschäftsmann auch den Nutzen der Beleuchtung für den Mettmanner Einzelhandel im Auge. „Ich glaube unsere Händler sind in diesen Tagen schon stark genug gebeutelt“, sagt Guido Torner, „wenn ich auf diese Art ein wenig helfen kann, dann hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt.“

Das sieht auch Elke Speck, Mitglied des Vorstands der Werbegemeinschaft so. Die Floristin zeichnet verantwortlich für die Organisation der Weihnachtsbeleuchtung und freut sich riesig über das Engagement von Guido Torner.

„Ich finde das sensationell“, sagt sie, „wir haben im Augenblick nirgendwo Normalität. Und wenn dann mit der Weihnachtsbeleuchtung doch eine lieb gewonnene Gewohnheit stattfindet, dann ist das gut für die Seelen der Menschen.“  Den rituellen Gang mit seinen Kindern unternimmt Guido Torner übrigens am Nachmittag des 27. Novembers. Dann erstrahlt Mettmann in festlichem Glanz.

(dir)