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Naturbad Mettmann derzeit geschlossen: „Wir tasten uns an die Ursache heran“

Naturbad Mettmann derzeit geschlossen : „Wir tasten uns an die Ursache heran“

Das Naturfreibad ist seit vergangenem Montag geschlossen, weil bei der Routineuntersuchung ein Hygienewert den zulässigen Grenzwert überschritten hat. Für Betriebsleiter Frank Fitsch ein Problem, mit dem er bislang noch nie zu tun hatte.

Gerade erst war ein wenig Normalität in den Betrieb des Naturbades eingekehrt. Rund 1000 Menschen durften gleichzeitig auf das Gelände, es gab keine Zeitfenster mehr, von 10 bis 19 Uhr konnten Besucher entspannt auf der Wiese liegen oder sich im kühlen Nass erfrischen. Nun ist es schon wieder vorbei mit der neuen Freiheit, das Naturbad musste am vergangenen Montag seine Pforten schließen.

Bei der im Abstand von zwei Wochen stattfindenden Untersuchung der Wasserqualität, ausgeführt von einem in Gelsenkirchen ansässigen Hygiene-Unternehmen, wurde ein Grenzwert überschritten. Offenbar besteht ein Zusammenhang mit den sintflutartigen Regenfällen am 14. Juli, denn die beanstandete Probe wurde einen Tag später entnommen. Das Naturbad war von den Überflutungen direkt betroffen, das Wasser floss teilweise ins Becken und auch in den auf dem Gelände befindlichen Brunnen, aus dem Grundwasser ins Becken gepumpt wird. Der reicht 50 Meter in die Tiefe und und fördert rund 16.000 Liter pro Stunde. Als erste Reaktion auf das Probenergebnis haben Betriebsleiter Frank Fitsch und sein Team rund ein Drittel des Wassers im Becken ausgetauscht, doch das führte zu keiner Veränderung bei den Hygienewerten. „Deshalb“, so Fitsch, „gehen wir im Augenblick davon aus, dass es mit dem Brunnen zu tun hat. Wir tasten uns an die Ursache heran.“

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Ob es sich tatsächlich so verhält, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Ein entsprechendes Untersuchungsergebnis wurde für Freitag, 30. Juli, erwartet. Gleichwohl wurde der Brunnen bereits desinfiziert. Sollte sich der Verdacht bestätigen, muss eine weitere Beprobung klären, ob das Problem mithilfe der Desinfektion behoben werden konnte.

Ein Ergebnis wäre dann für kommenden Montag zu erwarten. Falls sich herausstellt, dass die Ursache woanders liegen muss, würde das Filtersystem genauer in Augenschein genommen werden, eine Anlage die pro Stunde von rund 200.000 Litern Wasser durchströmt wird und die mithin zwei Mal pro Tag den gesamten Beckeninhalt filtert. Das System der Wasserumwälzung und Neuzufuhr hat im Naturbad seit der Eröffnung vor mittlerweile 17 Jahren immer ausgezeichnet funktioniert, betont Frank Fitsch. „Mit einer solchen Problematik“, sagt er, „sind wir tatsächlich zum ersten Mal konfrontiert.“ Zugleich gibt er sich optimistisch, dass er und sein Team die Angelegenheit schnell in den Griff bekommen: „Wenn alles optimal läuft, dann können wir in der nächsten Woche schon wieder aufmachen.“

(dir)