Astrid-Lindgren-Schule „Wir fühlen uns überrumpelt“

Mettmann · Am vergangenen Mittwoch fand ein Informationsabend in der Astrid-Lindgren-Schule zur Nutzung einer der beiden Sporthallen als Flüchtlingsunterkunft statt. Vor der Schule protestierten Anwohner gegen den Plan der Verwaltung.

Vor der Astrid-Lindgren-Schule versammelten sich Menschen zum Protest.

Vor der Astrid-Lindgren-Schule versammelten sich Menschen zum Protest.

Foto: D. Herrmann

Der Plan der Stadt, eine der beiden Turnhallen der Grundschule in Metzkausen zur Unterbringung von Geflüchteten zu nutzen, hat vehemente Kritik bei den Eltern von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern von Kindern, die die nahegelegene Kita besuchen, hervorgerufen. Die Auswahl des Ortes wurde als hochgradig unsensibel empfunden.

Darüber hinaus fühlten sich die Eltern von der Stadt nicht ausreichend und rechtzeitig genug über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt. Am Mittwoch hatte die Stadt deshalb zu zwei Informationsveranstaltungen eingeladen. Zunächst für die Grundschul-Eltern, anschließend für die der Kita.

Die Öffentlichkeit inklusive der Presse war davon ausgeschlossen. Für den Informationsabend hatten Eltern von Schul- und Kita-Kindern einen Katalog mit 13 Fragen an die Stadt vorbereitet, unter anderem nach möglichen alternativen Standorten, nach dem Sicherheitskonzept und dem Zeitraum der Nutzung der Turnhalle als Unterkunft. Auch die Kommunikation der Verwaltung sollte Thema sein. „Wir fühlen uns von der Entscheidung überrumpelt“, sagte ein Vater kurz vor Beginn des Informationsabends. Parallel zu der Veranstaltung gab es eine Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam für unsere Kinder!“, vor der Astrid-Lindgren-Schule gegen den Plan der Verwaltung.

Dabei betonten die Organisatoren schon in den Tagen zuvor, dass es bei dem Protest ausschließlich um den gewählten Standort gehe und man sich ausdrücklich von rechtem Gedankengut distanziere. Die Demonstration war im Vorfeld mit einer Teilnehmerzahl bis zu 250 Menschen angemeldet worden, es kamen aber weit weniger.

Kritik an der Durchführung des Info-Abends kam von der Wählerinitiative M.U.T., die sich vor allem am Ausschluss der Öffentlichkeit stieß. In einer Pressemitteilung kündigte der Fraktionsvorsitzende André Bär an, in der Sondersitzung des Ausschusses für Planen und Soziales am kommenden Mittwoch einen Dringlichkeitsantrag auf Durchführung einer Infoveranstaltung zu stellen, die dem öffentlichen Interesse gerecht werde.

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