Sitzung der Initiative Goldberg: „Ich bereue den Umzug nach Mettmann“

Sitzung der Initiative Goldberg : „Ich bereue den Umzug nach Mettmann“

Wie wichtig das Thema Bürgerbeteiligung in Mettmann ist, wurde bei der vergangenen Sitzung der Initiative Goldberg deutlich. Die Mitglieder, die quartalsweise zum Gespräch laden, durften bei ihrer letzten Veranstaltung Sandra Balcke begrüßen.

Seit März ist die Wuppertalerin der Stabsstelle des Bürgermeisters angesiedelt und betreut den Bereich Bürgerbeteiligung. Bereits während der Vorstellungsrunde, die jeder der rund 40 anwesenden Gäste für kurze Problemerläuterungen nutzte, wurde das Ausmaß des Unmutes deutlich. Besonders die Verkehrssituation am Goldberg stellt für die Anwohner einen mittlerweile unzumutbaren Zustand dar. „Wir sind vor drei Jahren von Düsseldorf nach Mettmann gezogen, in der Hoffnung dem Trubel der Großstadt zu entfliehen. Heute bereue ich den Umzug zutiefst“, so ein Anwohner, der gemeinsam mit seiner Frau und zwei Kleinkindern in die Kreisstadt zog.

„Ich traue mich nicht, meine Kinder vor der Tür spielen zu lassen und unser Vorgarten ist regelmäßig mit Müll verdreckt.“ Auch die aktuelle Parksituation ruft Ärgernis hervor. „Besucher des Naturfreibads parken uns sogar die Garageneinfahrten zu“, beschweren sich zahlreiche Teilnehmer, die in der angrenzenden Neubausiedlung „Am Mühlenteich“ wohnen. Die offene Veranstaltung rief auch Akteure anderer Initiativen auf den Plan. So nahmen mitunter Anwohner der Nordstraße die Möglichkeit zum Gespräch gerne wahr. „An unseren Häusern rasen mittlerweile LKWs mit einem Tempo vorbei, dass man nicht einmal das Fenster öffnen kann“, so die Anwesenden. „Die Fahrzeuge fahren ganz gezielt in Richtung Berlinerstraße, um der Mautstraße auszuweichen.“ Schuld an der Misere ist für die Anwohner ganz klar die Netztrennung.

„Diese Verkehrsregelung mindert unsere Lebensqualität. Das ist eine wahre Zumutung. Und nach unserer Meinung hat man uns bisher nicht gefragt!“ Für Sandra Balcke eine Flut an Informationen, die es erstmal zu verarbeiten gilt. „Ich stecke gerade die Rahmenbedingungen für meine Arbeit ab“, verrät die Fachfrau, die zuletzt in einem Regionalverlag in Wuppertal-Barmen angestellt war. „Mein Ziel ist es, große Dialogrunden ins Leben zu rufen und möglichst viele Akteure an einen Tisch zu bekommen, um für Probleme die bestmöglichen Lösungen zu finden.“ Dass für dieses Vorhaben Bürger und Verwaltung gleichermaßen zusammenarbeiten müssen, ist der Fachfrau durchaus bewusst. Besonders der fehlende Informationsfluss in Bezug auf einzelne Maßnahmen wird von den Anwesenden angekreidet. Dem möchte Sandra Balcke Abhilfe schaffen. „Derzeit sind wir dabei, den Internetauftritt der Stadt informativer zu gestalten. Zudem sollen auch andere Medien für die Verbreitung von Informationen genutzt werden.“

Dass Bürgerbeteiligung aus zwei Sichtweisen betrachtet werden kann, verrät die Verwaltungsangestellte ebenfalls. „Es gibt Bürgerbeteiligung, die bei Projekten rechtlich vorgeschrieben wird sowie Beteiligung, die wir selbst gestalten können. Besonders an letzterem müssen wir aktiv arbeiten.“ Mit den gesammelten Anregungen des Quartalstreffens möchte sich Sandra Balcke nun in die Beratung mit den passenden Abteilungen begeben. Info:Bürger haben gleich mehrere Möglichkeiten, Gehör bei Politik und Verwaltung zu finden. Beim Bürgerausschuss können Anträge eingereicht werden und auch in den Ratssitzungen bekommen Anwesende bei Sitzungsunterbrechungen das Wort erteilt. Zudem gibt es seit einiger Zeit den Mängelmelder. Ein Onlineformat, welches den Bürgern für Beschwerden und Anregungen zur Verfügung steht.

(tb)
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