Der Erlebnisturm Höhlenblick geht ins Rennen um den begehrten EMYA Award Neanderthal Museum nominiert für „Museums-Oscar“

Kreis · Im letzten Jahr verzeichnete das Neanderthal Museum mit fast 180.000 Gästen eine enorme Erfolgsbilanz. In diesem Jahr setzt sich die Erfolgsgeschichte des Neanderthal Museums mit der Nominierung für den European Museum of the Year Award fort.

Neanderthal Museum nominiert für „Museums-Oscar“​
Foto: Neanderthal Museum

Er ist der älteste und renommierteste Preis in der europäischen Museumslandschaft und zeichnet besondere Innovationen aus, die nationale und internationale Museen zukünftig wegweisend beeinflussen könnten. Nicht zu Unrecht wird dieser Award auch „Museums-Oscar“ genannt. Mit seiner Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen, vielfältigen Vermittlungsprogrammen und vielen weiteren Angeboten erzeugt das Neanderthal Museum ein Interesse für das Thema unserer Menschheitsentwicklung. Auf wissenschaftlichen Fakten basierend werden die Inhalte zur Humanevolution spielerisch und erlebnisorientiert vermittelt. Das Angebot ist vielfältig und erreicht mit generationenübergreifenden und inklusiven Programmen unterschiedliche Zielgruppen. So wird der Besuch des Museums zu einem Erlebnis für alle. Kurz gesagt: Das Neanderthal Museum ist ein Museum über Menschen für Menschen.

Ins Rennen um den begehrten Award geht mit dem Neanderthal Museum der im Dezember 2022 eröffnete Erlebnisturm Höhlenblick. Der Turm wurde am authentischen Ort, der Fundstelle des Neanderthalers, erbaut. Er betont die Bedeutung dieser weltberühmten Fundstelle und bereichert sie um ein Highlight. Die Talgeschichte wird hier lebendig erzählt und bewahrt. Die Direktorin des Neanderthal Museums, Dr. Bärbel Auffermann, freut sich über den großen Erfolg des Erlebnisturms und wird Anfang Mai in Portugal das Neanderthal Museum bei den Feierlichkeiten rund um die nominierten Museen vertreten. „Ich bin sehr gespannt, in Portugal die europäischen Kollegen zu treffen, die alle ihre nominierten Projekte aus ihren jeweiligen Häusern vorstellen. Wir wissen nicht, ob wir den Award gewinnen werden, doch die Nominierung allein ist schon eine Auszeichnung. Sie zeigt, dass wir in der europäischen Museumslandschaft wahrgenommen werden und ein internationales Renommee besitzen.“

Schon jetzt kann der Bewerbungsfilm des Neanderthal Museums, der bei den Feierlichkeiten der Fachjury präsentiert wird, angeschaut werden: https://www.neanderthal.de/de/european-museum-of-the-year-award-emya-2024.html

Zum Hintergrund

Der Erlebnisturm Höhlenblick

Der Turm ist ein offener Stahlbau an der Stelle der Neanderthaler-Fundhöhle Feldhofer Grotte, die im 19. Jahrhundert durch Kalkabbau vollständig zerstört wurde. Der 22 Meter hohe Turm ist wechselweise durch innere und äußere Rampen über 360 Meter barrierefrei zu begehen. Fast mühelos gelingt der Aufstieg, begleitet von kurzen Audiostories von Zeitzeugen der Talgeschichte an den Wendepunkten der Rampen. Wahrzeichen des Turms ist die als Schädelkalotte gestaltete Kuppel über der oberen Plattform. Der übergroß gestaltete Schädel des Neanderthalers ist etwa neun Meter lang und wiegt stolze sechs Tonnen.

Der Turm Höhlenblick ergänzt den Ausflug ins Neandertal um ein spannendes Erlebnis. Endlich können Besucher die verlorene Schlucht erklimmen und dort oben stehen, wo einst die Höhle des Neanderthalers war. Man blickt von hier wie einst der Neanderthaler aus der verlorenen Fundhöhle Feldhofer Grotte auf die gegenüberliegende Talseite. Unter der obersten Plattform klettern Schwindelfreie durch einen Netztunnel und können nachempfinden, wie tief die frühere Neandertal-Schlucht war. Zentral auf der obersten Plattform sind die 16 Knochen des Neanderthalers als taktiles Exponat inszeniert. Ein QR-Code löst an dieser Stelle ein 360-Grad-Video der Fundhöhle Feldhofer Grotte aus.

Auch der Weg vom Museum zur Fundstelle wurde aufgewertet und abwechslungsreich gestaltet. Lebensgroße Silhouetten von Zeugen der Talgeschichte, wie zum Beispiel ein Steinbrucharbeiter oder der Maler Johann Wilhelm Schirmer, werden an kinetischen Hörstationen zum Sprechen gebracht.

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