Dabei setzen die Betroffenen unkontrolliert kleinere Mengen an Urin ab, leiden kontinuierlich unter Harndrang und können den Blasenmuskel nicht richtig kontrollieren. Die genaue Ursache für eine Dranginkontinenz, bei der die Blase oft auch nur wenig gefüllt ist, ist bisher nicht zu hundert Prozent validiert, dennoch leiden mehr als die Hälfte aller Frauen in Ihrem Leben irgendwann an der Blasenschwäche. Die Lebensqualität kann dadurch deutlich eingeschränkt sein.
Chefarzt Roman Bolotin hat nun die Ermächtigung zur Durchführung der transurethralen Botulinumtoxin-Therapie erhalten, bei der während einer Blasenspiegelung stark verdünntes Botox in die Blasenwand gespritzt wird. Der Eingriff erfolgt ambulant unter Narkose. „Wir freuen uns über die ambulante Ermächtigung und der Möglichkeit, Patientinnen mit Dranginkontinenz zu mehr Lebensqualität verhelfen zu können“ erklärt Bolotin. Er klärt über das Verfahren im Rahmen seiner Senkungs- und Inkontinenzsprechstunde auf, betont aber dennoch, dass der Eingriff unter Vollnarkose immer das letzte Mittel der Wahl ist. „Zunächst versuchen wir die Dranginkontinenz mit hormonellen Cremes und Salben, mit einer Medikation in Tablettenform oder auch Physio- und Elektrostimulationstherapie in den Griff zu bekommen. Erst wenn diese Ansätze keine Besserung erzielen, greifen wir auf das mit Kochsalzlösung verdünnte Nervengift zurück“, so der Chefarzt.
Patientinnen, die von der neuen Therapie im EVK Mettmann profitieren möchten, benötigen eine Überweisung des niedergelassenen Gynäkolgen. Im Rahmen der Sprechstunde werden dann die notwendigen Voruntersuchungen besprochen und Risiken besprochen, der Eingriff erfolgt ambulant.