Sie ist schwarz, hungrig und breitet sich mit rasanter Geschwindigkeit aus. „Die Asiatische Hornisse ist in der Region angekommen“, sagt Ernst Brokbals, ehrenamtlicher Hornissenobmann in Mettmann. Nachdem 2025 erste Nestfunde gemeldet wurden, schlagen Experten zum Frühjahrsbeginn Alarm. Das Problem: Die invasive Art bedroht nicht nur die heimische Insektenwelt, sondern kann auch für Gartenbesitzer und Kinder zur Gefahr werden.
Ein einziges Nest der Asiatischen Hornisse vertilgt pro Jahr rund elf Kilogramm Insekten. Diese fehlen dann für die Bestäubung der Pflanzen, was eine Gefahr für die heimische Biodiversität bedeuten kann. „Jedes unentdeckte Nest kann sich zur ökologischen Bedrohung entwickeln“, warnt Ernst Brokbals. Ohne Gegenmaßnahmen könnten aus einem Nest im Folgejahr eine Vielzahl von neuen Kolonien im Umkreis entstehen.
Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Imkervereins Mettmann, Hans-Jörg Holz, hat Brokbals einen Flyer entwickelt, der in der Karwoche in Mettmann verteilt werden soll. Der Kreis-Imkerverband KIV hat außerdem ein Faltposter in Druck gegeben und auf seiner Homepage ein Meldeportal eingerichtet. Auch der Imkerverein Mettmann will das noch tun. Es sei wichtig, die Bevölkerung zu informieren, aber auch dafür zu sensibilisieren, die Primärnester der Hornisse zu erkennen und zu melden. „Gleichzeitig müssen wir die Menschen auf die Gefahr hinweisen. Man sollte deshalb keinesfalls selbst tätig werden, wenn man ein Nest entdeckt“, betont Ernst Brokbals. Zum einen bestehe für Laien Verwechslungsgefahr mit den heimischen, streng geschützten Hornissen. Zum anderen sei die Entfernung ohne Fachkenntnis gefährlich.
Es gelte nun, das Problem rasch anzugehen, so lange es sich noch im Anfangsstadium befinde und bevor es zu einer explosionsartigen Vermehrung komme. Wenn das nicht gelinge, so Ernst Brokbals, sei es um die Bienen in Mettmann schlecht bestellt.
Besonders tückisch sei die Nestwahl im Frühjahr. Typische Fundorte sind Vogelhäuser und Rollladenkästen, Holzschuppen, Gartenboxen und Sonnenschirme oder auch die Unterseiten von Rutschen oder anderen Spielgeräten. In unmittelbarer Nestnähe reagieren die Tiere äußerst aggressiv. „Dort, wo Erwachsene und Kinder direkten Kontakt mit den Tieren haben können, besteht ein echtes Risiko“, so Brokbals. Markante Merkmale der Asiatischen Hornisse sind der schwarze Kopf, die gelben Füße und die gelben Ringe am Hinterleib. Wer ein Tier oder ein Nest vermutet, sollte auf jeden Fall Abstand halten, ein Foto aus sicherer Entfernung aufnehmen und den Fund beim Imkerverein melden: Telefon 02104/9571918 oder E-Mail [email protected]; Meldeportal unter kreisimkerverein-mettmann.de