Mettmann Ausstellung zu Demenz: Was bleibt, ist die Musik

Mettmann · Was haben die Beatles, ein Hochzeitswalzer und das Radio im elterlichen Wohnzimmer gemeinsam? Sie prägen das musikalisches Gedächtnis und können Jahrzehnte später Menschen mit Demenz dort erreichen, wo Worte versagen. Die Ausstellung „Demenz – Lebendige Erinnerung“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Musik liegt in der Luft“.

„Wo Worte aufhören, fängt die Musik an.“ (E.T.A. Hoffmann).

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Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft bezeichnet Musik als „Königsweg zu Menschen mit Demenz“. Denn das musikalische Langzeitgedächtnis bleibt selbst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung häufig erhalten. Besonders intensiv gespeichert ist Musik aus der Zeit zwischen dem zehnten und 30. Lebensjahr – einer Lebensphase, die von erster Liebe, großen Festen und der Suche nach der eigenen Identität geprägt ist. Die Forschung spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Erinnerungshöcker (Reminiscence Bump).

Um Musik gezielt einzusetzen, muss man kein Musiktherapeut sein. Entscheidend ist vielmehr die persönliche Biografie. Das kann der Schlager von der eigenen Hochzeit sein, das Lied der ersten Liebe oder eine Melodie, die an die Arbeitszeit erinnert. Vertraute Musik kann Ängste lindern, Unruhe reduzieren und sogar bei Menschen, die ansonsten kaum noch reagieren, ein Lächeln oder Mitsingen hervorrufen.

Wie eng Musik und Erinnerungen miteinander verbunden sind, zeigt die Ausstellung „Musik liegt in der Luft“, die vom 18. bis zum 29. September in der Stadtbibliothek zu sehen ist. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, ihre eigenen musikalischen Prägungen zu entdecken und mehr darüber zu erfahren, wie Melodien ein Leben lang wirken können.

Zwischen Schallplatten, einem Phonoschrank, Instrumenten und zahlreichen weiteren Erinnerungsstücken gibt die Ausstellung Einblicke in die Musik der 1960er- bis 1980er-Jahre. Außerdem besteht die Möglichkeit, in bekannte Lieder aus dieser Zeit hineinzuhören.

Die Stadtbibliothek an der Am Königshof 13 ist montags und dienstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Zum Auftakt am 18. September wird der Besuch der Ausstellung vom Drehorgelspiel der Bürger- und Heimatvereinigung „Aule Mettmanner“ begleitet. Unterstützt wird die Ausstellung mit wertvoller Sachkenntnis und der Bereitstellung von Materialien von der Alzheimer-Gesellschaft Kreis Mettmann, den „Aulen Mettmannern“, der Volkshochschule, dem Sozialkaufhaus der Diakonie, der Stadtbibliothek, der Musikschule, dem Stadtarchiv sowie der Wohn-/Pflegeberatung der Stadt.