Es ist still im ehemaligen OGATA-Haus an der Düsseldorfer Straße 16, als der erste Vorsitzende des Kunsthauses Mettmann, Michalis Papadopoulos, die Schaufenster-Redaktion durch die frisch renovierten Räume führt. Nur die Kunst spricht. Sie flüstert, sie diskutiert, sie widerspricht und manchmal scheint sie den Betrachter geradezu anzuschreien.
Gleich hinter dem Eingang ziehen kräftige Farben den Blick auf sich. Wenige Schritte weiter laden sanfte Landschaften zum Verweilen ein. Expressionistische Werke hängen neben impressionistischen Kompositionen, fotorealistische Gemälde treffen auf abstrakte Formen. Dazwischen behaupten Skulpturen selbstbewusst ihren Platz im Raum und verleihen den ehemaligen Gruppenräumen eine völlig neue Wirkung.
Kaum etwas erinnert noch daran, dass hier Kinder in der Offenen Ganztagsschule (OGATA) ihre Nachmittage verbrachten. Wo gespielt, gelernt und gelacht wurde, ist jetzt eine Galerie entstanden, die in ihrer Form einzigartig im Kreis Mettmann sein dürfte.
„Wir wollten nicht einfach eine Ausstellung organisieren. Unser Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Kunst Menschen verbindet und Künstlerinnen und Künstler miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Michalis Papadopoulos. Gesagt, getan. Zahlreiche Mitglieder des Kunsthauses griffen zu Farbeimern, Werkzeug und Pinseln. Schäden wurden beseitigt, Räume renoviert und Ausstellungsflächen geschaffen. Aus einem leerstehenden Gebäude wurde mit viel ehrenamtlichem Engagement eine Galerie auf drei Etagen.
Dort präsentieren jetzt 54 Künstlerinnen und Künstler aus Mettmann, Ratingen, Heiligenhaus, Erkrath, Unterbach, Solingen und der niederländischen Stadt Rijen mehr als 250 Werke. Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen und weitere künstlerische Ausdrucksformen treten miteinander in einen spannenden Dialog. Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der Ausstellung aus. Hinter jeder Tür wartet ein neuer Blickwinkel, jede Etage erzählt ihre eigene Geschichte.
Der Titel „ME ART – Connections“ ist dabei Programm. Hinter der Ausstellung verbirgt sich eine Idee, die weit über die kommenden Wochen hinausreichen soll. Das Kunsthaus Mettmann möchte die Kunstvereine im Kreis enger miteinander vernetzen, den Austausch unter den Kunstschaffenden fördern und neue Kooperationen anstoßen. Gleichzeitig sollen kleinere Vereine und Künstlergruppen ohne eigene Ausstellungsräume eine Plattform erhalten. „Die Kunstszene im Kreis Mettmann ist unglaublich vielfältig. Mit dieser Ausstellung möchten wir Brücken bauen und zeigen, was gemeinsam möglich ist“, sagt Papadopoulos.
Aus dieser Idee könnte künftig ein festes Format entstehen. Geplant ist eine Biennale, die alle zwei Jahre von einem anderen Kunstverein im Kreis Mettmann ausgerichtet wird. Eine Initiative, die nach den Vorstellungen des Vereins nicht nur die Zusammenarbeit innerhalb der Kunstszene stärken, sondern auch die kulturelle Attraktivität der Städte erhöhen könnte, ohne die kommunalen Haushalte zusätzlich zu belasten. „Für mich ist diese Ausstellung ein Anfang“, sagt Papadopoulos. „Wenn Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen, wenn Künstler neue Kontakte knüpfen und Vereine enger zusammenarbeiten, dann haben wir genau das erreicht, was wir uns vorgenommen haben.“
Eröffnet wird „ME ART – Connections“ am Samstag, 25. Juli, um 16 Uhr von Sara Vogelsang, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Mettmann. Anschließend ist die Ausstellung an fünf Wochenenden geöffnet (bis zum 23. August). Sie erstreckt sich über drei Etagen, barrierefrei zugänglich ist jedoch nur das Erdgeschoss, in dem sich auch eine Cafeteria befindet.