Mettmann Neandertal Kalksteinbruch Pläne

Infoveranstaltung der GVM im Neandertal Museum : Pläne für die blaue Lagune im Kalksteinbruch

In wenigen Jahren endet der Kalkabbau im Neandertal. Was kommt danach? „Zaun drum und basta“, ist für Steinbruchbesitzer Schaefer und viele andere Akteure keine Option.

Genau das aber sieht der geänderte Regionalplan seit 2014 vor. Die Gesellschaft Verein zu Mettmann (GVM) hatte zu diesem Thema am 5. Juni ins Plenum des Museums eingeladen. Ende 2010 war das 92 Hektar große Areal des Kalksteinbruchs ein fester Bestandteil des NaturKulTour Neandertal, dem Masterplan für ein Kulturerbe der Eiszeit, war. Aufgrund unklarer Betriebslaufzeiten wurde das teilräumliche Konzept vorerst zurückgestellt. 2021/2022 läuft die Betriebserlaubnis nun voraussichtlich aus. Dann könnte die Umwandlung von 9,5 Hektar für eine touristische Nutzung erfolgen. Die aktuellen Überlegungen betreffen nur noch zehn Prozent des 92 Hektar umfassenden Gesamtgeländes.

Im Plenum des Neandertal Museum begrüßten Wolfgang Robrahn für den GVM sowie Willi Schaefer und Hermann Bell von der CoMin Gruppe (Betreiber des Kalksteinwerks Neandertal) die zur Initialveranstaltung eingeladenen Gäste.

Unter Ihnen waren Vorsitzende und Vorstände aus der lokalen Politik, aus dem Wirtschaftskreis Erkrath, aus Bürgervereinen, Lions, Rotariern, Mettmann Impulse und weiteren. Die Landtagsabgeordneten Martin Sträßer und Christian Untrieser waren ebenso unter den Gästen, wie Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz. Nur Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann fehlte, wie Willi Schaefer bei der Begrüßung der Gäste feststellte. Ute Stöcker und Bertold Becker von der Mettmanner CDU und SPD waren auch unter den Gästen.

Laut Willi Schaefer stehen Bezirksregierung und Kreis einer „leichten touristischen Nutzung“ positiv gegenüber. „Eine Änderung des Regionalplans ist aber nur mit breiter Unterstützung aus Politik und Öffentlichkeit zu erreichen“, betonte Schaefer. Er und Wolfgang Robrahn bedauern, dass das Projekt bisher von Bürgermeister Thomas Dinkelmann und der Mettmanner Verwaltung keine Unterstützung erhält. „Es reicht leider nicht, das „n“ für „neanderland“ ins neue Logo zu integrieren“, kommentierte Robrahn das fehlende Interesse aus dem Rathaus. Dabei könne das Projekt die Region aufwerten, das Gewerbesteuereinkommen der Stadt verbessern und neue Arbeitsplätze schaffen.

Inzwischen ist im Kalksteinbruch auf einer Fläche von 850 Metern Länge und 450 Metern Breite ein 90 Meter tiefer See entstanden, der dem Steinbruch bereits den Namen „blaue Lagune“ eingebracht hat. Überlegungen für die Nachnutzung gibt es bereits. So soll am inzwischen bewaldeten Sedimentationsbecken ein Vogelschutzgebiet mit zwei Beobachtungstürmen entstehen. Ein Spa Hotel am See und eine Jugendherberge sind ebenso geplant, wie ein „Haus der Sinne“.

Eine Ökologische Bildungsstätte könnte die Bedeutung der Region stützen. Gastronomie könnte dort ebenso Platz finden, wie ein Parkplatz und ein Wohnmobilstellplatz, die das Tal und den Museumsbereich vom Verkehr entlasten. Nach der Verschüttung 2014 wurde eine Zuwegung vom Erkrather Weg geschaffen, sodass die Anfahrt von dieser Seite aus erfolgen kann. Ein Rundwanderweg und eine Wegeverbindung zum Museum sollen ebenfalls entstehen und der Regiobahnhof Neandertal liegt nur wenige Gehminuten entfernt.

„Für all das müssten keine Naturflächen beseitigt werden, denn der dafür vorgesehene Bereich ist schon seit mehr als 100 Jahren versiegelt und in industrieller Nutzung“, erklärt Schaefer den Zuhörern und präsentierte das Gebiet mit einem aktuellen Film aus der Vogelperspektive.

Anschließend konnten sich die Teilnehmer während einer Bustour durch den Steinbruch ein reales Bild machen. Das Feedback war positiv. Die Mettmanner Ratsfraktionen wollen sich überwiegend gemeinsam für das Projekt einsetzen, dass mit Hilfe privater Investoren umgesetzt werden soll. Am 4. Juli wird es eine weitere Präsentation beim Wirtschaftsfrühstück im Weltspiegel Kino vor Führungskräften der Wirtschaft aus Mettmann und Erkrath geben. Interessierte Bürger haben am 18. September bei einer Podiumspräsentation im Foyer der Neandertalhalle Gelegenheit mehr über das Projekt zu erfahren.

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