1. Die Stadt

Gleichstellungsbeauftragte sorgt sich um die Folgen der Corona-Krise für Frauen

Corona-Pandemie : „Frauen sind besonders hart betroffen“

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Mettmann wollen die Interessen der Frauenstärken sowie erneut auf die erheblichen Beeinträchtigungen für Frauen und Mädchen in der Krise aufmerksam machen.

In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es: „Krisen verstärken alle existierenden Ungleichheiten. Dies trifft auch auf die durch COVID-19 ausgelöste Krise zu. Frauen und Mädchen zählen in allen Gesellschaften zu benachteiligten Gruppen und sind aus diesem Grund von der Pandemie und ihren Folgen besonders hart betroffen. Dies führt zu unmittelbaren gesundheitlichen, wie auch zu längerfristigen ökonomischen Folgen.

Zudem sind Krisenzeiten für Frauen besonders gefährlich, da sie schlechter vor häuslicher und sexualisierter Gewalt geschützt sind. Schließungen und Angebotseinschränkungen von Kitas und Schulen verstärken zudem die Rückkehr zu alten Rollenbildern. In der Regel bleibt die Doppelbelastung von Erwerbs-und Erziehungsarbeit an den Frauen hängen. Wichtig ist daher zu beobachten, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Gleichstellung von Frauen und Männern haben wird.

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, befürchtet sogar, dass die Gleichstellung um 30 Jahre zurückgeworfen werden könnte. Die Pandemie hat gezeigt, dass plötzlich Rollenmuster der 50er-Jahre in deutsche Haushalte einzogen: Die Frau zu Hause bei Kindern und Küche, der Mann am Schreibtisch.

Dieses überholte ,Alleinernährermodell‘ bedeute jedoch einen enormen Rückschritt für die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Möglich wird diese Entwicklung u.a. dadurch, dass die Gremien und Krisenstäbe die die Probleme auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene managen, hauptsächlich von Männern besetzt sind. Somit werden wichtige Belange der Frauen und Kinder während der Corona-Pandemie zu wenig oder kaum beachtet.

Die Politik sollte die Auswirkungen der Corona-Krise kritisch beleuchten und daraus lernen. Maßnahmen des Staates und der Wirtschaft sollten Gleichstellung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern. Als Gleichstellungsbeauftragte der Städte im Kreis Mettmann setzen wir uns für diese Ziele in der täglichen Arbeit ein und bitten Sie um Ihre Unterstützung. Schließen Sie sich aktiv unter dem Motto „Wann, wenn nicht jetzt?!“ dem gemeinsamen Aufruf der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten mit mehr als 20 bundesweit aktiven Verbänden, Organisationen und Gewerkschaften an. Bitte unterstützen Sie den Aufruf der Bundesarbeitsgemeinschaft https://www.frauenbeauftragte.org mit Ihrer Unterschrift und teilen Sie ihn in Ihren Netzwerken!"