1. Die Stadt

Das EVK in Mettmann wird erweitert.

EVK : Die Zeichen stehen auf Wachstum

Viele Krankenhäuser kämpfen in diesen Tagen um ihre Existenz, einige mussten bereits aufgeben, auch im Kreis Mettmann. Umso erfreulicher sind die Neuigkeiten über das EVK an der Gartenstraße in Mettmann, das in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert: Die Zeichen stehen auf Wachstum.

„Wir werden als wichtiger Regionalversorger in Sachen Gesundheit im Kreis künftig eine noch bedeutendere Rolle einnehmen“, erklärt Geschäftsführerin Jessica Llerandi Pulido im Rahmen einer Pressekonferenz. Monatelange Verhandlungen in der Krankenhausplanung für das Land Nordrhein-Westfalen sind nun am Ende, der Feststellungsbescheid der Bezirksregierung Düsseldorf ist im Evangelischen Krankenhaus Mettmann eingegangen und damit ist die auf Expansion ausgerichtete Marschroute offiziell.

„Ich freue mich sehr, dass die unzähligen, langen Arbeitstage und Verhandlungen im Rahmen der Krankenhausplanung für dieses Haus zu einem richtig guten Ergebnis gekommen sind“. so die Geschäftsführerin.

Über Monate hat sie Konzepte und Strategien entwickelt, um das EVK Mettmann für die Zukunft zu rüsten. „Die Verhandlungen für den Verbleib fast aller bisherigen Leistungen an unserem Haus waren ebenso Bestandteil, wie die Bewerbung um neue Fachabteilungen bei uns. Wir wollen und müssen den Menschen im Kreis Mettmann, aber auch darüber hinaus, eine sichere, qualitativ bestmögliche medizinische Leistung anbieten – ambulant wie stationär.“

Wichtigste Neuerung: Der Standort wird mit einer Abteilung für Geriatrie, Neurologie und Stroke Unit erweitert. Dazu entsteht ein viergeschossiger Anbau am Bestandsgebäude, die Anzahl der Betten wird sukzessiv auf 320 erhöht. Allerdings: Die Abteilungen für HNO-Erkrankungen und die für Senologie fallen künftig weg.

Chefarzt Dr. med. Oliver Hofer betont die Bedeutung der Erweiterung: „Das ist ein Meilenstein für den Kreis Mettmann.“ Insbesondere der Schlaganfall benötige eine schnelle Diagnostik und Behandlung mit entsprechender medizin-technischer Infrastruktur, um Langzeitschäden zu vermeiden oder zu minimieren.

Die Patienten hier ganzheitlich versorgen zu können, steigere die Qualität der medizinischen Versorgung immens. Auch hinsichtlich steigender degenerativer Erkrankungen sei die Neurologie und Geriatrie die Medizin der Zukunft. „Mit unseren derzeit vier Medizinischen Versorgungszentrumsstandorten (MVZ), einer Kurzzeitpflege, ambulanter Reha, Angeboten zur Prävention und der interdisziplinären Krankenhausversorgung, bieten wir fortan eine umfassend verzahnte Medizin. Und genau das benötigen wir – eine wohnortnahe, interdisziplinäre Grund- und Regelversorgung für eine Gesellschaft, die älter und zunehmend multimorbide wird. Wir leisten das“, sagt Jessica Llerandi Pulido.

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Was so gut klingt, erfordert aber auch in diesem Jahr viel Arbeit. „Wir brauchen weiterhin gute Fachkräfte in Medizin und Pflege“, weiß Pflegedirektorin Dorothea Sandhäger. Auch wenn das Haus durch die Schließung zweier Krankenhäuser im Kreis Fachkräfte gewinnen konnte, so seien weitere Bewerber willkommen. „Wir etablieren neue Abteilungen, steigern die Bettenanzahl – für die Umsetzung müssen wir auch personell wachsen“, so Sandhäger weiter.

Die geriatrische Versorgung ist bereits angelaufen, die neurologische Abteilung soll im Frühjahr starten und die Stroke Unit wird im Zuge der in Kürze beginnenden Bauarbeiten, die im Vorfeld einiges an Planung bedürfen, im Bestandsgebäude im Bereich der Intensivmedizin errichtet.

Jessica Llerandi Pulido: „Das Jahr 2024 wird arbeitsintensiv, aber die Arbeit lohnt sich, denn sie sichert die Zukunft dieses Krankenhauses und damit einer sehr guten medizinischen Versorgung im Kreis Mettmann.“