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„MItnahmebank“ eingeweiht: Raus aus Obschwarzbach

„MItnahmebank“ eingeweiht : Raus aus Obschwarzbach

Mit zweijähriger pandemiebedingter Verspätung wurde am vergangenen Wochenende in Obschwarzbach die erste „Mitnahmebank“ in Mettmann eingeweiht. Die Initiatoren sehen darin eine zeitgemäße Erweiterung der Mobilität.

Wer in Obschwarzbach lebt, der weiß die Ruhe zu schätzen, die ländliche Umgebung, die Nähe zur Natur. Allerdings bringt die Abgeschiedenheit zwangsläufig auch Nachteile mit sich: Ohne Auto sieht es in Sachen Mobilität düster aus, Busse fahren selten, die nächsten Orte und auch die Mettmanner Innenstadt sind drei bis vier Kilometer entfernt. Nun gibt es eine Alternative zum eigenen Fahrzeug und zum öffentlichen Nahverkehr:

Am vergangenen Wochenende hat der CDU-Stadtverband gemeinsam mit dem Bürgerverein Obschwarzbach die erste „Mitnahmebank“ in Mettmann eingeweiht. Sie steht an der Bushaltestelle in der Ostpreußenstraße. Wer mitgenommen werden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und das Richtungsschild für die entsprechende Ortswahl betätigen. Findet sich ein Fahrzeughalter, der in die gleiche Richtung fährt, besteht die Möglichkeit zur Mitnahme. „Obschwarzbach ist prädestiniert für eine solche Einrichtung – wegen der Lage, aber auch weil hier jeder jeden kennt“, sagt Ute Stöcker von der CDU.

Die Politikerin hat das Projekt maßgeblich vorangetrieben, mit tatkräftiger Unterstützung des ortsansässigen Bürgervereins. „Gestartet sind wir mit dieser Idee vor gut zwei Jahren“, erzählt sie. Nachdem der Bürgerverein den Bedarf in der Bevölkerung abgeklopft hat, stellte die CDU im Jahr 2020 einen Antrag im Sozialausschuss, der eine Verpflichtung zur Einbauhilfe einer solchen Bank durch den Bauhof der Stadt Mettmann festlegte. Nach der Auswahl der passenden Bank für diese Zwecke, der Erstellung der notwendigen Richtungsschilder für den Mitnahmewunsch (Mettmann, Wülfrath oder Ratingen) und der Abstimmung über den bestmöglichen Ort der Aufstellung mit dem Bürgerverein Obschwarzbach, ging es ans Werk.

Der Baubetriebshof der Stadt Mettmann hat den Einbau der Bank in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Bürgervereins, Daniel Cyrulinski, vorgenommen. „Jetzt muss die Sache erst einmal bekannt werden und sich dann etablieren“, sagt Ute Stöcker. In Obschwarzbach sollen in Kürze Banner im Bürgerhaus ausliegen mit der Aufschrift „Ich nehm‘ dich mit“. Wer ein solches hinter seine Windschutzscheibe legt, zeigt, dass er sich an der Aktion beteiligt und mit den Regularien vertraut ist.

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„Allerdings ist das Banner keine Bedingung, um jemanden mitzunehmen“, betont Ute Stöcker, „das geht auch ohne.“ Die Politikerin hofft, dass sich durch die Nutzung auch Fahrgemeinschaften herausbilden. In anderen Städten sei dies durchaus der Fall gewesen. Das würde auch dem Grundgedanken des Projekts entsprechen, nämlich nachhaltige und zeitgemäße Mobilität zu ermöglichen. Ob die Mitnahmebank auch für andere Stadtteile Mettmanns in Frage käme, lässt Ute Stöcker noch in der Schwebe: „Ich halte das für möglich, aber erst einmal müssen wir jetzt schauen, wie es in Obschwarzbach läuft.“

Die Anschaffungskosten von rund 1000 Euro für die Mitnahmebank hat der CDU-Stadtverband getragen.

(dir)