Andrea und Ralf Buscher sind sich sicher: Wir bleiben, wie wir sind! Ein sympathisches Schützenkönigspaar

Mettmann · Andrea und Ralf Buscher wurden über Nacht zu echten Lokalgrößen. Auf der vergangenen Johanneskirmes schoss sich der Mettmanner an die Spitze der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1435 e.V. und darf seit vergangene Woche Dienstag nun offiziell die Königswürde tragen.

 Andrea und Ralf Buscher sind das neue Schützenkönigspaar der St. Sebastianer.

Andrea und Ralf Buscher sind das neue Schützenkönigspaar der St. Sebastianer.

Foto: TB

Dabei ist der gebürtige Wuppertaler völlig überrascht worden.

"In der zweiten Runde hat sich niemand gefunden, der König werden möchte", erinnert sich Buscher. Nach einem kurzen Blickkontakt mit der Liebsten und einem sekundenlangen Informationsaustausch mit Ex-König Uwe Büssers stand die Entscheidung fest: "Ich mach's!" Was darauf folgte, ist für das Paar noch immer wie ein kleiner Traum. "So viele Menschen haben uns gratuliert, unterstützt und angesprochen. Wir sind noch immer ganz begeistert", schwärmt Andrea Buscher.

Die erste Feuertaufe war für das Paar der vergangene Weinsommer. "Wir standen bei der Eröffnung mit auf der Bühne und durften an der traditionellen Weinprobe teilnehmen. Das war ungewohnt, aber auch schön." Die erste Dame des Vereins macht keine halben Sachen. "Noch wissen wir nicht so genau, was alles auf uns zukommt. Doch wenn wir etwas anpacken, dann richtig. Ich werde mich jetzt schlau lesen und mich in die Materie hineindenken." Die Familie Buscher blickt nicht etwa auf eine generationsübergreifende Schützenvergangenheit zurück. Ganz im Gegenteil. "Wir sind erst seit 18 Monaten dabei", verrät Königin Andrea Buscher und muss selbst etwas schmunzeln. "Wir sind gesellige Menschen, finden den Grundgedanken des Vereins toll und wollten uns ehrenamtlich engagieren."

Das haben die Hoheiten in den eineinhalb Jahren bereits gelernt. "Schütze zu sein, bedeutet nicht nur Party. Der Verein ist in vielen caritativen Bereichen engagiert." Als sich Vater Ralf mit dem Abschuss der Königsplakette auf den Thron manövrierte, staunten die beiden jüngsten Buschers, Maximilian (16) und Jana (14), nicht schlecht. "Unsere Kinder wollten sich gerade etwas Kirmesgeld abholen, als sich mein Mann zum König schoss. Danach ging alles ganz schnell. Die beiden wussten gar nicht, was los war", erinnert sich Andrea Buscher lächelnd. "Mittlerweile finden sie die Idee aber auch toll und sind sogar ein bisschen stolz." Wenn die Buschers nicht gerade Hoheiten "spielen", verbringen sie ganz viel Zeit mit der Familie. "Unsere Familie macht uns aus! Das wird sich auch nicht ändern. Wir bleiben, wie wir sind."

Während es Königin Andrea Buscher zu den wöchentlichen Zumba-Kursen fährt, zieht es Schützenkönig Ralf Buscher eher auf den Schießstand des Vereins. Dass der Jahreskalender jedoch so einige zusätzliche Termine vorsieht, ist dem Paar durchaus bewusst. "Darauf haben wir uns eingestellt. Wir wollen natürlich auch die anderen Vereine besuchen und unsere ganz eigene Note in die Session einbringen", sagt Andrea Buscher, die als Versicherungsfachfrau direkt im Herzen der Innenstadt arbeitet. "Seit zwei Jahren sitzt meine Firma, die Gothaer Bezirksdirektion Matthias Heller, an der Gartenstraße." Lediglich Ralf Buscher muss als Orthopädietechnikermeister bis ins Sanitätshaus Luttermann nach Essen fahren. "Da ist eben Organisation gefragt!" Damit diese nicht auf nur auf vier Schultern verteilt wird, konnten sich die Hoheiten ein motiviertes Helferteam zusammenstellen. "Kornelia Hann und Beatrice Themann sind meine beiden Ehrendamen, mein Mann hat sich unseren Freund und Nachbarn Andreas Themann als Adjutant ausgesucht. Weitere helfende Offiziere sind Stefan Gebauer und Thomas Gonschorek. Wir werden tatkräftig unterstützt, bekommen Hilfe von allen Seiten und freuen uns einfach auf ein tolles Jahr!"

Info: Die St. Sebatianus Schützenbruderschaft hat rund 265 Mitglieder, wobei lediglich ein Drittel aktiv ist. Mit ihrem diesjährigen Einsatz hofft das Paar, auch anderen Mitgliedern Mut für die Königswürde zu machen.