Die SPD beantragt, die Johannes-Flintrop-Straße wieder für den Verkehr zu öffnen: „Die Stimmung ist nur noch negativ - das wollen wir ändern“

Die SPD beantragt, die Johannes-Flintrop-Straße wieder für den Verkehr zu öffnen : „Die Stimmung ist nur noch negativ - das wollen wir ändern“

Geht es nach der Mettmanner SPD, wird der Verkehr bald wieder - in abgeschwächter Form - durch Johannes-Flintrop- und Breite Straße fließen. Damit würde die Netztrennung teilweise wieder aufgehoben. Die Schwarzbachstraße soll allerdings gesperrt bleiben.

Die SPD hat sich richtig in das Thema Verkehrsführung in Mettmann eingearbeitet, das muss man den Genossen hoch anerkennen. So ausführlich und detailiert wurden die Verkehrsströme in der Kreisstadt bisher selten öffentlich präsentiert wie beim heutigen Pressegespräch. Vor allem nicht im von der Stadt in Auftrag gegebenen Verkehrsentwicklungsplan. Und durch diese Analysen sind die Sozialdemokraten zu völlig neuen Ansichten gelangt. Drei neue Anträge, die es in sich haben, möchte die SPD im Ausschuss für Planung, Verkehr und Umwelt am Mittwoch, 11. September, einbringen. Die größte Sensation ist dabei sicherlich ein Antrag, die Durchfahrt Johannes-Flintrop-Straße und Breite Straße wieder zu erlauben, allerdings in abgespeckter Form.

„Wir möchten die Verkehrsberuhigung auf der unteren Johannes-Flintrop-Straße wieder öffnen und diesen Bereich zwischen Einmündung Schwarzbachstraße und Breite Straße probeweise für ein halbes Jahr öffnen“, sagt Heribert Klein, Ortsvereinsvorsitzender und neuer Verkehrspolitischer Sprecher der SPD. Dann soll dort ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit einem Tempolimit von 10 bis 20 km/h eingerichtet werden. Ob diese dann wieder geöffnete Durchfahrt für die Autofahrer attraktiv sein wird, bezweifeln die Sozialdemokraten zwar, sie erhoffen sich davon jedoch eine Entlastung der Nord-, Eich-, Lutterbecker- und Berliner Straße, die seit der Netztrennung quasi aus allen Nähten platzen.

Autofahrer, die aus Wülfrath kommen, können so wieder über Johannes-Flintrop-Straße und Breite Straße in Richtung Talstraße fahren. Auch von der Talstraße soll die Fahrt über Breite- und Johannes-Flintrop-Straße dann wieder möglich sein. Abbiegen auf dem Jubiläumsplatz in Richtung Schwarzbachstraße ist jedoch weiterhin nicht erlaubt. Auch nicht, um schnell das Parkhaus zu erreichen.

Grund für den Sinneswandel bei der SPD ist die „Negativstimmung“ in Mettmann, wie Florian Peters, der Fraktionsvorsitzende der SPD Mettmann sagt. „Außer bei den After-Work-Partys von Silvio oder bei Festivitäten ist die Stimmung in Mettmann nur noch schlecht“, sagt Peters. Sowohl bei den Bürger-Initiativen, den Anwohnern der Ausweichstraßen - vor allem in Norden Mettmanns - als auch beim Handel würde die Netztrennung immer noch kritisch gesehen. „Und sind wir doch mal ehrlich, so wie sich der Jubiläumsplatz jetzt darstellt, sieht er aus wie ein Beton-Busplatz. Die Netztrennung kommt in dieser Form nicht an.“

Die neuen Vorschläge der SPD sind im Unterschied zur Idee vom Shared Space am Jubi, die von der CDU kam, nicht mit Umbauarbeiten verbunden. „Das Auto hat dann Vorrang“, sagt Heribert Klein. Das heißt, es könnten Zebrastreifen eingerichtet werden, Gehwege und die Fahrbahn müssten jedoch nicht auf einer Ebene sein, wie bei der Shared-Space-Variante der CDU. Für eine Testphase müsste nicht viel geändert werden. „Und wenn die Sache nicht funktioniert, dann wird es eben wieder geändert“, sagt Klein.

Überhaupt sei es ja nicht das Ziel, diesen verkehrsberuhigten Bereich wieder attraktiv für die Autofahrer zu machen. „Wir brauchen jedoch Alternativen und müssen die Verkehrsflüsse besser leiten“, sagt Florian Peters. Das Tempolimit, die Kontrollen und auch die Wartezeiten etwa an der Talstraße/Ecke Breite Straße wären ja nach wie vor eher abschreckende Faktoren für eine Durchfahrt. Doch kilometerweite Umwege von Mettmann-Süd zum Bauhof wären so Geschichte. Und vielleicht hellt sich die Stimmung bei dem ein oder anderen Mettmanner dann wieder auf. Zumindest wenn es nach der SPD geht.

(FF)