Kunsthaus Mettmann „Da möchte man reinbeißen“

Mettmann · Jedes Bild eine neue Entdeckung – die Mitgliederausstellung im Kunsthaus Mettmann bietet dem Publikum eine beeindruckende Auswahl künstlerischen Schaffens und zeigt dabei, wie lebendig Mettmanns Kunstszene ist.

 Das Kunsthaus Mettmann setzt mit der Mitgliederausstellung ein erstes künstlerisches Ausrufezeichen im noch jungen Jahr 2023. Kurator Lothar Weuthen und seinem Team oblag die schwierige Aufgabe, verschiedenste Werke zu einem harmonischen Ganzen zu fügen. Ein Highlight der Schau: das fotorealistische Stillleben von Ekaterina Gasmi (links im Bild).

Das Kunsthaus Mettmann setzt mit der Mitgliederausstellung ein erstes künstlerisches Ausrufezeichen im noch jungen Jahr 2023. Kurator Lothar Weuthen und seinem Team oblag die schwierige Aufgabe, verschiedenste Werke zu einem harmonischen Ganzen zu fügen. Ein Highlight der Schau: das fotorealistische Stillleben von Ekaterina Gasmi (links im Bild).

Foto: D. Herrmann

Fast meint man die Folie knistern zu hören, und beim Anblick der Erdbeeren läuft einem förmlich das Wasser im Munde zusammen. „Da möchte man doch reinbeißen, nicht wahr“, sagt Lothar Weuthen und lacht. Recht hat er. Das großformatige, farbenprächtige Stillleben von Ekaterina Gasmi wirkt frappierend echt und macht dabei nicht nur Appetit auf frische Früchte, sondern vor allem Lust auf Kunst. Es zählt zu den Höhepunkten der an Attraktionen nicht armen diesjährigen Mitgliederausstellung des Kunsthauses Mettmann, die am Freitag eröffnet hat und nun zwei Wochen lang zur Besichtigung einlädt. 51 Künstlerinnen und Künstler präsentieren über 100 aktuelle Exponate aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur.

Die Vielfalt der Themen und Herangehensweisen ist immens, aber dank durchdachter Aufteilung im Kunsthaus entsteht dennoch nicht der Eindruck der Beliebigkeit. Hier hat das Kuratorenteam, namentlich Lothar Weuthen, Sylvia Knust-Schubert und Henrik Wischnewski, einmal mehr ganz Arbeit geleistet. Die etwas verwinkelten Räumlichkeiten leisten dem guten Gesamteindruck noch Vorschub. Allerdings sind die Kapazitäten damit auch weitgehend ausgeschöpft, gesteht Lothar Weuthen: „Langsam wird es eng.“ Zumal der Verein Kunsthaus Mettmann in der jüngeren Vergangenheit einen regen Zulauf zu verzeichnen hatte.

Mittlerweile beläuft sich die Zahl der aktiven Mitglieder des Vereins Kunsthaus Mettmann auf 75, insgesamt sind es 145. „Im letzten Jahr dürften ungefähr zehn Neue hinzugekommen sein“, erzählt Lothar Weuthen. Dies zeige vor allem, welch guten Ruf das Kunsthaus Mettmann auch über die Grenzen der Stadt hinaus genieße. Im Jahr 2013 habe man noch in der Lohstraße ausgestellt, seinerzeit mit sieben Künstlern. Der Zuwachs hängt natürlich nicht zuletzt mit dem großen Interesse zusammen, auf das die Kreativen in Mettmann stoßen.

Die Ausstellungen an der Mühlenstraße sind stets gut besucht, das gilt insbesondere für wiederkehrende Veranstaltungen wie die MEopen Art oder eben die Mitgliederausstellung, die zu Beginn eines jeden Jahres das Publikum lockt.

„Die Mettmanner interessieren sich dafür, was im Kunsthaus passiert“, konstatiert Lothar Weuthen. Und man darf getrost davon ausgehen, dass auch der Zuspruch für die aktuelle Schau zufriedenstellend ausfällt. Der Boden dafür ist zumindest bereitet. In jedem Raum des Kunsthauses erwartet den Besucher eine neue Überraschung, vom opulenten Farbenrausch über naive Malerei bis hin zum ausgestopften Hasen. Marianne Pietsch wagt den abstrakten „Landeanflug“, Angelika Lorenz hat Salvador Dali ein Denkmal in Orange gesetzt, Ullrich Manske verliert sich in multiplen Persönlichkeiten, Dr. Petra Witthöft-Manske zeigt in einer übermalten Fotografie, wie Gott die Erde schuf und Ben-Justus Bremer prangert in einer bedrohlich dunklen Fotomontage die „Zerstörung der Natur“ an. Den Erlös aus dem Verkauf dieses Werks will der Künstler übrigens verdoppeln und dem Nabu spenden.

Und so man denn tatsächlich ein dominantes Thema in dieser Schau ausmachen wollte, dann wäre es wohl die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur, die sich beispielsweise auch im nachdenklichen Beitrag „Mutationen“ von Lothar Weuthen wiederfindet. „Das ist im Moment ein wichtiges Thema, auch in der Kunst“, sagt er, „und wir überlegen gerade, dies eventuell bei der nächsten ME open Art in den Mittelpunkt zu rücken.“ Die Teilnehmer sind dann angehalten, ein Werk zu diesem Sujet anzufertigen. Ganz anders als bei der Mitgliederausstellung. Hier dürfen sich die Künstlerinnen und Künstler nach Gusto austoben. Und das haben sie.

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 5. Februar im Kunsthaus Mettmann, Mühlenstraße 27/29; Öffnungszeiten: freitags 17 bis 19 Uhr, samstags 11 bis 15 Uhr, sonntags 14 bis 18 Uhr.

(dir)
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