1. Die Stadt

Lockdown-Lockerungen: „Wir stehen in den Startlöchern“

Lockdown-Lockerungen : „Wir stehen in den Startlöchern“

Die Inzidenz sinkt, die Impfquote steigt und mit ihr die Hoffnung auf etwas mehr Normalität. Wann kehrt das Leben zurück in die Mettmanner Innenstadt? Im Interview mit dem Schaufenster Mettmann spricht Geschäftsfrau Cora Fuchs über aktuelle Stimmungen und Ideen für die Zukunft.

Lang war die Durststrecke für den Handel: Seit November letzten Jahres durfte ein Großteil der Mettmanner Geschäftsleute seiner Tätigkeit entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt nachgehen. Entsprechend hoch sind die Umsatzverluste. Doch nun, mit steigender Impfquote und fallender Inzidenz, scheint eine Rückkehr zur Normalität in greifbare Nähe zu rücken. Hoffnung macht sich breit, Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister scharren mit den Hufen. Cora Fuchs betreibt das Geschäft „Miss Fox“ in der Mettmanner Innenstadt und ist Mitglied der Händlerinitiative ShopKultur ME. Sie setzt darauf, dass nun alle gemeinsam an einem Strang ziehen, Geschäftsleute, Stadt und Kunden. Damit wieder Schwung in den Handel kommt und das Leben in die Innenstadt zurückkehrt.

Frau Fuchs, wie empfinden Sie derzeit die Stimmung unter den Händlern in Mettmann?

  • Wiebke Meins von der Columbus-Apotheke freut
    Hilfe in Corona-Zeiten : Unterstützen Sie den Mettmanner Kinderschutzbund
  • Michaela Noll, Mitglied des Bundestages.
    Mettmanner Kita erhält Fördermittel
  • An diesen Stellen kann gespielt werden.⇥Grafik:
    Zwölf mögliche Standorte wurden dafür ins Visier genommen : Die bespielbare Innenstadt

Cora Fuchs: Ich würde schon sagen, dass eine gewisse Aufbruchstimmung herrscht. Nicht euphorisch, aber hoffnungsvoll und mit viel Optimismus. Das gilt übrigens nicht nur für die Geschäftsleute, sondern auch für die Kunden, mit denen ich mich unterhalte. Es herrscht Freude darüber, dass sich etwas bewegt und zwar in die richtige Richtung. Wir machen uns keine Illusionen, dass wir hier nächste Woche  ohne Maske in die Geschäfte spazieren und alles ist wie früher. Aber wir stehen in den Startlöchern.

Kleine Fortschritte können ja  auch schon viel bewirken. Wenn zum Beispiel, was absehbar ist,  die Außengastronomie wieder stattfindet.

Absolut richtig. Ich schaue hier von meinem Geschäft aus immer auf das Café dal Nonno. Wenn dort wieder Menschen sitzen und ihren Latte macchiato trinken, dann vermittelt das natürlich einen völlig anderen Eindruck. Das wird viel mit uns machen.

Wie stark hat nach Ihrer Kenntnis der Einzelhandel bislang unter der Situation gelitten?

Von einer durch die Pandemie bedingten Schließung habe ich bislang glücklicherweise noch nicht gehört. Ich spreche mit den Kollegen und höre von vielen Sorgen. Die finanziellen Einbußen sind groß. Manchmal hat es mit der staatlichen Unterstützung  nicht richtig funktioniert. Viele mussten an ihre eisernen Reserven, manche sagen, dass sie nicht mehr lange durchhalten. Aber es gibt auch Kampfgeist und den Willen durchzuhalten. Und ganz wichtig ist  in diesem Zusammenhang, dass die Menschen in Mettmann uns unterstützt haben, indem sie die Angebote, die wir als Händler machen konnten, auch angenommen haben. Für diese Treue der Kunden sind wir alle sehr dankbar.

Gibt es jetzt schon Ideen, wie der Handel in Mettmann wieder Fahrt aufnehmen kann?

Ja gibt es. Derzeit noch mit angezogener Handbremse, weil die Situation schwer einzuschätzen ist. Aber die Wirtschaftsförderung Mettmann, wir von ShopKultur ME, die Werbegemeinschaft Mettmann Impulse und Galerie Königshof stehen im Austausch, um zu gegebener Zeit gemeinsame Aktionen an den Start zu bringen.

Trotz der harschen Auflagen für den Einzelhandel während des Lockdowns haben die Geschäftsleute in Mettmann ihren Kopf nicht in den Sand gesteckt. Mit Tatendrang suchten und fanden sie Möglichkeiten, ihre Kunden bei der Stange zu halten. Das Schaufenster Mettmann hat einige Erfahrungen exemplarisch zusammengetragen.

Michael Hoffstaedter, Modehaus Hoffstaedter über Click & Collect:

Meine Kundinnen fanden es gut, dass sie die Möglichkeit hatten, Ware am Laden abzuholen. Oft wurde gesagt: „Schön, dass Sie trotzdem da sind!“

Bernd Wychlacz, art-reisen:

Habe 2 E-Scooter gekauft. Bei Buchung bekommen die Kunden eine Stunde Fahrspaß geschenkt. Bin gespannt, wie es angenommen wird.

Frithjof Nentwig, Nentwig Fotografie:

Wir machen immer ein lustiges Maskenbild vom Kunden zur Erinnerung mit dazu, wenn Passbilder und Bewerbungsfotos bei uns gemacht werden. 

Online hat sich bei mir viel getan. ich habe, um auch ganz kurzfristig für die Kunden erreichbar zu sein, WhatsApp Business eingerichtet und auf der Homepage und über Facebook zusätzlich Möglichkeiten zur Online Terminvereinbarung eingerichtet. Für meine Schmuckstücke habe ich einen Shop bei Etsy errichtet, ein eigener Online Shop wird folgen.

Ich habe in den letzten Wochen sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Kundinnen Ware zur Auswahl mit nach Hause zu geben. Ich war fast täglich einige Stunden im Laden, hab viel an der Tür gezeigt und Auswahltüten mitgegeben. Ganz viel wurde behalten und die Kundinnen haben sich mehrfach für das Vertrauen bedankt.

Das kann ich nur bestätigen. Ware aus dem Fenster ausgesucht, wurde vorbei gebracht zum Anprobieren, hat gepasst und gefallen und dann habe ich ganz bequem überwiesen.

Ich habe Whatsapp Business eingerichtet, das wurde sehr gut angenommen, so dass ich das weiter beibehalten werde. Die erste Click & Meet Gelegenheit am Samstag war bei uns ausgebucht. Wir mussten sogar Überstunden machen, um alle Kundinnen zu bedienen. Die Kundinnen möchten einfach das persönliche Gespräch und die Beratung haben, die Ware anfassen und probieren.

(dir)