1. Kreis

In Erkrath, Hilden, Langenfeld, Heiligenhaus und Wülfrath : Die neanderland BIENNALE 23 geht in die zweite Runde

In Erkrath, Hilden, Langenfeld, Heiligenhaus und Wülfrath : Die neanderland BIENNALE 23 geht in die zweite Runde

Am letzten Wochenende wurde die 11. neanderland BIENNALE bei bestem Wetter eröffnet. Nun geht es in die zweite Runde des kreisweiten Theaterfestivals: die besonderen SpielRäume sind die Höhle im Neandertal No.1, der Ellen-Wiederhold-Platz mitten in Hilden, der stillgelegte Bahnsteig am Panorama Radweg in Heiligenhaus, das Gelände um die Wasserburg Haus Graven sowie der Kirchplatz in Wülfrath.

Das Programm ist nicht minder vielseitig. Gezeigt wird ein Chanson-Abend, Straßenperformance, ein interaktiver Waldparcours sowie Musik- und Kindertheater. Zum Auftakt der zweiten Festivalwoche findet am Donnerstag, 24. August, das kleine feine Konzert von Ursi Pfennig statt. Unter dem Titel „Eine Frau“ singt sie Lieder aus ihrem Debüt-Album, das im nächsten Frühjahr veröffentlicht werden soll. Hier bietet sich eine seltene Gelegenheit, sie live zu erleben und ihre frischen Songs zu hören. Begleitet von zwei hochklassigen Musikern bringt Ursi Pfennig neo-nostalgischen Retro-Folk in deutscher Sprache in die Höhle des Neandertal No. 1. Sie vereint Tradition von altem Liedgut mit spürbaren Texten und könnte als Freundin von Hildegard Knef durchgehen, nur singender. Ihre Songs bewegen sich zwischen Leichtigkeit und Melancholie und haben nicht selten einen subtilen, ironischen Twist. Dabei ist das Trio ganz nah am Publikum und sucht den Dialog. Hinter der Kunstfigur Ursi Pfennig verbirgt sich die in Köln lebende Songschreiberin, Sängerin, Produzentin und Dozentin Anikó Kanthak. Besucher können sich auf hochkarätige Musik in einer tollen Location mit bester Akustik freuen! Beginn ist um 20 Uhr. Tickets gibt es zu für 10 Euro zzgl. Gebühren über neanderticket.de. Es gibt eine Pause und das Café Neandertal No. 1 öffnet die Bar.

Am Freitag, 25. August, um 18 Uhr geht es dann weiter mit der Straßenperformance „Mauerrisse“ des Teatro Due Mondi aus Italien auf dem Dr.-Ellen-Wiederhold-Platz in Hilden – umsonst und draußen. Es geht um das Überwinden von Mauern, Grenzen und Differenzen. Wesentliches Bühnenelement sind fünf Metallwände auf Rollen, die immer neu zusammengesetzt und bewegt werden. So entstehen Mauern, Schwingtüren, Grenzen, Tore und ein spiegelglattes Meer. Sie stehen für Mauern und Grenzen aus Stein und Zäunen, die physisch unüberwindbar sind, aber auch für zwischenmenschliche und individuelle Mauern der Angst und des Misstrauens. Die Schauspieler stoßen an diese Mauern, versuchen, sie zu überwinden, werden zurückgewiesen, versuchen es wieder, suchen nach neuen Wegen. Die Performance ist visuell ansprechend mit tänzerischen und musikalischen Elementen, inhaltlich gut verständlich – ganz ohne Sprachbarriere, stattdessen mit großer Spielfreude. Straßentheater wie es sein sollte!

Am Samstag, 26. August, stehen zwei ganz unterschiedliche Shows auf dem Programm:

  • Mit den Knotenpunkten sollen Radfahrer die
    Mit dem Rad unterwegs : Über Knotenpunkte den Kreis entdecken
  • Was von der Party übrig bliebt:
    Jahreswechsel 2023/2024 : Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern attackiert
  • Weltkindertag im Landtag : Mit Spiel, Spaß, Maus und Shaun das Schaf

Im Süden des neanderlands führt das Ensemble von TheatreFragile kleine Zuschauergruppen durch einen interdisziplinären Parcours im Wald rund um die Wasserburg Haus Graven in Langenfeld. Was erzählt der Wald, wenn wir ihn durchschreiten? Aus den Waldklängen schälen sich Stimmen: Förster, Holzfäller, Wildnispädagoge und Waldbesitzerin, Spaziergänger und Naturschützerin erzählen, was sie im Wald finden: Lebensunterhalt, Inspiration, Anlass zu sozialem Engagement oder einfach einen Ort zum Loslassen. Die Gruppe geht in ihren Fußstapfen und erleben den Wald aus ungewohnten Perspektiven. Wir werfen einen neuen Blick auf Bäume, Waldboden, Licht und Totholz, hören und erleben den Wald in seiner Vielschichtigkeit. Und was bedeutet uns der Wald? Durch den Klimawandel ist der Wald in den letzten Jahren in den Fokus unserer Aufmerksamkeit gerückt. Rodungen und verstorbene Bäume haben die Landschaft unserer Kindheit verändert und prägen den Wald unserer Kinder. Der Ort, der vielfältig als Erholungsort und als wirtschaftliche Ressource genutzt wird, verkörpert heute an vielen Stellen das Bild einer kollabierenden Gesellschaft. Im Wald treffen widersprüchliche Konzepte und Bedürfnisse unserer Gesellschaft aufeinander.

Ein abwechslungsreiches Programm erweitert die Installation: eine Live-Performance aus Bass-Klängen im Dialog mit Vogelgesang, Pflanzendruck, ein Percussionparcours auf Bäumen, Holz und Waldboden. Treffpunkt ist um 12 Uhr, 12.45 Uhr, 13.30 Uhr, 14.15 Uhr und 15 Uhr an der Wasserburg Haus Graven. Von dort aus geht es zu Fuß auf einen ca. 90-minütigen Rundweg auf flachen Waldwegen (rund 1,7 Kilometer). Um Anmeldung über www.neanderticket.de wird gebeten, der Eintritt ist frei. Autos können auf dem Parkplatz des Segelflughafens geparkt werden. Bei schlechtem Wetter finden zu den genannten Zeiten verkürzte Vorstellung in der Wasserburg statt. Das Burgcafé im Haus Graven hat geöffnet und lädt zum weiteren Verweilen ein.

Im Norden des neanderlands, am Alten Bahnsteig am PanoramaRadweg in Heiligenhaus, zeigen Harry Heib und Eddy Schulz vom Theater am Schlachthof Neuss das Klima-Duett „Am Zug“ – ein neues Musiktheater zum aktuellen Zeitgeschehen mit Meilensteinen der Musikgeschichte, darunter weltbewegende Songs der Klima- und Protestbewegung von Hannes Wader bis Bob Dylan. Zum Inhalt: Herr Müller hat es eilig. Ein wichtiger Termin wartet auf ihn. Doch nicht nur sein Handy-Akku lässt ihn im Stich, sondern auch die Deutsche Bahn. Am Bahnhof mitten im Nirgendwo ist seine Reise erstmal zu Ende. Dort trifft er auf einen jungen Mann, der nach seinem Besuch auf einer Klima-Demo ebenfalls ein Opfer der statistisch unabwendbaren Verspätung geworden ist. Zu zweit allein, kaum Akku und fehlende Alternativen bringen die beiden Männer auf der unbequemen Bahnhofsbank zusammen. Sie sprechen über die Hoffnungen der Jugend, die Verantwortung der Älteren und über die Frage, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen. Aus einem Warte-Duett entwickelt sich schnell ein Klima-Duell, denn die beiden Protagonisten entdecken recht bald, dass sie in unterschiedlichen Welten leben… Die Aufführung beginnt am Samstag, 26. August, um 18 Uhr, am PanorarmaRadweg auf Höhe der Ulu Moschee, Bahnhofstr. 11, und Kult-Kaffeerösterei, Westfalenstr. 12. Regenalternative: Der Club, Hülsbeckerstr. 16, Heiligenhaus. Interessierte sollten sich vor der Anreise auf www.neanderland-biennale.de oder auf Facebook informieren, ob wie geplant draußen gespielt werden kann. Der Eintritt ist frei, keine Voranmeldung nötig.

Auch am zweiten Festival-Wochenende wurde wieder an die Kinder gedacht: Fast schon traditionell findet auf dem Kirchplatz in Wülfrath am Sonntag, 27. August, Kindertheater statt: Das Trotz-Alledem-Theater aus Bielefeld zeigt die berühmte Geschichte „Oh wie schön ist Panama“ nach Janosch, geeignet für alle ab 4 Jahren. Der kleine Bär und der kleine Tiger, die unten so schön am Fluss wohnen, finden eine Kiste, die nach Bananen riecht und auf der Panama zu lesen ist. So machen sie sich auf den Weg nach Panama. Wer wissen möchte, was Tiger und Bär unterwegs erleben und wen sie alles kennenlernen, kommt zur Aufführung nach Wülfrath. Der Eintritt ist frei. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung um Haus der AWO, Schulstr. 13, statt.

Zuschauer können bei den Open-Air Veranstaltungen unter dem bewährten Motto „betaal wat de häs“ spenden, wie viel sie möchten.

Die neanderland BIENNALE 23

Die neanderland BIENNALE findet von Samstag, 19. August bis Samstag, 9. September jeweils von donnerstags bis sonntags in Kooperation mit allen zehn Städten des Kreis Mettmann und somit überall im neanderland statt. Unter dem Titel „SpielRäume“ wird in diesem Jahr der Fokus auf außergewöhnliche Spielorte inmitten der zehn Städte gelegt. Viele Events sind als Open Air Veranstaltungen geplant.

Besonderheit der BIENNALE ist zudem, dass die meisten Aufführungen des Theaterfestivals im Kreis Mettmann ohne vorherige Anmeldung besucht werden können, umsonst und draußen. Am Ende geht der Hut rum, und die Zuschauer können unter dem bewährten Motto „betaal wat de häs“ spenden, wie viel sie möchten. Für die Indoor-Veranstaltungen ist aber eine Ticketbuchung nötig. Bei den Open-Air-Veranstaltungen gibt es aus organisatorischen Gründen drei Ausnahmen, für die ein Ticket benötigt wird. Der Vorverkauf bzw. die kostenlose Registrierung ist weiterhin über www.neanderticket.de und an den angeschlossenen Vorverkaufsstellen im Kreisgebiet möglich. Alle weiteren Termine und Infos zum Theaterfestival gibt es auf www.neanderland-biennale.de. Der Trailer zur neanderland BIENNALE 2023 ist unter folgendem Link abrufbar: https://t1p.de/ahwki.