Aktion von Radio NRW mit Lions Head findet nun in Velbert statt Vertane Chance für Mettmann

Mettmann · Jens-Christian Holtgreve ist enttäuscht. Der geplante Auftritt von Lions Head am 15. Dezember während des Mettmanner Blotschenmarkts findet nicht statt.

 War schon fast auf dem Weg nach Mettmann: Der New Yorker Ignacio "Iggy" Uriarte alias Lions Head auf dem Cover seines aktuellen Albums.

War schon fast auf dem Weg nach Mettmann: Der New Yorker Ignacio "Iggy" Uriarte alias Lions Head auf dem Cover seines aktuellen Albums.

Foto: Columbia/Sony Music

Stattdessen wird der Durchstarter jetzt in Velbert auftreten. Zum Hintergrund: Radio Neandertal hätte der Stadt alles gestellt: Ein Livekonzert, Open Air, kostenlos und alles für die Aktion Lichtblicke. "Nun wird das Gratiskonzert in Velbert auf dem Platz Am Offers stattfinden", sagt Holtgreve, der für die Mettmaner Werbegemeinschaft Mettmann Impulse aktiv ist.

Mit der Aktion "Lichtblicke e.V." unterstützen die Lokalradios NRW bereits seit 1998 Kinder, Jugendliche und Familien im Land, die finanziell, materiell und seelisch in Not geraten sind. Allein im vergangenen Spendenjahr wurden knapp 4 Mio. Euro Spendengelder für soziale Zwecke eingenommen. Das Prinzip ist einfach. Namhafte Künstler treten zu Gunsten der in Not geratenen Personen in NRW- Städten auf. Gewonnen haben beide Parteien. Sowohl die Städte, die durch die Auftritte eine Vielzahl an Besuchern verzeichnen können, als auch die Zielgruppen.

Mettmann hätte in diesem Jahr von der Aktion profitieren können. Bereits seit Anfang Oktober sollen Gespräche mit dem Veranstalter gelaufen sein, die populäre Band Lions Head (bekannt durch den aktuellen Song "When I wake up") in die Kreisstadt zu holen. Auch Mettmann Impulse war mit im Boot. "Ich kann sagen, dass Radio NRW und damit auch Radio Neandertal unbedingt nach Mettmann kommen wollten, die waren ganz heiß darauf, das Konzert hier in der Stadt von Radio Neandertal zu organisieren." Auch von Seiten der Stadt hätter er auf Nachfrage immer wieder zu hören bekommen "Wir bekommen das hin!"

Und nun die Absage. Die Veranstalter haben sich offiziell für die Nachbarstadt Velbert entschieden. Warum genau? Die Mettmanner Stadtverwaltung äußert sich in einer Stellungnahme wie folgt: "Nachdem feststand, dass der ursprüngliche vorgesehene Standort im Eingangsbereich der Freiheitsstraße wegen der Größe der vorgesehenen Bühne nicht in Anspruch genommen werden konnte, wurden mehrere alternative Standorte besichtigt. Als Ergebnis wurde ein Standort auf dem Platz Am Königshof mit konkreter Zusicherung zur Sperrung der Straße, Abstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge, Unterbringung der Radiocrew etc. angeboten. Letztlich hat sich NRW Lokalradio aus verschiedenen Gründen gegen Mettmann als Spielstätte entschieden."

Den Platz für den anberaumten Besucherstrom von bis zu 7.000 Personen hätte es in Mettmann durchaus gegeben. Warum also Velbert? Die Werbegemeinschaft ME-Impuse ist ganz klar enttäuscht. "Wir waren die ganze Zeit im Kontakt mit Lokalradio NRW und der festen Annahme, dass die Veranstaltung in Mettmann stattfinden kann", so Holtgreve. "Es wurde uns deutlich vermittelt, den Blotschenmarkt als lokalen Bezug für die Veranstaltung zu nutzen. Es bestand regelrecht ein großen Interesse daran, Lichtblicke nach Mettmann zu holen."

Hinter den Kulissen sieht es jedoch etwas anders aus. Trotz etlicher Veranstaltungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Fußgängerzone oder Königshofplatz, kamen Veranstalter und Stadtverwaltung anscheinend zu keiner Einigung. Lediglich der Jubiläumsplatz wurde von den Lokalradios von Anfang an als ungeeigneter Standort deklariert, eine Bühne am Eingang der Fußgängerzone direkt beim Löffelschleifer wurde hingegen von der Feuerwehr negiert. "Die haben direkt abgewunken, dort ginge es aufgrund der Feuerwehrzone nicht", sagt Jens-Christian Holtgreve, fragt jedoch: "Der Platz in Velbert, wo das Ganze jetzt stattfindet, ist enger und kleiner als alles, was hier in Mettman angeboten wurde. Die Stadtverwaltung Velbert hat drei Tage für grünes Licht gebraucht. In Mettmann haben vier Wochen nicht ausgereicht, Radio NRW einen geeigneten Standort zu bieten. Da konnte in der langen Zeit kein geeigneter Ort angeboten werden, unglaublich."

Holtgreve ist konsterniert, dass der Werbewert dieser Aktion jetzt nicht seiner Heimatstadt zu Gute kommt, sondern Velbert. "Der Verlust für Mettmann ist unermesslich. Radio NRW hat 48 angeschlossene Funkhäuser. Müsste man solch eine Imagekampagne bezahlen, wäre das unmöglich." Jens-Christian Holtgreve berichtet, dass bei einer letzten Ortsbegehung am Mehrgenerationenhaus kein Mitglied von ME-Impulse zugegen war. Aus dem Umfeld von Radio Neandertal ist zu vernehmen, dass schon Jingles mit Lion Head vorlägen, die den Blotschenmarkt beinhalten... Die können jetzt in die Tonne.

(Schaufenster Mettmann/Tanja Bamme, Felix Förster)