Bürgermeister und Verwaltungsvertreter waren beim BVM zu Gast: Über Geld wurde nicht gesprochen

Bürgermeister und Verwaltungsvertreter waren beim BVM zu Gast : Über Geld wurde nicht gesprochen

Es war eine gut gefüllte Veranstaltung, zu der der Bürgerverein Metzkausen am vergangenen Dienstag geladen hatte. Über 130 Besucher folgten der Einladung zum mittlerweile 185. Stammtisch des Vereins.

Als Redner konnte der Vorstand die Mettmanner Verwaltungsspitze um Bürgermeister Thomas Dinkelmann gewinnen. Neben Dinkelmann nahmen noch Sozialdezernent Marko Sucic und Kurt Werner Geschorec vom Fachbereich Stadtentwicklung, Umwelt und Bau an dem informativen Abend im Clubhaus des Mettmanner Tennis- und Hockeyclubs teil.

In einer kurzen Einführungsrede erläuterte Dinkelmann zahlreiche Sachstände der aktuellen Verwaltungsarbeit. So gab er an, dass besonders die Immobilien, die in städtischer Hand liegen, starke Sanierungsmängel aufweisen, wie er an dem Beispiel Stadthalle erläuterte. "Die Stadt war nie in der Lage, die Stadthalle zu unterhalten", so das ernüchternde Fazit Dinkelmanns. In Zeiten des Niedrigzinses müssten laut Dinkelmann die notwendigen Maßnahmen angegangen werden. Ein Arbeitskreis "Gebäude" wurde in den vergangenen Monaten bereits initiiert. "Wir werden mutig sein müssen und endlich die Gebäudefragen beantworten, die zu lange vor uns hergeschoben wurden."

Ebenso dramatisch umriss Dinkelmann das Thema Gewerbe. Dass in Mettmann Gelder größtenteils durch einkommensstarke Familien fließen und wenig Gewerbesteuereinnahmen generiert werden, sieht der Bürgermeister als Problem an. "Wir haben schlichtweg kaum noch Flächen, die wir Unternehmen anbieten könnten. Der Neanderpark (am Südring) ist nahezu voll und auch das Gebiet Zur Gau in Richtung Wuppertal füllt sich stetig. Besonders die Größe der zur Verfügung stehenden Gebiete scheint für große Firmen uninteressant zu sein", so der Bürgermeister. "Wenn wir es schaffen, 10.000 qm anzubieten, dann ist das viel. Dass mit der Ansiedlung der Betriebe nicht gleichzeitig auch Steuergeld in Mettmanns Kasse fließt, liegt am langfristigen Abschreibungswert der Unternehmen."

Im Anschluss eröffnete Bürgervereinsvorsitzender Georg Neumann die Fragerunde, die regen Anklang fand. Harald Birkenkamp wollte wissen, wie es um den Haushalt bestellt sei. Nachdem Dinkelmann eingangs wenig zum Thema Haushaltsplanentwurf zu sagen hatte und lediglich von einer "defizitären Situation" sprach, hakte das Bürgervereinsmitglied nochmals nach. Auf Birkenkamps Frage, wo das erst angedachte Plus von über 17 Millon hin sei, gab es allerdings keine zufriedenstellende Antwort. Dinkelmann verwies lediglich darauf, sich an die Kämmerin zu wenden. Auch ein weiteres Nachbohren führte zu keinem Ergebnis.

Ein weiteres Anliegen zahlreicher Mitglieder stellte die Baustellensituation an der Ratinger Straße dar. Dass sich besonders zu Hauptverkehrszeiten die Fahrzeuge dort stauen und es kaum ein Durchkommen gäbe, ärgerte zahlreiche Anwesende. Der beruhigte Jubiläumsplatz und die fehlenden Nahversorger in Metzkausen werden als einige der Gründe für den Verkehr gesehen. Kurt Werner Geschorec konnte da nur wenig sagen. Dass die aktuelle Baustellenampel aber zu einem geregelteren Verkehr führe und eine spätere Installation einer festen Ampel mit Rücksprache des Bürgervereinvorstandes initiiert werden könnte, stellte der Fachbereichsleiter in Aussicht. Dass sich mit der Beruhigung der Innenstadt der Verkehr nur verlagert und nicht minimiert hat, war der Verwaltung sowie den Anwesenden bewusst. Lösungsansätze könnte ein für kommendes Jahr angedachtes Radverkehrskonzept bringen, das den Ausbau des Radnetzes in Mettmann vorsieht. Warten wir es ab...

(Schaufenster Mettmann/TB)
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