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Stadt will neues Gutachten erstellen lassen: Hoffnung fürs Vereinsheim

Stadt will neues Gutachten erstellen lassen : Hoffnung fürs Vereinsheim

Von Abriss war bereits die Rede. Nun sieht alles danach aus, als könne das Vereinsheim Metzkausen doch als Treffpunkt weiterbestehen. Die Beteiligten sind jedenfalls guten Willens.

Rund acht Jahre lang hat Michael Walk, den die meisten Menschen in Mettmann unter seinem Spitznamen „Gonzo“ kennen, das ehemalige Vereinsheim des TSV Metzkausen an der Spessartstraße gemietet und als Treffpunkt für Feierlichkeiten zur Verfügung gestellt. Er sah es als Hobby und es bereitete ihm viel Freude.

Bis ihm vor einigen Monaten  plötzlich die Kündigung ins Haus flatterte. Die Stadt wollte das Mietverhältnis nicht aufrecht erhalten. Offenbar bestanden Zweifel an der Eignung des über einem Geräteraum befindlichen Aufbaus für Veranstaltungen mit vielen Besuchern.

Konkret ging es dabei um die Tragfähigkeit des Bodens, die ausweislich eines älteren Gutachtens dafür nicht ausreicht. Hinzu kam, dass gleich neben dem Vereinsheim eine Kita entstehen soll und zunächst nicht klar war, ob der Zugang zu dieser Einrichtung unter Berücksichtigung aller Sicherheitsbestimmungen (zum Beispiel Zufahrt für die Feuerwehr) mit dem Fortbestand des Vereinsheims zu vereinbaren wäre. Eine Sorge, die sich mittlerweile als unbegründet herausgestellt hat, ein Abriss, der zwischenzeitlich im Raum stand, ist folglich nicht zwingend erforderlich. 

Viele Menschen haben sich für den Verbleib des beliebten Treffpunkts stark gemacht, es gab eine Online-Petition, an der sich rund 900 Jugendliche beteiligt haben, und auch der Bürgerverein Metzkausen schaltete sich ein. Die Unterstützung für den Erhalt blieb nicht ungehört. Jüngst gab es ein Treffen vor Ort an der Spessartstraße, mit dabei unter anderen Michael Walk, Gregor Neumann, Vorsitzender vom Bürgerverein, sowie Bürgermeisterin Sandra Pietschmann und Baudezernent Kurt Werner Geschorec.

Gemeinsam berieten sie über die mögliche Zukunft des Vereinsheims. Ergebnis: Alle sind guten Willens und auch guter Hoffnung, dass es fortbestehen kann. Freilich gibt es Voraussetzungen.

Die Stadt wird ein neues Gutachten in Auftrag geben, mit dem festgestellt werden soll, wie es tatsächlich um die Tragfähigkeit des Bodens bestellt ist, ob sie ausreicht oder ob eine Ertüchtigung erfolgen muss.

„Wir werden uns das genau anschauen und dabei natürlich auch die Kosten im Blick behalten“, sagt Kurt Werner Geschorec. Wenn die im Rahmen blieben, dann könne man die Räumlichkeiten weiterhin als Treffpunkt nutzen. Dieser müsse dann aber auch eine entsprechende Genehmigung bekommen. Bislang firmiert der Raum nämlich offiziell als Lagerhalle.

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Sicherheit stünde bei allen Erwägungen an erster Stelle, „die muss gewährleistet sein“, betont Baudezernent Kurt Werner Geschorec. Michael Walk soll in einem künftigen Modell nicht mehr der Mieter des Objekts sein.

Die Stadt bevorzugt einen Verein als Mieter, den Bürgerverein zum Beispiel. Dessen Vorsitzender Gregor Neumann äußert sich augenblicklich noch zurückhaltend, will nicht vorgreifen: „Wir haben uns sehr für den Erhalt des Vereinsheims eingesetzt. Wenn die Stadt nun auf uns zukommt mit einem Vorschlag, dann werden wir den im Vorstand besprechen und einen Beschluss fassen.“ Er sehe das Ganze aber auf einem guten Weg und sei optimistisch.

Michael Walk würde in diesem Szenario dann quasi als vom Bürgerverein beauftragter Betreuer des Objektes weiterhin seinem geliebten Hobby frönen können. Über die neue Entwicklung freut er sich sehr. „Ich hoffe, dass es klappt, vor allem für die Menschen, die sich gern hier treffen“, sagt er. Das sagen auch Gregor Neumann und Kurt Werner Geschorec. Letzterer gibt zugleich zu bedenken, dass es ja keinerlei Anlass für übereilte Entscheidungen gebe, im Gegenteil. Der Bau der Kita, der noch in diesem Jahr beginnt, soll im Jahr 2023 fertiggestellt werden. Bis dahin kann im Vereinsheim nichts stattfinden und alle Beteiligten haben reichlich Zeit, eine Einigung zu finden.

(dir)