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Stabwechsel im Mettmanner Krankenhaus: EVK freut sich über neue Chefin

Stabwechsel im Mettmanner Krankenhaus : EVK freut sich über neue Chefin

Jessica Llerandi Pulido ist die neue Geschäftsführerin des Evangelischen Krankenhauses Mettmann und löst nach 30 Jahren Bernd Huckels in dieser Position ab.

Huckels übergibt nun die Geschäftsführung in der geregelten Altersnachfolge an seine Nachfolgerin und wurde durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Robert Wirtz verabschiedet: „Herr Huckels hat die Geschäftsführung in den vergangenen drei Jahrzehnten mit großem Einsatz, viel Geschick und außerordentlichem Erfolg ausgeübt. Die Entwicklung von einem klassischen Krankenhaus hin zu einem modernen Gesundheitszentrum ist ein Ergebnis seiner Amtszeit, auf das wir alle stolz sind“, so Wirtz.Huckels Nachfolgerin Jessica Llerandi Pulido ist bereits seit neun Jahren im EVK Mettmann tätig und studierte Gesundheitsökonomin. Ihr Bachelor- und Masterstudium im Bereich Medizinmanagement hat sie innerhalb von 4 Jahren im Jahr 2008 an der Universität Duisburg-Essen abgeschlossen.Nach dem Studium arbeitete die gebürtige Duisburgerin mit spanischen Wurzeln zunächst in der strategischen Beratung für Krankenhäuser und im Bereich Krankenhausplanung. Nach drei Jahren als Mitarbeiterin einer renommierten Unternehmensberatung, wechselte Llerandi Pulido im April 2011 ins EVK Mettmann. Sie verantwortete zunächst als Stabstelle der Geschäftsführung die Unternehmensentwicklung des Hauses und übernahm die Leitung für das Patientenmanagement. Es folgten in 2013 die Prokura für die Medizinische Versorgungszentrum am Krankenhaus Mettmann GmbH und im Sommer 2014 die Gesamtprokura für die Evangelische Krankenhaus Mettmann GmbH. Seit Oktober 2018 ist Jessica Llerandi Pulido die Kaufmännische Leitung des EVK Mettmann und verfügt über die Einzelprokura. Nun wartet auf der Karriereleiter ein weiterer großer Schritt auf die 36-jährige neue Geschäftsführerin.„Ich freue mich sehr auf die neue Verantwortung und die Herausforderungen. Ich habe das Krankenhaus in den vergangenen neun Jahren als ein erfolgreiches, gleichzeitig aber auch innovatives Unternehmen kennengelernt, das auf einem soliden Fundament steht. Trotzdem hat das Krankenhaus hier im Kreis Mettmann weiterhin tolles Potential und mein Ziel ist es, das Haus weiterhin für die Zukunft gut aufzustellen. Wir sind ein wichtiger Partner in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung und das soll auch so bleiben!“, sagt die neue Krankenhausleitung. Eine lange Zeit der Einarbeitung benötigt Llerandi Pulido nicht. „Ich habe ja bereits als Kaufmännische Leitung Herrn Huckels in seiner Urlaubsabwesenheit in den vergangenen Jahren verantwortlich vertreten und bin daher mit dem Haus und meinen neuen Aufgaben sehr gut vertraut“, so Llerandi. Und sie sieht einen weiteren großen Vorteil darin, dass sie das Krankenhaus so gut kennt: „Natürlich ist meine neue Position voller Verantwortung; für das Krankenhaus, die Patienten, die Mitarbeiter. Aber ich kann heute bereits ruhigen Gewissenssagen, dass hinter mir ein tolles Team aus über 650 Mitarbeitern steht. Und zu wissen, dass ich mich auf das Team EVK Mettmann verlassen kann, ist viel Wert!“, so die Geschäftsführerin weiter.Und ihre Ziele: „Herr Huckels hat das EVK Mettmann 30 Jahre erfolgreich geführt und zu dem Krankenhaus gemacht, das es heute ist. Auch wenn sich die politischen Rahmenbedingungen heute als sehr dynamisch erweisen, die Krankenhausplanungen und das Krankenhausstrukturgesetz uns vor spannende Herausforderungen stellen, so ist es mein Ziel, dieses traditionsreiche Haus hier in der Kreisstadt weiterhin fest zu verankern und das Leistungsspektrum dem Bedarf der Versorgung anzupassen. Es stehen schon heute tolle Projekte an und natürlich werden wir auch neue Konzepte entwickelt werden, die zukunftsfähig aufgestellt sind!“Frau Llerandi wird in ihrer Tätigkeit durch die Betriebsleitung des Krankenhauses unterstützt, zudem übernimmt Mirja Hengstenberg die Position als Kaufmännische Leitung.Bernd Huckels, der dem Krankenhauswesen auch nach Eintritt in den Altersruhestand in beratender Tätigkeit verbunden bleiben wird, verlässt das EVK Mettmann mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dafür aber mit einem guten Gefühl: „Ich habe Frau Llerandi Pulido in den vergangenen Jahren als überaus kompetente, erfolgsorientierte und loyale Person kennen und schätzen gelernt. Und ich freue mich sehr darüber, dass sie sich im Bewerberverfahren durchsetzen konnte und ich das Haus in ihre Verantwortung übergeben darf. Ich wünsche ihr alles Gute und viel Erfolg!“

1.    Wie schafft man als Geschäftsführung den Spagat zwischen dem „Wirtschaftsunternehmen EVK“, dem schnellen strukturellem Wandel und einem Traditionshaus mit über die Jahre gewachsenen Erwartungen und Verpflichtungen seitens der Bürgerschaft?

Jessica Llerandi Pulido: Ja, es ist richtig, dass Krankenhäuser wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden müssen. Die Kunst und das Können liegen darin trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen, die wirtschaftlichen und die gesundheitlichen Aspekte miteinander zu vereinen. Im Falle des EVK Mettmann wird jeder Euro, der verdient wird, am Ende ins eigene Haus und für die Patientenversorgung reinvestiert. Wir schauen stets, wie der Bedarf aussieht und investieren dann in die entsprechende Medizintechnik und qualifiziertes Personal. Unser derzeitiger Status quo ist qualitativ auf einem sehr hohen Niveau. Davon profitieren natürlich unsere Patienten und unsere Mitarbeiter. Wir wollen die bestmögliche Behandlung für unsere Patienten zu den bestmöglichen Bedingungen anbieten. Das bedeutet auch im Sinne des Hauses, das ein oder andere Mal als Geschäftsführung vielleicht auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, die aber am Ende dem Patienten und dem Team zu Gute kommen.

2.    Welche Ziele und Herausforderungen werden sich konkret in naher Zukunft für Sie als Geschäftsführung stellen?

Corona und die Gefahr einer zweiten Welle dominieren derzeit natürlich unseren Arbeitsalltag. Das macht es auch schwer, Prognosen für die Zukunft zu stellen. Unser primäres Ziel ist es deshalb, gut durch die Pandemie zu kommen. Wir sehen uns weiterhin als leistungsfähiges Krankenhaus vor Ort und versuchen der zunehmenden Zentralisierung, wie sie seitens der Politik angestrebt und bereits in vielen Großstädten umgesetzt wird, bereits heute mit einem abgestuften Versorgungsangebot zu begegnen. Die Stadt Mettmann aber  auch der Kreisbraucht kurze Wege zu den Krankenhäusern. Spezialisierte Zentren sind gut und sinnvoll, aber wir dürfen auch nicht die Regelversorgung vor Ort vergessen. Das EVK Mettmann deckt diese Art der Versorgung heute wirklich sehr gut ab. Dies gilt es zu erhalten und natürlich auch weiter auszubauen.

3.    Ihr Vorgänger, Bernd Huckels, hat das EVK 30 Jahre erfolgreich geleitet. Wo sehen Sie das EVK in 30 Jahren unter Ihrer Führung?

Ich bin bereits seit fast zehn Jahren für das EVK Mettmann tätig und kenne die Strukturen des Hauses sehr gut. In dieser Zeit habe ich bereits intensiv mit Herrn Huckels zusammengearbeitet. Mir ist es wichtig, unser Haus im Rahmen meiner Aufgaben als Geschäftsführerin weiter wachsen zu lassen. Ein weiteres großes Ziel ist der Ausbau der Digitalisierung und die damit stetig wachsende Kooperation und der schnelle Austausch mit den hier niedergelassenen Ärzten. Natürlich wünsche ich mir, dass das EVK Mettmann auch in 30 Jahren und darüber hinaus ein guter Arbeitgeber ist oder besser gesagt bleibt.

Vielen Dank für das Interview (nic)

(nic)