Efetürk und Thewes bleiben Betriebsratsvorsitzende

Efetürk und Thewes bleiben Betriebsratsvorsitzende

Dass der Betriebsrat bei Georg Fischer in Mettmann durchaus seine Daseinsberechtigung hat, verrät ein Blick in die Vergangenheit. Zahlreiche Aktionen, die sich für die rund 1000 Mitarbeiter des Unternehmens zum Positiven gewendet haben, sind auf das Engagement des Betriebsrates zurück zu führen.

(tb) So ist es nicht verwunderlich, dass auch bei der diesjährigen Wahl des Betriebsrates altbewährte Mitarbeiter als Interessenvertreter für die Arbeitnehmerschaft gewählt wurden. Betriebsratsintern wird ebenfalls auf Erfahrung gesetzt. So wurde Halit Efetürk erneut als Vorsitzender, sowie Markus Thewes als Stellvertreter für die nächsten vier Jahre gewählt. Efetürk ist bereits seit 2000 bei Georg Fischer angestellt. 2010 wurde der heutige Vorsitzende erstmals in den Betriebsrat gewählt und tritt somit seine bereits dritte Legislaturperiode an. Markus Thewes arbeitet in dritter Generation im Unternehmen und begann seine Karriere im Jahr 1986 als Auszubildender. Nach externen Weiterentwicklungen stieß dieser 1995 erneut zum Georg Fischer Standort in Mettmann und gehört seitdem zum festen Mitarbeiterstamm. Auch er begeht aktuell seine dritte Amtszeit.

In der Vergangenheit haben sich die beiden Vorsitzenden gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Betriebsrates für die Mitarbeiter eingesetzt. "Wir haben beispielsweise bei der Eingruppierung in die neuen Entgeltgruppe dafür Sorge getragen, dass 94,3 Prozent der Arbeitsnehmer höher eingestuft wurden, als es die Geschäftsführung vorgesehen hat", berichtet Halit Efetürk. Auch die Weiterbezahlung in Pausenzeiten ist ein Ziel, welches durch das Engagement des Betriebsrates erreicht wurde. "Zudem hat unser Arbeitgeber im Vorjahr die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband gekündigt. Dies hätte für uns zur Folge haben können, dass unsere Tarifvertragsbindung ab 2018 verfallen wäre. Wir haben einen Anerkennungsvertrag verhandelt und sind demnach auch weiterhin tariflich abgesichert."

Sich mit dem Ergebnis der Neuwahl in Sicherheit wiegen und die Füße still halten, kommt für den Betriebsrat nicht in Frage. So sind derzeit Verhandlungen bezüglich der Ausbildungssituation bei Georg Fischer im Gange. "Die Geschäftsführung möchte in diesem Jahr keine Ausbildungsstellen zur Verfügung stellen. Wir sehen das als ein falsches Signal, da es wichtig ist, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten", ist sich Halit Efetürk sicher. Auch kreidet der Vorsitzende der Geschäftsführung an, der gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung nicht nachzukommen. "Die Industrie muss mit den Kommunen zusammenarbeiten, um für die junge Generation die Möglichkeit zu schaffen, praktische Erfahrungen zu sammeln."

Mit einer Unterschriftenaktion wurden in der vergangenen Woche die Mitarbeiter über die Entscheidung der Geschäftsführung unterrichtet. "Wir haben mit Plakaten auf die Situation aufmerksam gemacht und in eineinhalb Stunden rund 500 Unterschriften gesammelt. Diese wurden von Halit Efetürk, der auch Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ist, bei der Aufsichtsratssitzung am letzten Montag in der Schweiz überreicht, um auf die Notwendigkeit von Ausbildungsplätzen hinzuweisen", erklären die beiden Vorsitzenden und hoffen auf Einsicht seitens der Geschäftsführung.

Bodo Müller, Leiter des Personalmanagements, erklärt in einer schriftlichen Stellungnahme die Hintergründe des angedachten Verfahrens. "In den zurückliegenden Jahren wurde meist über den eigentlichen Bedarf hinaus ausgebildet, so dass wir entschieden haben, für den Ausbildungsjahrgang 2018 das Ausbildungsangebot auszusetzen. Der Fachkräftebedarf der nächsten fünf Jahre wird angesichts der sehr geringen Fluktuation als gesichert angesehen. Bereits in den Jahren 2013 und 2016 haben wir Ausbildungsjahrgänge ausgesetzt. Dies ist also kein unübliches Vorgehen."

Für Halit Efetürk und Markus Thewes keine nachvollziehbaren Gründe. "Aktuell haben wir in allen vier Lehrjahren elf Auszubildende und sehen den Fachkräftebedarf nicht als gesichert. Zumal man erst nach fünf Jahren von einer qualifizierten Fachkraft sprechen kann. Nach der Ausbildung sollte der Angestellte mindestens ein Jahr berufliche Erfahrungen sammeln, um vollends eingesetzt zu werden." Obwohl die Bewerberphase Ende 2017 nicht eingeläutet wurde, hofft der Betriebsrat trotzdem, Ausbildungsplätze für das kommende Ausbildungsjahr 2018 zu besetzen. "Die Berufsschule beginnt im September dieses Jahres. Es bleibt also noch Zeit. Es wäre schön, wenn die Geschäftsführung noch einlenken würde."


Info:
Georg Fischer als einer der größten Arbeitgeber des Kreises Mettmann bildet unter anderen zum Industriemechaniker/in, Energieanlagenelektroniker/in, Mechatroniker/in, Gießereimechaniker/in, Anlagenmechaniker/in sowie zum Industriekaufmann/-frau und Produktdesigner/in aus.

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