Straßen.NRW reagiert auf Kritik des BUND

Straßen.NRW reagiert auf Kritik des BUND

Pünktlich zur Vorfrühlingszeit wird in jedem Jahr das Gehölz an den Straßen gestutzt. Viele Autofahrer trauen ihren Augen dann kaum noch, wenn an den ehemals dicht bewachsenen Straßen plötzlich eine große Leere herrscht.

Für die einen wie Götz-Reinhardt Lederer vom BUND ist das ein "Kahlschlag", den er so nicht hin nehmen möchte. "In Bereichen des Kreises finden im Auftrag von Straßen.NRW Sticherheitsmaßnahmen statt, ganz legal kurz vor dem 1. März! Später im Jahr darf man keine Bäume mehr schlagen", so Lederer. "Wenn man sich allerdings das Ergebnis ansieht, kann man Zweifel bekommen. Hier als Beispiel die L422 ( Brachter Straße) bei Ratingen Homberg.Das sind keine Sicherungsmaßnahmen, sondern ein totaler Kahlschlag! Viele der geschlagenen Bäume sehen auch noch sehr gesund aus. Strassen.NRW muss ihren Umgang mit der Natur dringend überdenken!"

Für die Verkehrsexperten vom Landesbetrieb Straßen.NRW sind diese Arbeiten hingegen völlig normal und im Einklang mit der Natur. "Beim Thema Gehölzpflege handeln wir nach den Vorgaben des 'Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege'", sagt Susanne Schlenga von Straßen.NRW. "Damit wird gewährleistet, dass die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes Berücksichtigung finden.Im Fokus steht die Verkehrssicherheit, die es notwendig macht, vor allem in Altbeständen auch größere Flächen auf den Stock zu setzen. Damit sind die Böschungen nicht gerodet, sondern werden verjüngt. Auf unserer Internetseite finden Sie zu unseren Gehölzpflegemaßnahmen ausführliche Informationen und auch Vorher-Nachher-Ansichten."

Kritik erntet der Landesbetrieb auch für Maßnahmen, die in seinem Namen in Langenfeld durchgeführt wurden. Laut BUND wurde ein wertvolles Biotop bei Langenfeld-Wiessee als Vorbereitung für Arbeiten an der A3 zugekippt. "Man kann sich dabei des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich dabei nicht um ein Versehen handelte, ist dadurch doch ein wichtiges Hindernis für den unnötigen Ausbau der A3 beseitigt worden", sagt Naturschützer Götz-Reinhardt Lederer. "Jetzt hat Straßen.NRW oder deren beauftragte Firma schon wieder für die Sanierung der A3 ohne Genehmigung in ein Landschaftsschutzgebiet bei Langenfeld-Reusrath eingegriffen und ein Containerdorf für die Beschäftigten errichtet." Straßen.NRW streitet diese Aktionen nicht ab und bittet um Entschuldigung. "Die Rodung geschah ohne Zustimmung des Landesbetriebes und wurde sofort gestoppt", so Susanne Schlenga. "Die gerodete Fläche an der A3 wird innerhalb der kommenden Vegetationsperiode ab Frühjahr dieses Jahres wiederhergestellt. Auch im zweiten von Herrn Lederer genannten Fall des Containerdorfes hat Straßen.NRW keinen Auftrag erteilt."

(Schaufenster Mettmann/FF)