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Der Karneval im Neanderland: Die Kreispolizei zieht ihre Bilanz

Der Karneval im Neanderland : Die Kreispolizei zieht ihre Bilanz

Die Polizei hat ihre Bilanz der tollen Tage im Kreis veröffentlicht.

Altweiber

Karnevalisten im Kreis Mettmann feierten gewohnt ausgelassen und überwiegend friedlich. Dabei führte wohl das Wetter, mit zum Teil starken Regenfällen und kalten Winden, offenbar sehr oft dazu, dass viele Närrinnen und Narrhalesen lieber zu Hause blieben oder in geschlossenen Räumen feierten.

Die größten öffentlichen Karnevalsveranstaltungen fanden zu Altweiber in Ratingen, Langenfeld und Monheim statt: Von morgens bis mittags auf dem Marktplatz und vom Nachmittag bis zum späten Abend in der Stadthalle von Ratingen, feierten nach polizeilichen Schätzungen mindestens 3.700 Personen.

Insgesamt 26 Polizeieinsätze mit karnevalistischem Hintergrund wurden registriert, 18 mal musste die Polizei Platzverweise gegen in der Regel stark alkoholisierte Personen aussprechen, weil diese besonders auffällig waren und sich nicht an Regeln hielten. Vier Anzeigen wegen Beleidigungen und Körperverletzungen waren die Folge. Zweimal wurden mitgeführte illegale Betäubungsmittel gefunden, sichergestellt und zur Anzeige gebracht.

In Langenfeld und Monheim besuchten insgesamt rund 1.500 Personen die großen öffentlichen Karnevalsveranstaltungen, die im Monheimer Festzelt am Schützenplatz erst am frühen Freitagmorgen des 21. Februar gegen 2 Uhr endeten. Ein Körperverletzungsdelikt, eine Widerstandshandlung und ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz mussten zur Anzeige gebracht werden.

Außerdem wurde bei einer Personenkontrolle festgestellt, dass gegen den Kontrollierten ein Haftbefehl bestand. Dessen Durchführung konnte der Festgenommene aber noch am gleichen Tag durch Zahlung einer ausstehenden Geldstrafe abwenden.

In Hilden, in der Unterführung zum Neumarkt, kam es am späten Donnerstagabend gegen 20.45 Uhr, zwischen zwei Gruppen jugendlicher Karnevalisten, zu einer körperlichen Auseinandersetzung, die von der Polizei beendet werden musste. Eine Strafanzeige wurde gefertigt, bei 11 Jugendlichen überprüfte die Polizei Identität und Grad der aktuellen Alkoholisierung. Die Ermittlungen im eingeleiteten Strafverfahren dauern an.

Die kreisweit angekündigten polizeilichen Kontrollmaßnahmen im Straßenverkehr wurden durchgeführt. Hierbei wurden zwei Fahrzeugführer angetroffen, die trotz aller Warnungen unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen standen:

In Erkrath führte dies am Donnerstagabend, gegen 21.20 Uhr, zu einer Anzeige gegen einen 42-jährigen Mettmanner, der mit seinem Skoda auf der Beethovenstraße angehalten und kontrolliert wurde. 0,76 Promille bedeuteten das Ende der Fahrt und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

In Langenfeld war es schon der Freitagmorgen des 21. Februar, als gegen 3.15 Uhr auf der Katzberger Straße ein 28-jähriger Mann aus Dresden mit einem Audi gestoppt wurde. Bei seiner Kontrolle stellte sich heraus, dass der Audi-Fahrer keinen gültigen Führerschein besitzt und zudem noch unter dem Einfluss von illegalen Betäubungsmitteln (Cannabis / THC) stand. Anzeigen gegen ihn und den Fahrzeughalter aus Leverkusen, der die Fahrt zugelassen oder zumindest ermöglicht hatte, wurden gefertigt.

In Velbert kam es am späten Donnerstagabend gegen 21.50 Uhr leider sogar zu einem Verkehrsunfall mit Trunkenheit. Dort war ein 45-jähriger Velberter mit einem Toyota Aygo auf der Mettmanner Straße in Richtung Innenstadt unterwegs, als er in Höhe der Hausnummer 136 gegen einen am rechten Fahrbahnrand geparkten PKW Suzuki Swift prallte. Dabei entstand kein Personen-, aber erheblicher Sachschaden in geschätzter Höhe von 9.000 Euro an den beiden Fahrzeugen.

Bei der polizeilichen Unfallaufnahme stellten die Einsatzkräfte Alkoholgeruch in der Atemluft des 45-Jährigen fest. Ein durchgeführter Alkoholtest ergab einen Wert von rund 1,4 Poromille (0,7 mg/l). Eine Strafanzeige, eine Blutprobenentnahme zur Beweisführung, die Sicherstellung des Führerscheines und das Verbot weiterhin führerscheinpflichtige Fahrzeuge zu führen, waren das Ergebnis.

Karnevalswochenende

Anlässlich der besonderen Witterungsverhältnisse (Starkregen und Sturm) am vergangenen Wochenende, mussten leider kreisweit gleich mehrere geplante Karnevalsaktivitäten unter freiem Himmel vorsorglich abgesagt werden. Hierdurch war die Polizei im Kreis Mettmann bei der Begleitung solcher öffentlicher Veranstaltungen deutlich weniger gefordert, als in den Vorjahren. Dies bedeutete aber im Umkehrschluss leider nicht auch gleichzeitig insgesamt weniger Arbeit.

Denn bei den nun überwiegend in geschlossenen Räumen stattfindenden Feiern, auf anschließenden Heimwegen oder bei der Rückkehr alkoholisierter Karnevalisten in die eigenen vier Wände, kam es leider immer wieder zu Streitigkeiten, körperlichen Auseinandersetzungen, Beleidigungen, Bedrohungen und häuslicher Gewalt, welche den Einsatz der Polizei erforderlich machten. So registrierte die Polizei im Kreis Mettmann am vergangenen Karnevalswochenende insgesamt über 40 angezeigte Körperverletzungsdelikte. Hinzu kamen gleich mehrere Widerstandshandlungen.

Im Straßenverkehr musste die Ratinger Polizei am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr, einen 48-jährigen VW-Golf-Fahrer aus dem Verkehr ziehen, der auf der Straße Am Westbahnhof angetroffen wurde und bei dem der dringende Verdacht besteht, dass er unter dem Einfluss illegaler Drogen stand. Die ärztliche Entnahme einer Blutprobe wurde veranlasst, die Weiterfahrt ausdrücklich untersagt, eine Ordnungswidrigkeitsanzeige erstattet.

Auf der Breslauer Straße in Mettmann kam es am nächtlichen Sonntagmorgen, gegen 3.30 Uhr, zur Trunkenheitsfahrt eines 35-jährigen BMW-Fahrers. Der durchgeführte Alkoholtest zeigte einen Wert von mehr als 1,7 Promille (0,86 mg/l). Ein Strafverfahren wurde eingeleitet, die ärztliche Entnahme einer Blutprobe durchgeführt, der Führerschein sichergestellt.

Am frühen Sonntagmorgen, gegen 6 Uhr, kam es dann auf der Gerresheimer Straße in Hilden leider sogar zu einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss, der zum Glück nur Sachschaden forderte. Ein 25-jähriger Peugeot-Fahrer geriet mit seinem PKW auf eine Verkehrsinsel. Ein noch an der Unfallörtlichkeit durchgeführter Atemalkoholtest verlief mit knapp 0,6 Promille (0,29 mg/l) positiv. Es wurden zur Beweisführung zwei Blutproben veranlasst.

Gegen den Hildener legte die Hildener Polizei eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs durch das Fahren unter Alkoholeinfluss vor. Der Führerschein des Beschuldigten wurde sichergestellt. An der Verkehrsinsel entstand ein Sachschaden in Höhe von mehreren hundert Euro .

Aus aktuellem Anlass weist die Polizei im Kreis Mettmann noch einmal daraufhin, dass sie auch in der verbleibenden Karnevalszeit verstärkt Verkehrskontrollen durchführen wird, um Alkohol- und Drogenfahrten zu erkennen und möglichst rechtzeitig zu beenden, bevor sie schlimmere Folgen zeigen. Es gilt die angekündigte "Null-Toleranz-Politik" gegen Alkohol- oder Drogenfahrten: Wir werden an den "jecken Tagen" verstärkt Verkehrskontrollen durchführen und alkoholisierte und berauschte Auto-, Motorrad- oder Radfahrer konsequent aus dem Verkehr ziehen. Für alle Jecken sollte daher das Motto gelten: "Wer fährt, trinkt keinen Alkohol! Wer Alkhol trinkt, fährt nicht - und gleiches gilt auch für sonstige Drogen!"

Rosenmontag

Die Kreispolizeibehörde Mettmann zieht nach dem Rosenmontag eine positive Bilanz und berichtet von weitgehend störungsfreien Verläufen der Karnevalsumzüge im Kreisgebiet. Vereinzelt kam es zu leider "karnevalstypischen" Einsätzen der Polizei. Hier die Einsatzverläufe im Einzelnen:

Rosenmontagszug in Velbert-Mitte

Einen störungsfreien Verlauf meldet die Polizei für den Rosenmontagszug in Velbert-Mitte. 44 Einheiten waren um 14:11 Uhr bei Wind und Nieselregen von der Friedrichstraße aus gestartet. Nach polizeilichen Schätzungen beobachteten rund 10.000 Zuschauer das bunte Treiben, bis die letzte Zug-Einheit gegen 15:45 Uhr den Bereich zwischen der Schloss- und Sternbergstraße erreichte, wo sich der Zug auflöste. Auch bei der anschließenden Karnevalsveranstaltung auf dem Platz "Am Offers" war ein polizeiliches Eingreifen nicht erforderlich, sodass der Polizeieinsatz gegen 16:15 Uhr beendet werden konnte.

Rosenmontagszug in Ratingen

Auch in Ratingen meldet die Polizei einen weitgehend störungsfreien Verlauf des um 11:11 Uhr gestarteten Rosenmontagszugs mit rund 1.700 Teilnehmern. Rund 35.000 Jecken am Straßenrand feierten friedlich, sodass der polizeiliche Einsatz gegen 16 Uhr ohne besondere Vorkommnisse beendet werden konnte. Gegen lediglich zwei alkoholisierte Zuschauer mussten die eingesetzten Polizeibeamten jeweils einen Platzverweis aussprechen. Gegen einen 26-jährigen Zuschauer leiteten die Polizeibeamten ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein, weil der Mann Cannabis bei sich trug.

Auch bei den im Vorfeld angekündigten Alkoholkontrollen im Straßenverkehr hatte die Polizei keine besonderen Feststellungen gemacht. Allerdings ging den Beamten gegen 22:15 Uhr am Konrad-Adenauer-Platz ein 39-jähriger Autofahrer ins Netz, der mit rund 1 Promille (0,51 mg/l) am Steuer saß. Der Mann musste mit zur Wache, wo die ärztliche Entnahme einer Blutprobe angeordnet und durchgeführt wurde. Der Führerschein des Mannes wurde sichergestellt, ein Strafverfahren eingeleitet.

Rosenmontagszug in Hilden

Laut polizeilichen Schätzungen verfolgten in Hilden rund 15.000 Zuschauer den Rosenmontagszug, welcher sich pünktlich ab 14:11 Uhr durch die Hildener Innenstadt schlängelte. Dabei kam es leider zu einigen Störungen und mehreren Polizeieinsätzen - insgesamt wurden acht Personen, darunter zwei Polizeibeamte, bei körperlichen Auseinandersetzungen verletzt.

Innerhalb der Glasverbotszone "Am Hagelkreuz" versammelten sich rund 400 Jugendliche - aufgrund der anwesenden Securitykräfte sowie Raumschutzkräften der Polizei kam es dort zu keinen besonderen Vorkommnissen. Anders sah dies an der nahegelegenen Schulstraße aus, wo sich rund 200 Jugendliche aufhielten und Alkohol konsumierten. In diesem Bereich wurden bei körperlichen Auseinandersetzungen zwei Personen leicht verletzt - sie benötigten jedoch keine ärztliche Behandlung. Insgesamt fünf Beteiligte erhielten vor Ort von den Einsatzkräften der Polizei daraufhin einen Platzverweis.

Zwei Hildener (25 und 23 Jahre alt) wollten diesen Platzverweisen nicht Folge leisten. Stattdessen beleidigten sie die Beamten, woraufhin die Polizisten die beiden Störer zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam nehmen wollten. Dabei leisteten die beiden jungen Männer derart Widerstand, dass zwei Polizistinnen leicht verletzt wurden - sie konnten ihren Dienst jedoch fortführen.

Auch im Bereich des Bahnhofs Hilden-Süd kam es aus einer Gruppe heraus zu einem Körperverletzungsdelikt. Zwei leicht verletzte junge Männer mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, welches sie nach einer ambulanten Behandlung jedoch wieder verlassen konnten. Ein 20 Jahre alter Tatverdächtiger konnte im Rahmen der Fahndung angetroffen werden. Auch er war leicht verletzt, benötigte jedoch keine ärztliche Behandlung. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Rosenmontagszug in Monheim

Weitgehend störungsfrei verlief hingegen der Rosenmontagszug in Monheim am Rhein: Etwa 22.000 Zuschauer am Straßenrand schauten sich das bunte Treiben an - etwa 250 Jugendliche fielen im Bereich der Sparkasse an der Krischerstraße durch übermäßigen Alkoholkonsum auf. Dank der hohen Polizeipräsenz konnten in diesem Bereich jedoch Gewaltdelikte unterbunden werden. Allerdings musste die Polizei nach dem Zug den Streit zwischen zwei Familien schlichten, die an einer Bushaltestelle aneinander geraten waren. Dort soll eine 15-Jährige ein Kleinkind geschubst haben, um einen Sitzplatz zu erhalten. Das vier Jahre alte Kind wurde nicht verletzt. Die 15-Jährige erhielt eine Strafanzeige wegen einfacher Körperverletzung sowie einen Platzverweis.

Im Rahmen des Karnevalseinsatzes in Monheim mussten Einsatzkräfte des Polizeilichen Sonderdienstes gegen 17 Uhr zur Alten Schulstraße, weil dort ein Mann Passanten angepöbelt hatte. Als die Beamten den Mann kontrollierten, stellten sie fest, dass gegen den 34-jährigen Langenfelder ein offener Haftbefehl vorlag. Bei der weiteren Kontrolle stellten sie zudem ein Tütchen mit einem weißen Pulver - vermutlich Drogen - sicher. Daraufhin wurde der Mann festgenommen und mit dem Streifenwagen zur Wache gebracht.

Auf dem Weg dorthin rastete der Langenfelder dann völlig aus - er beleidigte die Polizeibeamten nicht nur aufs Übelste, sondern bedrohte diese auch noch. Zudem spuckte er die Polizisten an und versuchte, sie während der Fahrt anzugreifen. Der Mann musste die Nacht daraufhin zur Verhinderung weiterer Straftaten sowie zur Ausnüchterung auf der Wache verbringen. Gegen ihn wurden gleich mehrere Strafverfahren eingeleitet.

Bei den Feierlichkeiten im Monheimer Festzelt mit rund 600 bis 700 Gästen kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen, welche ein polizeiliches Eingreifen erforderlich machten.