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Land fördert Neanderthaler-Fundort mit knapp zwei Millionen Euro: Turm „Höhlenblick“ fürs Tal

Land fördert Neanderthaler-Fundort mit knapp zwei Millionen Euro : Turm „Höhlenblick“ fürs Tal

Einen Förderbescheid über 1,95 Millionen Euro für den Turm „Höhlenblick“ zur Aufwertung des Neanderthaler-Fundortes hat Heimatministerin Ina Scharrenbach jetzt vor Ort an die Stiftung Neanderthal Museum übergeben.

Für den Stiftungsrat nahmen Prof. Dr. Gert Kaiser, Landrat Thomas Hendele und der Erkrather Bürgermeister Christoph Schultz gemeinsam mit Museumsdirektorin Dr. Bärbel Auffermann den Bescheid entgegen. „Sie haben sich ein wunderbares Projekt vorgenommen. Ich darf ihnen zu dieser Idee gratulieren, sie wird einzigartig in NRW sein“, so die Ministerin.

„Das ist ein historischer Tag für das Neandertal. Denn wir bekommen heute einen Förderbescheid in einer unglaublichen Höhe überreicht. Das ist eine hervorragende Starthilfe für uns, um diesen Turm und somit eine neue Attraktion im Neandertal zu errichten“, betonte Landrat Thomas Hendele bei der Übergabe. Prof. Dr. Gert Kaiser vom Stiftungsrat hob zudem die besondere Bedeutung des Museums für die Region hervor: „Die Art der Identifikation mit dem Neanderthal Museum als unser Museum, als unsere Heimat ist so stark geworden, nicht nur in der engeren Region, sondern darüber hinaus, dass man sagen kann, man kann auch Heimat erschaffen.“

Das Neanderthal Museum hat ein national und international anerkanntes Profil für moderne, besucherorientierte Ausstellungen. Das Angebot an der fußläufig vom Museum gelegenen Fundstelle dagegen bleibt zurzeit hinter den Besuchererwartungen zurück. Die zentrale Aufwertung der Fundstelle des Neanderthalers soll zukünftig über den Turm „Höhlenblick“ und seine Inszenierung erfolgen. Ziel der Inszenierung ist, in Ergänzung zu dem auf Vermittlung der Menschheitsgeschichte angelegten Museumsbesuch ein niedrigschwelliges Erleben der komplexen Tal-Geschichte zu bieten.

Der Höhlenblick soll an der Stelle der Neanderthaler-Fundhöhle „Feldhofer Grotte“ errichtet werden, die durch den Kalkabbau zerstört wurde. Der 22 Meter hohe Turm ist wechselweise durch innere und äußere Rampen über 360 Meter barrierefrei zu begehen. Zusätzlich ist eine separate Wendeltreppe zum zügigen Abstieg geplant.

Die Idee der Inszenierung im Turm folgt sozusagen einer Zeitreise rückwärts. Aus der Gegenwart (Erdboden) steigen die Besucher in die Eiszeit, die auf der obersten Plattform präsentiert wird. Die Talgeschichte wird im Inneren des Turms erzählt, ist also von den inneren Rampen aus sichtbar.Unter der (der Schädelkalotte des Neanderthalers nachempfundenen) Kuppel auf der obersten Plattform befinden sich die Besucher auf Höhe der verlorenen Feldhofer Grotte. Dieser „Höhlenblick“ ist wie die Öffnung der Feldhofer Grotte nach Norden orientiert.

Die gegenüberliegende Talseite mit der Neanderhöhle kann aufgrund zahlreicher historischer Karten und Bilder sehr gut rekonstruiert werden. Neanderviewer (Fernrohre mit Augmented Reality) versetzen Besucher in die Vergangenheit und lassen das Neandertal zur Zeit der Neanderthaler auferstehen. Mammutherden, Höhlenlöwen, Neanderthaler am Lagerfeuer und ähnliche Szenen können beobachtet werden.Über eine App können zusätzlich Filme, Zeitzeugenberichte und weitere Informationen abgerufen werden.

Rund 3,7 Millionen Euro soll die Verwirklichung des Projekts kosten. Zu den Fördermitteln des Landes kommt noch eine Spende von einer halben Million Euro aus einer privaten Stiftung, sodass sich der Eigenanteil der Stiftung Neanderthal Museum am Ende auf knapp 1,3 Millionen Euro beläuft.Jetzt will die Stiftung schnellstmöglich von der Stadt Erkrath die Baugenehmigung erhalten, um möglichst noch in diesem Jahr mit den ersten vorbereitenden Arbeiten beginnen zu können. Ende 2021 soll der Turm dann fertig werden.