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Flugzeugabstürze in Mettmann

Flugzeugabstürze in Mettmann
Marcel Lesaar aus Mettmann ist einer der Autoren, die sich mit den fünf Halifax-Abstürzen im Kreis Mettmann beschäftigt haben. FOTO: Golsch
Kreis. Wir schreiben den dritten Dezember 1943. Es ist ein Tag wie jeder andere in dieser Zeit, der wütende Zweite Weltkrieg ist schon lange nichts Besonderes mehr.

Doch gegen 21.30 Uhr am Abend wird Otto Gelbrich aus dem Schlaf gerissen. Der Dekan war seinerzeit Mitarbeiter des Benninghofes, eines Wehrertüchtigungslagers der Nationalsozialisten etwa zwei Kilometer südöstlich des Mettmanner Stadtzentrums.

Das gesamte Gelände über Pferde- und Kuhstall bis hin zu seinem Haus habe sich auf einmal in ein Flammenmeer verwandelt, berichtet Gelbrich in seiner Chronik, die er viele Jahre nach dem Krieg erstellt hat. Ursache des Brandes war der Absturz einer viermotorigen Kriegsmaschine, einer Halifax HR-876. Obwohl diese etwa 150 bis 200 Meter vom Benninghof entfernt zu Boden ging, steckte sie das gesamte Gelände in Brand. In die Steinscheune waren brennende Flugzeugteile gefallen, die das Dach abdeckten. "Tanks explodierten überall und in unserem Zimmern waren die Fenster durch Trümmerteile zu Bruch gegangen", ist der Chronik zu entnehmen. Doch in einem Punkt irrt Otto Gelbrich. Er berichtet von zehn Besatzungsmitgliedern, die allesamt nur tot geboren werden konnten. Tatsächlich waren es sieben Crewmitglieder, die am Nachmittag des folgenden Tages nach Düsseldorf gebracht wurden und seitdem dort bestattet liegen.

"Abgestürzt" arbeitet die Geschichte von fünf Flugzeugabstürzen im Kreis Mettmann auf

Die sich an Bord der Halifax-Maschine befindlichen fünf Briten und zwei Kanadier befanden sich auf dem Rückweg von Berlin – dort hatten sie ihre Bomben abgelassen. Doch eine Rückkehr in die Heimat sollte ihnen nicht gegönnt werden. "Keine Rückkehr von Berlin" ist eins der Kapitel des neuen Buches "Abgestürzt", das sich mit dem Absturz fünf solcher Halifax-Maschinen während des Krieges über dem Kreis Mettmann und Wuppertal beschäftigt. Geschrieben wurde es von vier ehrenamtlichen Mitarbeitern des Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR), der Mettmanner Marcel Lesaar ist einer von ihnen.

Auf die fünf Abstürze bei Mettmann, Velbert und Wuppertal wurden die Denkmalpfleger zufällig aufmerksam und begannen mit ihren Nachforschungen – bis dato waren die Geschehnisse weitestgehend unbekannt und archäologisch nicht näher untersucht worden. Als Quellen gesichtet worden waren, begannen die Grabungen an den Absturzstellen, in Mettmann konnten etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche Teile des Cockpits sichergestellt werden. "Wenn ich an die Nachforschungen zurückdenke, bekomme ich noch heute Gänsehaut", sagt Marcel Lesaar.

 

(Nikolas Golsch / Schaufenster Mettmann)

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