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Mettmann ist ein „holpriges Pflaster“

Mettmann ist ein „holpriges Pflaster“
Angelika Theegarten schafft es auch trotz Rampe nicht, den Treppenaufstieg am Mettmanner Hallenbad zu überwinden. FOTO: tb
Mettmann. Die Mettmanner Innenstadt birgt so einige Gefahrenstellen, besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Um diese Stellen aufzuzeigen, hat sich die AWO Mettmann an ein besonderes Quartiersprojekt gewagt. Durch mehrere Stadtbegehungen sollen eben jene "Schwachstellen" in eine App eingepflegt werden und späteren Nutzern dienlich sein.

(tb) Vor wenigen Wochen zogen betroffene Personen im Rollstuhl oder mit Rollator unter Anleitung von Projektleiter Walter Hill zum ersten Mal los, um sich einen Teil des großflächigen Innenstadtbereichs vorzunehmen. "Es waren rund 15 Personen beteiligt. Dabei fiel auf, dass beinah jede Kreuzung mit zu hohen Bordsteinen versehen ist. Ab drei Zentimeter wird es für viele Rollstuhlfahrer zu gefährlich, den Bordstein vorwärts zu überwinden", erklärt Hill. Auch der Gehweg auf Höhe Lutterbecker-/ Düsseldorfer Straße ist schier unüberwindbar, da dieser einfach zu schmal angelegt wurde.

"Ebenso sind viele Ampelknöpfe zu hoch montiert", weiß Mabel Stickley. Die Behindertenbeauftragte der Stadt Mettmann hat sich dem Projekt ebenfalls angenommen. "Schon mehrmals bin ich auf Gefahrenstellen angesprochen worden. Der unterste Treppenabsatz mit der auslaufenden Stufe an der Evangelischen Kirche ist beispielsweise eine solche Stelle. Ebenso wie die niedrigen Stufen der Bäckerei Steinbrink an der Königshofstraße." Dort soll allerdings zeitnah Abhilfe geschaffen werden. Farbstreifen könnten demnach bald vor Stolper- und Sturzgefahr warnen.

Für Angelika Theegarten ist der tägliche Stadtbesuch mit einem wahren Slalom verbunden. Die Mettmannerin, die vor Jahren an Multiple Sklerose (MS) erkrankte, ist auf ihren Rollstuhl angewiesen und kennt ihre geeigneten Wege durch die Fußgängerzone. "Ich wohne auf der Bismarckstraße. Bereits der Weg in die Stadt ist anstrengend, da man immer Parkautomaten und ähnlichen Blockaden ausweichen muss." Manche Bereiche sind für die Rollstuhlfahrerin nicht befahrbar. "Der Ömjang gehört dazu. Der Berg ist für mich zu steil." Ebenso wie die Rampe an der AWO Begegnungsstätte an der Gottfried-Wetzel-Straße. "Hier wurde der Winkel falsch bemessen. Ich komme mit meinem Rollstuhl gar nicht erst auf die Rampe hinauf. Gut gemeint, aber leider schlecht umgesetzt!"

Mit einer zweiten Begehung sollten am vergangenen Mittwoch auch die letzten Gefahrenzonen an der Tal-/ und Johannes- Flintrop Straße erfasst werden. "Ich fotografiere die Bereiche und setze im Anschluss Hinweispunkte in die App. So sehen die Nutzer sofort, wie die aufgezeigte Stelle aussieht", so Hill erklärend. Das System ist denkbar einfach. Über die Homepage der AWO Mettmann und dem Menüpunkt "Quartiersprojekt" hat jeder Nutzer die Möglichkeit, auf die App zuzugreifen. Doch damit nicht genug. In naher Zukunft möchte die AWO Mettmann das gleiche System für Radfahrer erweitern. "Dann wird es eine Stadtbegehung mit Rädern geben", erklärt Einrichtungsleiterin Barbara Buscher- Sander abschließend. Näheres unter www.awo-mettmann.de.