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Kostenfalle Kind?

Kostenfalle Kind?
Emma und Mila (beide drei Jahre alt) wissen zum Glück noch nicht, wie teuer das Leben sein kann. FOTO: TB
Kreis. Statistiken besagen, dass ein Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 130.000 Euro kostet. Ein ordentliches Sümmchen.

 

Wenn man nun nicht beim Einzelkind bleiben möchte, sondern sich für den Spross ein oder gleich mehrere Geschwister wünscht, bleibt der luxuriöse Lebensstandart ganz schnell auf der Strecke. Doch wie groß ist der Verzicht überhaupt? Kann man sich im teuren Deutschland überhaupt noch Kinder leisten?

Tanja Urban und Daniela Mietusch sagen: "Ja, aber es ist nicht einfach!" Die beiden jungen Frauen sind jeweils zweifache Mutter von süßen Mädchen. Alle im Alter bis drei Jahren. Das Elterngeld fließt ein Jahr, danach bricht der finanzielle Backround vom Staat weg. "Ich fange noch diese Woche wieder an zu arbeiten. Zwar werde ich nur stundenweise auf 450 Euro Basis arbeiten gehen, kann es mir aber nicht leisten, zuhause zu bleiben", verrät die 27-jährige Tanja Urban. Ihr Mann arbeitet in Vollzeit, das Geld reicht alleine für eine vierköpfige Familie aber nicht aus. "Ich würde mir wünschen, noch mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, das lassen unsere Fixkosten aber nicht zu!" Bei 76 Quadratmetern bezahlt die junge Familie 820 Euro Warmmietkosten. Die Dreizimmerwohnung liegt in der sechsten Etage eines Mehrfamilienhauses. "Natürlich wünschen wir uns ein Zimmer mehr. Vielleicht sogar Eigentum mit ein wenig Garten. Das ist für uns aber definitiv nicht bezahlbar."

Familie Mietusch hat da schon etwas mehr Glück. Die vierköpfige Familie hat eine Vierzimmerwohnung gefunden, muss dafür aber tief in die Tasche greifen. "Wir zahlen 1300 Euro warm. Da geht schon fast ein Gehalt drauf. Auch wir wohnen in der fünften Etage eines Mehrfamilienhauses." Die Kosten für die Unterbringung in Tagespflegeeinrichtungen schmälern das Portmonee zusätzlich. Auch wenn die jungen Frauen Verständnis für diese Gelder haben, blicken sie etwas neidisch in Nachbarstädte wie beispielsweise Solingen. "Dort ist die Kita noch kostenfrei."

Die Kosten für die Kinderbetreuung sind gehaltsgebunden. "Das ist schon fair aufgestellt. Geringverdiener haben somit keine enormen Kosten. Wir zahlen für zwei Kinder inklusive Betreuungsgeld fast 400 Euro, wobei der Beitrag für das Geschwisterkind frei ist. Das ist schon nicht wenig Geld", weiß Daniela Mietusch. Die 33-jährige Bankkauffrau geht in wenigen Wochen wieder arbeiten. Um ihre Stelle in Düsseldorf anzutreten, nimmt sie lange Pendelfahrten in Kauf. Eine Zeit, die sie nicht mit ihren Kindern verbringen kann. "In dieser Zeit muss die Betreuung auch schon greifen. Der Weg zur Arbeit geht ebenfalls von unserer Familienzeit ab. Ich wünschte auch, ich hätte noch mehr Zeit zur Verfügung und müsste nicht direkt wieder arbeiten."

Wenn ältere Generationen von früheren Zeiten berichten, als es noch möglich war mit dem Gehalt des Vaters eine sechsköpfige Familie zu ernähren, fragen sich die Frauen zu Recht, was sich geändert hat. "Es ist heute einfach nicht mehr möglich, mit nur einem Gehalt über die Runden zu kommen. Dabei haben wir nicht einmal große Ansprüche." Gemeinsam im Urlaub war Familie Urban bisher noch nie. Auch der Gedanke nach einem dritten Kind wurde wegen mangelnden Finanzen erst einmal verworfen. "Rücklagen konnten wir bisher nicht bilden, das werden wir nun nachholen müssen." Um sich das Leben mit vier Personen überhaupt leisten zu können, bezieht Tanja Urban Wohngeld. Auch das Essensgeld der Einrichtung wird anteilmäßig übernommen. "Ich bin dankbar, dass es diese Möglichkeit für junge Familien gibt."

Obwohl es mit zwei Kindern, die irgendwann auch anfangen werden, ihre ganz eigenen Ansprüche zu stellen, finanziell nicht immer einfach ist, möchten die beiden Mütter nichts ändern. "Kein Geld der Welt kann ein Kind ersetzen. Und was wir materiell nicht zur Verfügung haben, machen wir mit Liebe und Zuneigung dreifach wieder wett!"

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