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Deliberationsseminar für Ehrenamtliche
Demokratie, Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung

Deliberationsseminar für Ehrenamtliche: Demokratie, Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung
Die Teilnehmer erlebten ein interessantes Seminar. FOTO: RG
Mettmann. Wie vermittelt man Migranten grundlegende Themen wie Demokratie, Freiheit, Toleranz oder Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft?

In einem zweitägigen, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Seminar für in der Flüchtlingsarbeit Tätige wurde diese Frage behandelt. Flüchtlingskoordinatorin Susanne Butzke hat das Seminar nach Mettmann geholt, das für teilnehmende Organisationen und deren Mitarbeiter und Ehrenamtler kostenlos ist. "Mindesten zehn Anmeldungen mussten vorliegen, damit das Seminar zustande kommen konnte. Achtzehn Anmeldungen gingen bei mir ein", berichtet Susanne Butzke.15 Teilnehmer konnten schließlich am Freitag und Samstag viel darüber lernen, wie gesellschaftliche Werte wie Demokratie und Freiheit begründet werden und welche Argumente man für Toleranz und Demokratie sammeln kann. Vermittelt wurde die Methode der Deliberation als Wertbegründungsmethode. Zu Beginn des Seminars wurde die Idee der Deliberation und die Erfahrungen mit ihr vermittelt.

Im Seminar ging es darum, wie man gegenüber den Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern die Ideen, Perspektiven und Werte unserer Gesellschaft rechtfertigen kann. Dazu gehörten Themen wie ethischer, kultureller und politischer Pluralismus, die Demokratie, unsere Zivilgesellschaft, Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung. Jedes dieser Themen wurde inhaltlich und methodisch behandelt. Fragen wie 'Was sind Werte? Wie werden Werte begründet? Können Werte mit einander in Konflikt kommen? Wie löst man Konflikten zwischen Werten? Was sind Interessen? Wie löst man Interessekonflikte? Was erklärt die Existenz unterschiedlicher politischer Parteien?‘ wurden zum Beispiel mit dem Thema ethischer und politischer Pluralismus behandelt.

Mittels Folien, die viele statistische Daten enthielten, wurden Fragen diskutiert, wie man zum Beispiel Migranten vermittelt, welche Berufe in unserem Land typische Berufe für Frauen oder Männer sind und wie sich das entwickelt hat. Während zum Beispiel der Friseurberuf hierzulande zu rund 90 Prozent von Frauen ausgeübt wird, ist er in einigen Herkunftsländern ein typischer Männerberuf. Diskutiert wurden vor allem die gesellschaftlichen Entwicklungen, die dazu geführt haben, dass Berufe in einem Land typische Frauenberufe oder typische Männerberufe sind. Zum Thema Freiheit und Autonomie wurden Fragen, wie 'Wann wird eine organisierte Ehe eine Zwangsheirat?‘ behandelt. Jeder Teil des Seminars bot Raum die Fragestellungen zu diskutieren. Am zweiten Seminartag standen auch sensible Themen wie Gender, Geschlechtergleichheit, Homosexualität und Pornographie auf dem Programm.

Für die Teilnehmer waren es zwei spannende Seminartage, aus denen sie viel für ihre Arbeit mit zu uns geflohenen Menschen mitnehmen konnten.

(Schaufenster Mettmann/RG)