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Versammlung am Donnerstag um 20 Uhr in der Kulturvilla
Bürgerinitiative "Gesamtschule für Mettmann" wird gegründet

Versammlung am Donnerstag um 20 Uhr in der Kulturvilla: Bürgerinitiative "Gesamtschule für Mettmann" wird gegründet
Jan Roth, Sandra Michalke, Jessica Lorenz, Tina Kluth und Bodo Herlyn. FOTO: privat
Mettmann. In Mettmann wird am morgigen Donnerstag die Bürgerinitiative "Gesamtschule für Mettmann" gegründet.

Interessierte Bürger sind herzlich zur Gründungsversammlung um 20 Uhr in die Kulturvilla, Beckershoffstraße 20 eingeladen. "Bei der Gründungsversammlung möchten wir unsere Bürgerinitiative und deren Ziele vorstellen. Wir möchten unsere Satzung verabschieden und den Vorstand des Vereins wählen", sagt der Initiator Jan Roth.

Hinter der Initiative stehen Metmanner Bürger, die fordern, dass "der Elternwille für eine Gesamtschule ernst genommen und bei der kommenden Schulentwicklungsplanung 2019/2020 berücksichtigt und das Budget für Bildung und Schulbausubstanz dem heutigen und zukünftigem Bedarf angepasst wird".

Jan Roth: "Wir fordern eine Gesamtschule für Mettmann! Das bisherige System des dreigliedrigen Schulsystems in Mettmann ist ausgelaufen. Die Hauptschule schließt die Türen im Sommer 2018. Es besteht die Überlegung einzelner Fraktionen, die Realschule um einen Hauptschulzweig zu erweitern. Die Befürworter verweisen dazu auf die rechtliche Grundlage des §132c Schulgesetz. Diese rechtliche Grundlage war jedoch konzipiert für ländliche und weniger dicht besiedelte Räume. Nun wird dieses System für die Stadt Mettmann, welche die Funktion einer Kreisstadt und eines Mittelzentrums einnimmt, diskutiert."

Die Initiativengründer sehen in dieser Variante eine rückwärtsgewandte Lösung. "Dasd ist der zwanghafte Versuch, das alte System beizubehalten, so wenig wie möglich anzuecken, aber auch nur das kurzfristig Nötigste zu tun", so Jan Roth. "Sicherlich stellt sich in der Praxis die Frage, wie die Realschule die Aufnahme eines Hauptschulzweiges stemmen, wie sich das Problem der überlasteten Gymnasien lösen lässt und wie der hohe Anteil an Schulauspendlern in benachbarte überlastete Städte zurück nach Mttmann kommen soll. Wir fordern eine Überführung der Realschule in eine moderne Gesamschule in Mettmann spätestens zum Schuljahr 2020/2021 bei gleichzeitiger Verbesserung der Lern- und Lehrsituation an den Mettmanner Gymnasien. Eine Gesamtschule fördert das Miteinander, übergreifendes Lernen, individuell-gefördertes Lernen und - eine Gesamtschule ist eine
Schule für alle!"

Die Bürgeriniative "Gesamtschule für Mettmann" betont, das 2016 die Stadtschulpflegschaft in Mettmann eine Elternbefragung durchgeführt habe. "Ergebnis dieser Befragung war, dass 72 Prozent der Eltern für eine Gesamtschule gestimmt haben. Daher fordern wir, dass der deutlich erkennbare Elternwille bei der Schulentwicklungsplanung jetzt ernst genommen wird. Nach § 80 des Schulgesetzes NRW ist bereits aus rechtlicher Sicht 'das ermittelte Schulwahlverhalten der Eltern' bei der Aufstellung der Schulentwicklungsplanung zu berücksichtigen. Der aktuelle Schulentwicklungsplan endet mit dem Schuljahr 2018/2019. Derzeit wird ein neuer Schulentwicklungsplan für den Zeitraum ab dem Schuljahr 2019/2020 aufgestellt, daher ist jetzt die Zeit der Entscheidungen und des Handels."

Bei der Elternbefragung wurde laut Bürgeriniative die Gesamtschule mit dem Erhalt beider Gymnasien und einem Übergang der Realschule zu einer Gesamtschule gewählt. Für die Initiative stellt diese Variante die beste Lösung für die zukünftige Schullandschaft in Mettmann dar.

"Der Elternwille für eine Gesamtschule besteht noch immer! Der Wechsel von G8 zu G9 ändert daran, gegenüber der Auffassung einzelner Fraktionen, grundsätzlich nichts", so Jan Roth. "Eine Gesamtschule ist mehr als ein G9-System mit überwiegender Ganztagsbeschulung. Sie errmöglicht mehr Durchlässigkeit zwischen den Schulformen, individuellere Förderung, verringert Auspendelei, Entlastet die überlasteten Gymnasien und bietet ihnen eine klare Perspektive mit einem an die vorhandenen Kapazitäten angepassten Bedarf zu planen.
Ja, der Umbau der Realschule in eine Gesamtschule und die Sanierung der beiden Gymnasien erfordern hohe Investitionen. Nur ist der Investitionsstau auch ohne eine Gesamtschule sehr hoch und würde überJahre gestreckt anfallen und zumindest teilweise vertagt werden. Bildung ist unser Kapital und daran darf nicht länger gespart werden! Jetzt ist der Zeitpunkt für mutige und zukunftsorientierte Entscheidungen."

Roht: "Die Mettmanner sind gefordert! Wir hören und lesen immer wieder, wieviele Eltern über die bestehende Situation und die mangelnde Berücksichtigung der Gesamtschule in der Schulentwicklungsplanung frustriert sind. Aber nicht nur die Elterngeneration ist gefragt, die Qualität und die Form der Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen sind für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung. Daher betrifft dieses Thema uns alle, jung und alt."

Nun seien die Mettmanner Bürger gefragt. "Wir möchten eine Plattform bieten, so dass diese vielen registrierten Stimmen für die Gesamtschulform nicht verstummen und nun erneut Gehöhr finden. Wir möchten die Bürgerinitiative für interessierte Bürger öffnen und erwarten weitere Mitglieder und Unterstützer", so Jan Roth. Er und seine Mitstreiter haben eine Unterschriftenliste gestartet, hier können die Mettmanner für eine Gesamtschule stimmen. Die Liste ist unter www.gesamtschule-fuer-mettmann.de abrufbar.

(Schaufenster Mettmann/FF)