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Pfadfinder: Ein Leben lang!

Die Mettmanner Pfadfinder
Die Mettmanner Pfadfinder FOTO: Nicole Gehring
Mettmann. Seit seinem achten Lebensjahr ist Tobias Haase Pfadfinder aus Leidenschaft. Mittlerweile betreut der Mettmanner nicht nur als Leiter die Jugendpfadfinder, sondern ist ein festes Teammitglied im Vorstand. Mit 15 Leitern, auf die sich die Aufgabengebiete der vier Pfadfindergruppen verteilen, ist die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) in Mettmann eine der größten und mittlerweile ältesten Stämme im Bundesgebiet.

"Im kommenden Jahr feiern wir unser 95. Jubiläum", sagt Philipp Hübner, der seit dem sechsten Lebensjahr Pfadfinder ist. "Wir staffeln die Gruppen dem Alter entsprechend. Die Wölflinge sind sechs bis zehn, die Jungpfadfinder sind Kinder und Jugendliche bis 13. Danach geht es mit den Pfadfindern bis zum 16. Lebensjahr weiter. Im Anschluss wird man bis zum 21. Lebensjahr Rover und kann sich danach den Leitern anschließen", erklärt Ann-Kathrin Nellen, die von den Royal Rangers aus Erkrath nach Mettmann gewechselt ist. "Es ist schön, die Kinder zu motivieren. Sie lassen sich dann positiv beeinflussen. Wir schulen Sozialkompetenz und Teamfähigkeit. Die Kinder lernen, sich gegenseitig zu helfen und zu teilen."

Doch auch als Erwachsener kann man Teil der großen Pfadfindergemeinschaft sein, denn Pfadfinder sein heißt, im Einklang mit der Natur zu leben. Kälte, Regen oder gar Schnee gehören einfach dazu und den über 70 Kindern macht das gar nichts aus. "Im Gegenteil, sie trotzen dem kalten Wetter, wenn wir schon längst frieren", sagt Philipp Hübner lachend. "Im vergangenen Jahr war unser Lager vom Regen so aufgeweicht, dass wir fußtief im Matsch standen." Neben dem Lager zu Jahresbeginn gibt es viele Ausflüge im Jahreskalender der Mettmanner Pfadfinder. "Unsere jährliche Pfingstfahrt ist für uns als christlicher Verband feste Tradition", verrät Tobias Haase. Alle drei Jahre fahren die Gruppen zudem gemeinsam für ein einwöchiges Stammeslager weg. "Im vergangenen Jahr waren wir in Holland und haben das ganze Lagermotto Harry Potter gewidmet. Die Kinder wurden verschiedenen Häusern zugeteilt und haben Zaubersprüche gelernt. Das war für uns alle ein Riesenspaß."

Natürlich werden bei den Pfadfindern auch praktische Fähigkeiten vermittelt. "Jedes Kind hat bereits bei den Für die Wölflinge  besteht bereits eine Warteliste für interessierte Neulinge. Die anderen Gruppen haben allerdings noch Kapazitäten frei. Wölflingen die Möglichkeit, einen Messerführerschein zu erlangen. Diese Fähigkeiten können in den folgenden Jahren noch weiter ausgebaut werden. Anders als man es von amerikanischen Pfadfindergruppen kennt, sammeln unsere Mitglieder allerdings keine Abzeichen", so Ann-Kathrin Nellen. Regelmäßige, überregionale Treffen rufen Pfadfinder aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. "Auch in fremden Gruppen wird man schnell integriert und findet zügig Anschluss. Freundschaften halten meist über Jahre", so Philipp Hübner, der zudem die Art zu Reisen der Pfadfinder spannend findet. "Ich übernachte gerne in der Natur. Die Kinder werden bei uns mit etwas groß, was nicht alltäglich in der Gesellschaft ist. Sie finden schneller Aufgaben und sind bereit, sich für etwas einzusetzen."

Während die rund 90-minütigen Gruppenstunden im Winter im Kaplan-Flintrop-Haus an der Lutterbecker Straße abgehalten werden, geht es im Frühjahr und Sommer in die nähere Umgebung. "Wir nutzen den Stadtwald oder besuchen Spielplätze. Sobald sich die Möglichkeit ergibt, sind wir mit den Gruppen draußen."

Näheres zum Mettmanner Pfadfinderstamm sowie Kontaktmöglichkeiten unter www.dpsg-mettmann.de.

(Schaufenster Mettmann)