| 14.47 Uhr

Mettmanner Spielplatzpaten feiern 10-jähriges

Die Spielplatzpaten
Die Spielplatzpaten FOTO: Nicole Gehring
Mettmann. 2009 holte Nicola Hengst-Gohlke als Mutter die Idee der Spielplatzpaten nach Mettmann und fand schon innerhalb der ersten zwei Tage Mitstreiter.

Inzwischen ist Nicola Hengst-Gohlkes Sohn selbst schon engagiert, Botschafter für Kinderrechte ist er und gemeinsam mit Freunden hat er auch schon Ideen entwickelt, um Spenden für den Spielplatz "Am Steinbruch" in Mettmann-Süd zu generieren. Denn der soll künftig Spiel- und Begegnungsraum für Jung und Alt werden. Auch die Kinder anderer Eltern der ersten Stunde entwachsen ganz langsam dem ursprünglichen Spielplatzthema. Im natürlichen Zyklus werden es immer wieder andere Eltern sein, die sich für schöne und saubere Spielplätze interessieren und einsetzen. Noch ist Nicola Hengst-Gohlke für die Spielplatzpaten ansprechbar, weil es keinen neuen Koordinator gibt, aber ihr Engagement verlagert sich. "In anderen Städten mit Spielplatzpaten hat sich ein Koordinator innerhalb der Verwaltung  bewährt." So könnte sich das Engagement zum Wohle der Spielplätze dauerhaft etablieren. Das Interesse der Kommunen Spielplatzpaten zu etablieren wächst an vielen Stellen. Die Koordinatoren sind meist in den Grünflächenämtern oder im Jugendamt angesiedelt. Ein positives Beispiel ist Mühlheim an der Ruhr. Dort gibt es die Spielplatzpaten, die seitens der Stadt koordiniert werden, bereits seit 30 Jahren.

Die vergleichsweise jungen Mettmanner Spielplatzpaten haben in den zehn Jahren ihres Engagements viel erreicht, aber auch Enttäuschungen erleben müssen wie am Mettmanner Bach. Für den dort ursprünglich neu geplanten Spielplatz gab es eine intensive Beteiligung, aber am Ende wurden die Pläne nicht umgesetzt, weil mit dem Masterplan Neandertal vom Kreis ein großer naturnaher Spielplatz im Neandertal gebaut wird. Große Spielplatzprojekte erfordern Geduld von Kindern und Eltern und oft profitiert erst die nächste Generation einer Altersgruppe von dem, was angestoßen wurde. "Schön wäre es natürlich, wenn mehr Institutionen, Schulen und Kitas, Patenschaften übernehmen würden, damit wäre der Generationenwechsel kein Problem", sagt Hengst-Gohlke. Für den neu gestalteten Feuerwehrspielplatz an der Neanderstraße ist das bereits geschehen. Hier hat passender Weise die Feuerwehr die Patenschaft übernommen und wer weiß: Vielleicht wächst hier gerade der Nachwuchs für die Feuerwehr heran. Für den Spiel- und Bolzplatz an der Oderstraße haben die vierten Klassen der benachbarten Grundschule Herrenhauser Straße die Patenschaft übernommen und auch dort ist dank der Spielplatzpaten mit einer Wasserpumpe ein Kinderwunsch inzwischen Wirklichkeit geworden. Auch im Combergpark und in Obschwarzbach konnten die Spielplatzpaten Erfolge verbuchen und wer erinnert sich nicht an die "Rettet den Hubi"-Aktion, durch die schließlich die Erneuerung des ehemaligen "Hubschrauber-Spielplatz" angestoßen werden konnte. Auch die Miniatur-Regiobahn, die Kinder im Stadtwald erfreut, ist aus dem Engagement der Spielplatzpaten entstanden.

Aktuellere Projekte sind der Spielplatz im Goethepark, für den sich Spielplatzpatin Claudia Aust eingesetzt hat. Dort wollen die Spielplatzpaten im Frühjahr oder Sommer voraussichtlich auch mit einer Einweihungsfeier ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Der Goethepark entwickelt sich, ähnlich wie der Spielplatz "Am Steinbruch" zu einem Mehrgenerationenprojekt, denn auf Initiative des Mettmanner Jugendrats wurden die Unterstände erneuert und eine "Chillout-Area" mit Sonnendecks ist entstanden. Mettmanns Netzwerk für Nachhaltigkeit, memo, hat den Bereich der Unterstände im Rahmen von "Mettmann räumt auf" im November vom Müll befreit und einige Blumenzwiebeln gepflanzt. Claudia Aust ist auch bei memo aktiv. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen fände sie es schön, wenn die Stadt die Grünflächen zwischen den Unterständen und einen Bereich von etwa einem Meter dahinter vom "Gestrüpp" befreien würde und dort, wie in diesem Jahr an der Ringstraße geschehen, Wildblumen pflanzen würde. "Das würde die gesamte Optik des Goetheparks aufwerten", ist sie überzeugt.

Spielplatzpate kann jeder werden, der sich vor Ort für einen Spielplatz einbringen möchte. Aber auch Schulen, Kitas oder andere Organisationen können eine Patenschaft übernehmen. Solange es in der Stadt Mettmann verwaltungsseitig keinen Koordinator gibt, werden aktuell auch noch Menschen gesucht, die diese Aufgabe vorerst übernehmen können und wollen. Zur Kontaktaufnahme empfiehlt sich eine Email an info@spielplatzpaten.com.

(Schaufenster Mettmann)