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Ein Verein mit motorisierter Tradition

Ein Verein mit motorisierter Tradition
Die Oldtimer waren auch schon einmal auf den Parkplatz des Mettmanner Rathauses zu bewundern. Da schaute auch Bürgermeister Thomas Dinkelmann interessiert vorbei. FOTO: privat
Mettmann. Der "Mettmanner Automobil Club e.V. ADAC" blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Bereits 1924 wurde er unter dem Namen "Mettmanner Motorsportclub" gegründet und konnte sich nach einem Verbot nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1948 wieder neu aufstellen.

Obwohl das damalige "horrende" Kapital von 34,60 Mark direkt eingezogen wurde, schafften es die neuen Gründungsmitglieder trotzdem, den Verein schnell in der Stadt bekannt zu machen. Noch im selben Jahr machten die Mitglieder mit einem BMW 1,5L den Nürburgring unsicher und verfolgten im Anschluss weitere Rennen. 1969 kam es schließlich zur heutigen Namensgebung, obwohl der Motorsport in dieser Zeit noch immer Vorrang im Vereinsleben hatte. "Das hat auch noch eine ganze Zeit angehalten", sagt Axel Speck. Der Vorsitzende erinnert sich noch gut an seine Clubanfänge. 1987 stieß er gemeinsam mit Frau Claudia, die heute zweite Vorsitzende ist, zum Verein. "In den 90er Jahren wurde die erste Kart- Abteilung für Kinder ab dem achten Lebensjahr eröffnet. Der Nachwuchs trainierte damals am Hammerplatz", erinnert sich Axel Speck.

Auch seine Söhne Lucas und Sandro waren dem schnellen Motorsport verbunden und gewannen in ihren Altersklassen zahlreiche Preise. "Mein Sohn Lucas war einer der erfolgreichsten Kartfahrer seiner Zeit", verrät der stolze Vater. Doch damit nicht genug. Um die Jahrtausendwende herum gründete der Automobil Club eine weitere, beliebte Abteilung. "Der Rennsport faszinierte die Mitglieder, was nicht zuletzt an den Erfolgen von Michael Schumacher lag", so der Vorsitzende. In dieser Zeit fielen im Verein häufig zwei Namen. "Michael Stapel und Ute Haase waren bis 2004 sehr erfolgreich und haben viele Klassensiege eingefahren." Von 2014 bis 2016 wurde das Clubgeschehen zudem von Michael Stapel als Vorsitzender geleitet. Da sich die aktuell 32 Mitglieder mit den Jahren allerdings vermehrt nach ruhigeren Ausfahrten sehnten und zeitgleich die Nachfrage nach dem Motorsport nachließ, rief der Club im Jahr 2000 die erste Oldtimer-Ausfahrt ins Leben.

Heute ist die "Histo Neandertal" das Jahresereignis im Club und fand 2018 bereits zum 17. Mal statt – mit einjähriger Pause. Die Strecke führt Vereinsmitglieder und weitere Teilnehmer 140 Kilometer lang durch  das Neandertal. "Bei der Histo Neandertal geht es nicht um Geschwindigkeit, ganz im Gegenteil. Man bekommt eine vorgegebene Zeit genannt, in der man sich im Ziel befinden muss. Wichtig ist, dass diese Zeit eingehalten wird, um keine Zeitabzüge oder Strafpunkte zu bekommen. Die ganze Veranstaltung läuft sehr langsam ab und dient eher dem 'Sehen und Gesehen werden‘." Ebenso beliebt sind die Oldtimer-Tage, die 2018 zum zweiten Mal auf dem Marktplatz in Mettmann stattfanden. Das schönste Fahrzeug wird auf der im Anschluss stattfindenden Oldtimerparty prämiert. Bis vor einigen Jahren war der Jahreskalender des Clubs von weiteren Vereinsaktivitäten gesäumt, die vor allem das Miteinander stark gefördert haben. "Es wäre schön, wenn diese, damals so beliebten, Traditionsfeiern auch heute wieder auf reges Interesse stoßen würden", so der Vorsitzende.

Info: Sie haben selbst Spaß am Motorsport oder einen Oldtimer in der Garage stehen? Eine Mitgliedschaft im Mettmanner Automobil Club kostet jährlich 36 Euro. Kontaktdaten und weitere Informationen unter www.mettmanner-automobilclub.de.

(Schaufenster Mettmann)