| 11.30 Uhr

Zweifacher Grund zu feiern

Zweifacher Grund zu feiern
Auch Bürgermeister Thomas Dinkelmann gratulierte Andreas Müller (Leiter der Beratungsstelle) und seinen fünf Mitarbeiterinnen zum Jubiläum. FOTO: RG
Mettmann. Gleich zwei Jubiläen konnte pro familia in diesem Jahr feiern: 25 Jahre Beratungsstelle und 10 Jahre Förderverein.

Seit 25 Jahren sind sie da und setzen sich für Frauen in Not ein, die ungeplant oder gar ungewollt schwanger wurden. Sie leisten unpolitisch und unabhängig von der Kirche Beratung. Sie erfüllen den gesetzlichen Auftrag in der Schwangerschaftskonfliktberatung. Aber Andreas Müller und seine Mitarbeiterinnen leisten noch viel mehr für die Menschen im Kreis Mettmann. Sie beraten Schwangere und Paare, sie sind erster Ansprechpartner für Jugendliche, sie leisten ärztliche Beratung zu Schwangerschaftsverhütung, Schwangerschaft und Geburt und leisten sexualpädagogische Arbeit. Zu ihren Themen sind sie auch in der Flüchtlingshilfe aktiv.

Es gibt mehr Aufgaben als Mittel, diese zu finanzieren, und genau aus diesem Grund gibt es seit 10 Jahren einen Förderverein, der die Arbeit der pro familia in Mettmann unterstützt. Gemeinsam haben sie gerade ihre Jubiläen gefeiert. "In die Vorbereitung war Hedi Scholz, die gute Seele und Vorsitzende des Fördervereins noch eingebunden. Das Jubiläum hat sie selbst nicht mehr miterleben können. Sie ist in diesem Jahr verstorben", findet die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Marianne Münnich, Worte für die Frau, die so viele Jahre die Arbeit der pro familia Geschäftsstelle unterstützt hat. Ihre Nachfolge hat Andrea Rottmann angetreten, die zum Jubiläum verhindert war. Münnich erinnert auch daran, dass die pro familia Geschäftsstelle für die Menschen im gesamten Kreis aktiv ist und wünscht sich mehr Mitglieder aus anderen Städten für den Förderverein.

Auch Rainer Hecker, Landesvorsitzender der pro familia NRW, hatte eine Rede vorbereitet, die einen Blick auf die Anfänge von 1992 und auf die Entwicklung der letzten 25 Jahre warf. Viel ist seit dem in Gesellschaft und Politik geschehen. Mit der Gesetzesentscheidung zur "Ehe für alle" gab es erst kürzlich einen weiteren Höhepunkt. Die Arbeit der pro familia hat in den Jahren nicht abgenommen.

Bei aller Aufgeklärtheit, die im Zeitalter der Information möglich ist, bleiben immer sehr persönliche Fragen, für die es Menschen wie Andreas Müller und seine Mitarbeiterinnen braucht. Die kleine Geschäftsstelle an der Elberfelder Straße 6 platzte zur Jubiläumsfeier aus allen Nähten. Es waren viele Gratulanten gekommen. Die Entscheidung, keinen externen Raum für die Feierlichkeiten zu nutzen, ist sehr bewusst gefallen. Man ist bescheiden geblieben und setzt finanzielle Mittel lieber für die ein, die Hilfe brauchen. "Wir hoffen, dass wir auch in den kommenden 25 Jahren allen helfen können, die uns brauchen", drückt Andreas Müller seine Wünsche für die Zukunft aus. Der Leiter der Beratungsstelle ist oft in Schulen aktiv und weiß, dass gerade das Internet sexualpädagogische Arbeit notwendig macht. Wenn junge Menschen in der Pubertät Sex in Form pornografischer Inhalte entdecken, haben sie oft ein falsches Bild von Liebe und Leidenschaft in einer Beziehung. Auch Cybermobbing greift in der heutigen Zeit in den Intimbereich und die Sexualität junger Menschen ein, wodurch sich der Beratungs- und Aufklärungsbedarf für die Mitarbeiter der pro familia zum Teil verändert.

Zu den Gratulanten an diesem Tag gehörte auch der Bürgermeister der Stadt Mettmann, Thomas Dinkelmann, der einen Blumenstrauß überreichte, bevor er und alle anwesenden Gäste Dr. Peter Rüttgers Vortrag "Von Rock´n Roll bis Hip-Hop. Geschlecht und Sexualität in Jugendkulturen" lauschen durften.

(Schaufenster Mettmann)