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Bürgermeister weist Kritik der Lindenpark-Anwohner zurück
"Was der MBV da plant, ist nicht verwerflich"

Mettmann. Im Rahmen der Pressekonferenz zur gestrigen Ratssitzung äußerte sich Bürgermeister Thomas Dinkelmann zur Causa "Lindenpark".

Dort kritisieren die Anwohner den MBV für die geplanten Neubauten, durch die die alte Georg-Fischer-Siedlung - und mit ihr viele alte Bäume - ersetzt werden sollen. "Ich sehe das neue Bauprojekt positiv", sagte der Bürgermeister und betonte, dass die Weichen für die Bauten schon lange vor seiner angetretenen Amtszeit gesetzt worden wären. "Für mich ist das kein Weltuntergang, dass die alte Bausubstanz weichen muss. Die Bauten sind sowohl energetisch als auch von der räumlichen Aufteilung nicht mehr sanierbar und vor allem nicht mehr zeitgemäß. Sie sind einfach nicht mehr wirtschaftlich."

Dinkelmann versteht die Kritik der Anwohner zwar, betont jedoch, dass der Prozess schon dermaßen weit fort geschritten sei, dass dort nichts mehr gemacht werden könne. "Ich würde mich als Stadtvillabesitzer auch nicht über eine lange Baustelle vor der Haustür freuen und dass dort eine Verdichtung der Bausubstanz geplant ist, hat natürlich Konsequenzen für die Optik des Quartiers." Dinkelmann sprach zwar von einer lockeren Bebauung, doch die großen Gärten fielen nun einmal weg. "Das ist heutzutage eben der Baustil." Die Fällung der Bäume sei notwendig. "Übrigens bringt die sinnvolle Elektrifizierung der Regiobahn weitere Fällungen mit sich, doch auch dieses Projekt ist ein gutes Vorhaben. Die Abgase fallen weg und die Bahnen werden leiser."

Dinkelmann sieht keine Handlungsmöglichkeit der Stadt, selbst wenn dies gewollt wäre. "Das Grundstück gehört nicht der Stadt, sondern dem Mettmanner Bauverein, und es ist sein gutes Recht, da etwas zu tun. Es ist politisch gesehen nicht verwerflich, was der MBV dort plant und es ist für mich verständlich, dass die Genossenschaft dort Rendite machen möchte."

Dinkelmann möchte trotzdem den Dialog mit den Anwohnern suchen.

(Schaufenster Mettmann/FF)