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Kunstvolles für die Goldberger Mühle

Kunstvolles für die Goldberger Mühle
Wolfgang Robrahn, Corinna Schreiber (beide GVM), Magdalene Ludwig (geb. Jacobs), Hans Günther Kampen (Mühlenverein, v.li.) und Johannes Ludwig. FOTO: RG
Mettmann. Drei Werke des Künstlers Rudolf Jacobs sind nun mit Hilfe des GVM für die Öffentlichkeit in der Goldberger Mühle zugänglich gemacht worden.

(RG) Der Künstler Rudi Jacobs wurde am 21. Februar 1911 in Pößneck in Thüringen geboren und hatte drei Geschwister. Später lebte er in Jena, wo sich der Vater als Zimmermann selbstständig gemacht hatte. Sohn Rudi absolvierte bei ihm eine Zimmermannsausbildung, schloss eine kaufmännische Ausbildung an und arbeitete später bei Zeiss-Jena als technischer Zeichner. Im Krieg in russische Gefangenschaft geraten und erst nach Kriegsende mit einer Kriegsverletzung heimgekehrt, zog er mit Frau und drei Kindern in die Heimatstadt seiner Frau, nach Mettmann. Dort arbeitete er als kaufmännischer Angestellter für Georg Fischer, aber die Faszination für den Werkstoff Holz ließ ihn nie los.

Es begann hier in Mettmann mit der Fertigung eines Kasperle Theaters für seine Kinder. Die Köpfe und Hände der Figuren schnitzte er kunstvoll. Aber er zeichnete und malte auch leidenschaftlich mit Bleistift, Kohle, Ölkreide, Aquarellfarben und in Öl. Jacobs ist über seine Holzschnitzarbeiten auch zum Zweckverband Neanderthal gekommen, für den er kunstvolle Holzwegweiser mit Bildansichten für Wanderwege herstellte. Drei von Jacobs Holzschnitzbildern, die die Mettmanner Kirchtürme, die Goldberger und die Winkelsmühle zeigen, sind künftig in der Goldberger Mühle zu bewundern. Das Holz für Jacobs Holzbilder kam meist aus der Schreinerei in Jena, die sein Schwager von seinem Vater übernommen hatte. Sie waren im Besitz von Siegfried Haase, einem Freund von Rudi Jacobs. Gemeinsam mit der Familie von Rudi Jacobs wollte er die Bilder für die Nachwelt erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Als Gegenleistung wünschte man sich eine Spende an eine soziale Organisation.

"Er hat die Stadt Mettmann angesprochen, aber die war nicht interessiert. Dann hat er die Aulen Mettmanner gefragt, weil Rudi Jacobs einst einer der ihren war, aber auch die hatten keine Verwendung. Schließlich haben wir uns bei der GVM entschlossen die Bilder zu übernehmen und als Dauerleihgabe an einem öffentlichen Ort Mettmanns zugänglich zu machen. Da eins der Motive die Goldberger Mühle zeigt, haben wir Hans-Günther Kampen vorgeschlagen, sie in der Mühle auszustellen und er hat den Vorschlag erfreut aufgegriffen", berichtet Wolfgang Robrahn.
Eine Spende in Höhe von 1.200 Euro geht nun vom GVM für die Holzschnitzbilder an die Lebenshilfe e.V. im Kreis Mettmann für die Betreuung geistig beeinträchtigter Kinder. Johannes Ludwig, der Schwiegersohn des Künstlers Rudi Jacobs ist dort Kassenprüfer und nahm die Spende entgegen.

Aus dem Leben des Künstlers, der im Alter von 85 Jahren verstarb, berichtete seine Tochter Magdalene bei der Übergabe der Holzschnitzbilder in der Goldberger Mühle.

Hans-Günther Kampen hat derweil schon passende Plätze ausgewählt, an denen die Besucher der Goldberger Mühle die Bilder künftig besichtigen und sich daran erfreuen können.