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Leserreaktionen zu "Nach 40 Jahren brauchen wir einen neuen Markenauftritt"
"Ist das neue Logo eine wirklich gelungene Revolution?"

Mettmann. Leserzuschriften zu "Neues Logo für Mettmann".

 

"Ich finde es immer wieder schön, wenn man in eine fremde Stadt reist und man sieht markante Türme. Türme in Städten sind Orientierungspunkte. Was verbindet sich alles mit Türmen im Lauf der Geschichte: Sie dienten der Sicherheit, berühmt auch der Schiefe Turm, die Türme, die heute immer höher gebaut werden oder auch Machtverhältnisse demonstrieren oder wie war das mit dem Babylonischen Turm?

Es gibt ein wunderbares Kinderbuch von Paul Maar über turmähnliche Bauten aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte. Und komme ich aus Düsseldorf oder Wülfrath nach Mettmann, so fallen mir die beiden Türme der beiden sehr schön restaurierten Kirchen ins Auge. Es hat mir Spaß gemacht, mich so nebenbei mit den Türmen zu beschäftigen."

Ilona Hodes, Mettmann

 

"Mit Verwunderung habe ich aus der Presse erfahren müssen, dass unser vierzigjähriges, traditionelles Logo der Stadt Mettmann hinter dem Rücken der Bürger ausgewechselt werden wird. Die Begründung lautet, das derzeitige Logo mit den evangelischen und den katholischen Kirchtürmen sei nicht mehr zeitgemäß und man drucke sie nicht einmal mehr gerne auf städtische Publikationen. 

Hier stellte sich mir und meinem gesamten Verwandten- und Bekanntenkreis, allesamt aule Mettmanner Einwohner, die Frage inwiefern das Logo plötzlich nicht mehr zeitgemäß sein soll. Was soll zeitgemäß denn überhaupt konkret bedeuten? Hierzu wird kein Wort verloren. Sowohl die Kirchen in Mettmann als auch der CVJM genießen weiterhin rege Bürgerbeteiligung und auch die jährlichen Veranstaltungen wie das Heimatfest oder der Blotschenmarkt finden traditionell um die Kirche statt. Die beiden Kirchen stellen das Zentrum der Mettmanner Innenstadt dar. Was ist also identitätsstiftender als die beiden Kirchtürme die rund um das Jahr den Mittelpunkt Mettmanner Festivitäten bilden?

Sicherlich nicht ein 'n' im 'M', das erst langwierig erklärt werden muss. Die Anforderung, dass eine Verwechslung des Absenders ausgeschlossen sein muss, erfüllt das neue Logo jedenfalls nicht. Wie Herr Pfarrer Ullmann richtig anmerkte, wird manch einer das neue Logo mit dem leblosen Logo eines Unternehmens verwechseln, welches keinerlei Bezug zum Ambiente und den Bürgern der Stadt aufweist. 

Aus persönlichen Gesprächen ist mir bekannt, dass dieses Thema auch CDU-parteiintern zu kontroversen Diskussionen geführt hat. Aus diesem Grund prüfen wir nun, welche rechtlichen Möglichkeiten uns Bürgern zur Verfügung stehen."

Nicole Krey, Mettmann

 

"Mit Bestürzung habe ich Ihre Artikel über ein neues Logo gelesen. Meine Meinung hierzu. Ein Bürgermeister, der sich seines Logos, indem sich zwei Kirchtürme befinden, schämt, denn anders ist seine Einlassung nicht zuverstehen, man drucke das Logo nicht mehr gern auf städtische Publikationen, sollte seinen Hut nehmen, oder von den Bürgern dieser Stadt, die er vertritt, aus seinem Amt vertrieben werden. Die ganze Vorgehensweise jetzt und in der Vergangenheit, zeigt, daß zwischen Verwaltung und Bürgern kein Vertrauen mehr besteht.

Auch der Rat steht bei diesem Thema in der Pflicht. Die Abstimmung werde ich mir genau ansehen, und meine Konsequenzen daraus ziehen. Natürlich bin ich für die Beibehaltung des jetzigen Logos."

Wolfgang Scheibelhut, Mettmann

 

"Hauptsache 'Action', Hauptsache Veränderung, gleich mit welcher Begründung. Bei meiner konservativen Grundstimmung fällt mir diese Denkweise schwer. Das Logo der Stadt Mettmann hat mir bisher gefallen, und ich kann auch nicht sagen, dass mir das neue Logo besser gefällt, es ist nicht schöner und aussagekräftiger. Im Gegenteil finde ich es ziemlich nichtssagend und inhaltsleer. Einer Verbesserung würde ich mich nicht verschließen, aber für einen vollständigen Austausch muß es doch wohl schwerwiegendere Gründe geben, die ich natürlich nicht sehen kann. Oder ist es einfach die Unzufriedenheit mit unserer christlich geprägten Kultur, die nicht mehr zeitgemäß ist und ohne die wir uns besser anpassen können? Mit dem alten Logo sind wir bekannt, weshalb ich es kurzsichtig finde es zu verändern, von den Kosten einmal ganz zu schweigen. Seinen Namen wechselt man ja auch nicht ohne Not."

Winfried Schön, Mettmann

 

"Ist das neue Logo eine wirklich gelungene Revolution? Schlecht sieht es nicht aus. Das neue Logo. Für ein Tech-Unternehmen beispielsweise. Die Zielsetzung scheint eindeutig. Weg vom Bürger, weg vom Besucher, weg vom Tourismus - hin zur Wirtschaft. Soll es wirklich zu mehr Verbundenheit beitragen oder die Wiedererkennbarkeit und Wahrnehmung der Stadt verbessern?

Jedoch funktioniert dieses neue Logo nicht. Welche Wiedererkennbarkeit soll es verbessern? In der Form ist das Logo klar und stark. Gut im Kontrast. Dabei ist es beliebig. Austauschbar. Es kann jeder Branche zugeordnet werden. Ein Signet mit Alleinstellungsmerkmal ist es ganz sicher nicht. Kleinlich betrachtet funktioniert der Verlauf nicht. Handwerklich betrachtet ist es okay. Es verleiht ein moderneres Image. Und was für ein Image? Was für ein Profil steckt dahinter? Wen soll es abholen, wen wie ansprechen? Dabei landet der Blick immer wieder in der Sackgasse. Der Umgang mit der Subline ist inkonsequent. Wann taucht was ober- oder unterhalb der Bezeichnung Mettmann auf? In der Form ist das Logo nicht kompakt. Das wird bei einigen Anwendungen zu Kopfzerbrechen führen.

Identitär beurteilt ist das Logo ein Fehlgriff. Oder ein gewagter Entwicklungsschritt. Weg von kraftvoller Identität und hin zum gesichtslosen Einheitsbrei auf geringem Niveau. Identitätsstiftend geht anders. Das alte Logo war sicherlich keine Schönheit. Ein 40 Jahre altes Logo ist dabei weder alt noch unzeitgemäß. Wie unzeitgemäß muss dann ein Logo von Shell oder Coca-Cola daherkommen? Ohne die schwarze Kontur sähe das alte Logo ganz anders aus. Doch es funktionierte. Und, es trug zur Identität bei. Und Wiedererkennbarkeit. Dafür sorgten die drei integrierten, traditionellen Erkennungszeichen. Handwerklich steht es dem Neuen in nichts nach. Der Stadt Mettmann hätte ein evolutionäres Re-Design des alten Logos weit besser gestanden als das europäische Experiment der systematisierten Gleichschaltung komprimiert auf diese Logoentscheidung übertragen.

2002 gab es eine politische Entscheidung, als aus dem gelungenen Kölnmesse-Logo mit Rheinwelle und Domspitzen ein Hühnernest mit einer Handvoll Eiern wurde. Dieser Trend wird hier in Mettmann fortgesetzt. Die Argumentation ist äußerst wackelig. Schade. So wird also Mettmann in Verbundenheit mit dem Neandertal in die Sackgasse geführt. Dabei kann gutes Design so einfach sein."

Wencke Börding, "dieMarkenmacher.in", Mettmann

 

"Wenn es schon etwas Neues werden muss, dann kann man die Kirchtürme auf die jeweiligen Querbalken des t von Mettmann setzen und so das Alte ins Neue übernehmen. (Sollte man mit der Agentur kommunizieren). Wenn es aussieht, 'Neanderthalkreisstadt' drunter, ansonsten nur 'Kreisstadt'."

Bernd Landsmann, Mettmann

 

"Die beiden charakteristischen Kirchtürme sollten nicht entfernt werden, auch nicht im Logozeichen. Sie sind Zeichen Mettmanner Geschichte und Baukultur und somit deren Wahrzeichen."

Margret und Dietrich Lippert, Mettmann

 

"Die dargestellten, neuen Entwürfe zum alten Mettmann-Logo stellen im werblichen Sinn gar keine Logo-Alternative dar. Wenn man vor den Stadtnamen einfach ein 'm' setzt, dann  ist das eigentlich nicht wert, dass man darüber redet. Bei oberflächlicher Betrachtung stich ein 'n' inderhalb des Buchstabens 'm' mehr ins Auge. Schon deshalb kann ein solches Logo (?) als Ersatz zum Logo mit den Kirchtürmen nicht in Betracht kommen. Das alte Logo ist ausdrucksstark und schön und es sollte Bestand haben."

Hartmut Westerheide, Mettmann

 

"10.000 Euro. Dafür. Wow. Mich würde mal konkret interessieren, wie viele Besucher überhaupt jährlich in das weltberühmte Neandertal kommen, um diesen irrwitzigen 'Neandertalstadt'-Hype der letzten Jahre zu rechtfertigen."

Floriano Vic via Facebook

 

"Bei welchem Thema könnte man denn simpler und gefahrloser die Bürger beteiligen? Ein bis drei Vorschläge, abstimmen lassen, fertig. Meine Herren, was ne Einstellung Herr Dinkelmann."

Ulli Wesseling via Facebook

 

"Vor der Entwicklung eines Logos wäre die Überarbeitung des Leitbildes der Stadt Mettmann zwingend Voraussetzung. Ein ziemlich beliebiges Logo zu erschaffen, den 'Markenkern' der Stadt Mettmann aber nicht definieren zu können ist frevelhaft."

Fabian Kippenberg via Facebook

 

"Dieser Bürgermeister disqualifiziert sich selber, immer öfter. Vor der Wahl präsentierte er sich als Bürger nah und jetzt? Ihm sind die Bürger doch völlig egal und seine Aussagen verspotten uns. Ich traue ihm kein Stück weit."

Nicole Janietz via Facebook

 

"'Mit Diskussionen wurde im Rathaus schon im Vorfeld gerechnet, auch wenn die Heftigkeit der Kritik die Protagonisten überrascht hat.' Das ist im übrigen nicht nur hier so, sondern bei jeder ach so genialen Idee, die aus dem Mettmanner Rathaus kommt... So langsam dürften sich die Betroffenen fragen, ob das alles noch Zufall ist."

Armin Grabensee via Facebook

 

"Über die Gestaltung des neuen Logo-Entwurfs kann man streiten - was aber sicher ist, ist dass die Herstellung von Beschriftungen für Fahrzeuge, Schilder etc. erheblich teurer wird.

Einfarbige Flächen lassen sich aus farbigen Klebefolien schneiden - hier finden wir jedoch einen Verlauf von blau zu grün vor. Das gibt es nicht als vorproduzierte Folie, sondern muss auf weiße Folie gedruckt werden. Der Druck wird dann ausgeschnitten. Ein Arbeitsschritt mehr - höhere Kosten. Selbst 'wetterbeständige' Drucke für den Außenbereich halten nur halb so lange wie durchgefärbte, einfarbige Folien.

Die Beschriftung ist also teurer, hält dafür aber nur halb so lange. Und das an jedem Fahrzeug, Wegweiser, öffentlichem Gebäude ..."

Tim Lautenbach via Facebook

 

"Offener Brief an den Bürgermeister und den Rat der Stadt Mettmann

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dinkelmann, sehr geehrte Frau Dr. Nolte,

sehr geehrte Damen und Herren des Rates der Stadt Mettmann,

sehr geehrte Damen und Herren der Presse,

sehr geehrte Damen und  Herren,

in der WZ vom 13. März las ich, dass die Stadt Mettmann ein neues Logo braucht, bzw. sucht. Der Favorit des Wettbewerbes war ebenfalls abgedruckt. Diese Tatsache spricht mich sowohl als Werbefachfrau als auch als Mettmannerin an. Um die Conclusio vorwegzunehmen: ich finde die favorisierte Lösung nicht optimal.

Meine Meinung und die Erklärung dazu in  drei Punkten zusammengefasst:

 

Punkt 1 fachlich

Punkt 2 wirtschaftlich

Punkt 3 persönlich

 

Ad 1)

Werbefachlich ist das Redesign eines Logos immer eine sehr heikle Sache und mit enormer Vorsicht und Behutsamkeit anzugehen, damit eine aufgebaute "Marke",  eine gewachsene Bekanntheit, nicht zerstört wird. Keinesfalls ist eine radikale Änderung eines eingeführten und "gebrandeten" Logos zu empfehlen. Das aber geschieht leider im vorliegenden Fall. Im nun vorgeschlagenen und favorisierten Logo ist jeglicher Bezug zum "alten" Logo gekappt und somit keine Wiedererkennung mit dem "alten" Logo mehr gegeben. Das ist ein absolutes NO GO in einem Redesign, und wird, wenn überhaupt, nur in "Katastrophenfällen" umgesetzt, z.B. wenn man sich von dem bisherigen Image zu 100% distanzieren will. Ein radikales Redesign bedeutet, dass man ganz von vorne anfängt und sämtliche, im Falle Mettmann in 40 Jahren, aufgebaute Bekanntheit und Wiedererkennung weitgehend verloren geht. Das ist Verschwendung von gewachsenen, wertvollen Ressourcen. Das kann nicht der Sinn eines Redesigns sein und ich denke, das ist auch nicht die Absicht der Stadt.  

Die Modernisierung eines Logos muss nicht zwangsläufig eine komplette Neugestaltung sein, wie die sehr gelungene Modernisierung des Logos der Stadt Nürnberg aus dem Jahr 2017 zeigt. Im Falle Mettmann liegt mit dem Kompromissvorschlag  von Herrn Dr. Peter Feyen (gesehen in Täglich.ME) ein Logo vor, das beides in sich vereint: Modernisierung und Wiedererkennung.    

Dieser Vorschlag vereint das frische und moderne Erscheinungsbild des Favoriten, mit dem hohen Wiedererkennungswert durch die Kirchtürme. Das "n" des Neandertals ist auch noch beinhaltet.

Drei Fliegen mit einer Klappe. Sozusagen eine ideale Lösung.

Konkret zum favorisierten Entwurf ist zu sagen, dass er die im Briefing gestellten Forderungen nicht optimal erfüllt. Das Briefing lautete (WZ vom 13.3.2018) "…ein nachvollziehbares, einprägsames, emotional aufgeladenes und unverwechselbares visuelles Erkennungszeichen…." zu kreieren.

Das vorliegende Logo ist eine sehr frische, moderne Wort/Bildmarke, aber es ist nicht einprägsam. Das kleine "m" mit dem erst auf den 2. Blick erkennbaren, eingebauten "n", ist gefällig aber nicht prägnant. Abgesehen davon, dass in der Werbung und vor allen Dingen in einer Wort/Bildmarke, nichts erst auf den 2. Blick deutlich werden darf, verbindet das "n" auch nur der "Wissende" mit dem Neandertal. Der erwähnte und/oder beabsichtigte, gutgemeinte und durchaus wünschenswerte Zusatznutzen, das Zusammengehören von Mettmann und dem Neandertal zu implizieren, kommt somit leider nicht zum Tragen.

Auch unverwechselbar ist der vorliegende Entwurf nicht. Das "m" hat keinerlei singulären Bezug zu Mettmann, es kann das Logo einer jeden Stadt oder Institution oder Firma sein, die mit "m" beginnt. Damit ist die  wichtigste Anforderung an ein Logo nicht erfüllt, nämlich die der sofortigen Zuordnung und Wiedererkennung.

Der vorliegende Entwurf ist somit nicht unverwechselbar, sondern eher beliebig.

Ad 2)

Weiter heißt es in der WZ vom 13.3.2018 "…kommt der Entwurf durch, habe das die Stadt gerade einmal € 10.000,- gekostet." Abgesehen davon, dass € 10.000,- sehr viel Geld sind, ich denke auch für die Stadt Mettmann, ist dieser Betrag für die reine Kreation, und ich gehe davon aus, dass hiermit nur die Kreation abgegolten ist, sehr hoch. Die Kosten für die professionelle Kreation eines Logos liegen zwischen € 800,- und im oberen

Segment € 4.000,-.

€ 10.000,- nur für die Kreation fallen in extrem seltenen Fällen an, zB. für internationale Konzerne oder weltweite Marken (zB. McDonalds).

Abgesehen davon, stellen die Kosten für die Kreation im Falle eines Redesigns die geringste Größe dar. Tatsächlich teuer wird es dadurch, dass das gesamte CD angepasst werden muss. Und bei einer so radikalen Änderung, wie der vorliegenden,  kann man keinen "schleichenden" Übergang machen.

Ad 3)

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: warum sollen die Kirchtürme ersatzlos gestrichen werden? Diese Türme sind das Prägnante im Mettmanner Logo, sie haben den hohen Wiedererkennungswert.

Stören die Kirchtürme? Wenn nein, warum kommen sie dann weg, wenn ja, wen stören sie und warum?

Möchte man hier dem Zeitgeist Rechnung tragen, der christliche Symbole aus dem öffentlichen Erscheinungsbild verschwinden lassen will? Das wäre sehr unsensibel und nicht wünschenswert.

Außerdem sind es genau diese Kirchtürme, die neben ihrer Prägnanz auch den im Briefing gewünschten emotionalen Effekt haben.

In diesem Sinne, und zu ihrem Wohle, wünsche ich der Stadt Mettmann eine gedeihliche Entscheidungsfindung in Sachen Logo-Redesign.

Ich verbleibe mit den besten Grüßen"

Dr. Ute Sophie Fuchs, Werbekauffrau, Mettmann

 

Hinweis
Die in Leserbriefen geäußerte Meinung gibt nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem sinngemäße Kürzungen vor. Anonyme Zuschriften bleiben unberücksichtigt.

 

(Schaufenster Mettmann)