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Caritasverband Kreis Mettmann äußert sich zu den Arbeitsmarktzahlen
"Bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ist noch viel zu tun"

Kreis. Der Caritasverband des Kreises Mettmann äußert sich zu den Arbeitsmarktzahlen von Migranten.

"Nach der starken Fluchtmigration im Jahr 2015 und der Beschleunigung der Asylverfahren werden geflüchtete Menschen inzwischen auch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar", sagt Thomas Rasch, Caritas-Bereichsleiter Integration und Rehabilitation. "Die Arbeitslosigkeit von Personen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien ist NRW-weit von 22.602 Personen im Juni 2015 auf 58.283 Personen im Juni 2017 gestiegen. Die gleiche Tendenz ist auch im Kreis Mettmann festzustellen: Lag die Zahl der Arbeitslosen aus den zuzugsstärksten Asylherkunftsländern hier im Juni 2015 noch bei 306 Personen, stieg sie im Juni 2017 auf 962 Personen an."

Doch laut Caritas zeige der von der Wohlfahrtspflege in NRW herausgegebene Arbeitslosenreport NRW ebenfalls auf, "dass in dem verstärkten Zuzug von Personen aus Asylherkunftsländern außerhalb Europas auch eine wirtschaftliche Chance für die Region liegen kann".  Rasch: "Denn auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus diesen Ländern ist im Kreis Mettmann im Zeitraum von September 2015 bis September 2016 um 54,5 Prozent auf insgesamt 437 Personen gestiegen."

Insgesamt mache der Arbeitslosenreport NRW laut Caritasverband deutlich, dass für eine gelungene Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten noch viel zu tun sei. "Denn die mitgebrachte schulische und berufliche Qualifikation der Geflüchteten ist nach den aktuellen statistischen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit mehrheitlich für eine erfolgreiche und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt im Moment noch nicht ausreichend", schreibt der Verband. Das gelte auch für den Kreis Mettmann. Zwar brächten 23,6 Prozent ein überdurchschnittlich hohes schulisches Bildungslevel durch Abitur oder Hochschulreife mit. Allerdings sei der Anteil Geflüchteter ohne Hauptschulabschluss mit 30,2 Prozent ebenfalls hoch. "Bei vielen Geflüchteten ist von einem großen Bildungspotential auszugehen. Denn in NRW sind 62 Prozent jünger als 35 Jahre", sagt die Caritas.

Der Arbeitslosenreport NRW gäbe laut Caritas auch erste Anhaltspunkte darüber, für welche Berufe die Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen die erwerbsfähig Geflüchteten aktuell als sofort vermittelbar einstufen. Dabei wird grob unterschieden nach Helfer, Fachkraft/Spezialist und Experte. Demnach kommen im Moment in NRW für mehr als jeden zweiten (65 Prozent) lediglich Jobs auf Helferniveau infrage. Nur 13 Prozent könnten Fachkraft- oder Spezialistenniveau nachweisen. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich im Kreis Mettmann. Hier kämen 46,8 Prozent als Helfer und nur 25,5 Prozent als Fachkraft oder Spezialist in Frage.

(Schaufenster Mettmann)