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Aufgeben ist keine Option

Aufgeben ist keine Option
Für Michael Spies und sein Trainer Manuel Keßler ist Aufgeben keine Option. FOTO: TB
Mettmann. Michael Spies ist ein echter Kämpfer. Der Mettmanner hat vor vier Jahren ein ganz besonderes Hobby für sich entdeckt und ist seitdem nicht mehr davon abzubringen. Der Sportler betreibt nämlich Hindernisläufe. Wer jetzt jedoch denkt, es handelt sich um Hürdenlauf auf sauberem Gummiboden, hat weit gefehlt.

Michael Spiel liebt es, durch den Matsch zu waten, eiskalte Gewässer zu durchqueren oder blitzschnell über glitschigen Untergrund zu sprinten. Dass er mit dem Betreiben dieser außergewöhnlichen Sportart nicht allein ist,  beweisen die letzten Aktivitäten des Kreisstädters. Erst am 20. Mai qualifizierte sich Spies nämlich für den Fisherman's Friend StrongmanRun, einem Lauf am Nürburgring mit rund 13.000 Teilnehmern. Dieses Rennen gilt als Qualifikation für die Europameisterschaft in Frankfurt, die gerade einmal zwei Wochen später folgt.

"Es war eine Spontanidee von meinem Trainer, dass ich mich für die EM qualifiziere", erinnert sich Spies. Gemeinsam mit seinem langjährigen Fitnesstrainer und OCR-Trainer Manuel Keßler ging der Sportler in Frankfurt an den Start, nachdem er am Nürburgring den 8. Platz in seiner Altersklasse (40 bis 44 Jahre) erreicht hatte. "In Frankfurt habe ich ein dickes Brett bohren müssen. Anfangs habe ich mich noch gefragt, ob ich wohl die richtige Entscheidung getroffen habe." Aufgeben war für den Mettmanner jedoch keine Option. "Und so habe ich mich eben durchgebissen." Eine hohe Platzierung zu erzielen, stand nie zur Debatte. Dabei sein und vor allem die Ziellinie erreichen, das war die persönliche Vorgabe, die sich Michael Spies gesetzt hat.

Nach drei Stunden und 30 Minuten passierte Spies das Ziel und legte in dieser Zeit über 20 Kilometer und 50 Hindernisse zurück. Die Erstplatzierten kamen bereits nach einer Stunde und 53 Minuten an. "Ich bin stolz, es bis ins Ziel geschafft zu haben." Ungefährlich sind die kilometerlangen Hindernisläufe, die nicht selten durch Wald- und Wiesengebiete führen und bei denen anspruchsvolle Hindernisse übewunden werden müssen, nicht. Stacheldraht, meterlange Kletterbatterien und weitere, schier unüberwindbare Hürden müssen bezwungen werden.

Michael Spies trainiert einmal im Monat mit seinen Mitläufern von der Runterra-OCR-Trainingsgruppe von Manuel Keßler. Die Jungs und Mädels trainieren bei Wind und Wetter in der Natur. Selbst Minustemperaturen sind für die Teilnehmer ein Ansporn. "Wir schwimmen und tauchen auch im Winter durch Seen und Flüsse. Dabei tragen wir keine Neoprenanzüge, sondern lediglich unsere Funktionskleidung." Während dieses Trainings werden viele Teamaufgaben gemeistert und verschiedenste Techniken für Hindernisläufe erlernt. Hier steht die Teamfähigkeit ganz besonders im Vordergrund. "Es ist eine Art Familientreffen geworden, bei dem man gute Freunde trifft und zusammen Sport treibt", so Spies.

Mit der Europameisterschaft hat Spies sein persönliches Ziel erreicht. "Gerne möchte ich im kommenden Jahr wieder an der EM teilnehmen und mich vielleicht ein wenig früher qualifizieren." Wenn Spies sich nicht gerade wadentief im Morast befindet, bietet der Sportler wöchentlich beim MTHC ein Fitnessprogramm an. Auf eine sportliche und spannende Vergangenheit als Mountainbiker kann er ebenfalls zurückblicken. "Das stelle ich zu Gunsten des Hindernislaufes und der Familie jedoch aktuell hinten an."

Sich auf den bisherigen persönlichen Erfolgen auszuruhen, ist für den engagierten Sportler keine Option. Die nächsten Läufe stehen schon rot umrandet im Jahreskalender. Wer diesen außergewöhnlichen Sport ebenfalls einmal testen möchte, darf sich beim Runterra-Headcoach Manuel Keßler gerne unter trainer@fitgineering.com melden. "Es ist ein Kampf gegen die Elemente, aber es macht wahnsinnig Spaß, sich immer wieder selbst an die Grenzen der Belastbarkeit zu bringen!"

(Schaufenster Mettmann/TB)