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Was hat die Welt 1977 bewegt?

Was hat die Welt 1977 bewegt?
Was hat sich vor 40 Jahren in der Welt ereignet? FOTO: stopic/Pixabay
Mettmann. Während wir uns hier vor Ort mit einer neuen Qualität des Lokaljournalismus auf den Weg machten, war die überregionale Presse mit anderen Themen beschäftigt, von denen wir einige für Sie zusammengestellt haben.

 

Im Januar 1977 kommt es zu einem Störfall im Kernkraftwerk Gundremmingen. Verantwortlich war ein Kurzschluss an der Hochspannungsleitung. Der betroffene Reaktor A erlitt dabei einen wirtschaftlichen Totalschaden.

In den Vereinigten Staaten wird Jimmy Carter 39. Präsident.

Brigitte Mohnhaupt wird im Februar 1977 aus der Haft entlassen, taucht unter und beginnt die Rote Arme Fraktion (RAF) neu zu organisieren.

Im März enden die Parlamentswahlen in Indien mit einer Niederlage der Kongresspartei unter Indira Gandhi. Die Komoren und Angola werden Mitglied der UNESCO.

An einer Straßenkreuzung in Karlsruhe erschießen Terroristen im April den Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen Fahrer.

Im Mai 1977 führt ein Leck auf der Nordsee-Bohrinsel Bravo zur größten Umweltkatastrophe, die sich je in einem Nordsee-Ölfeld ereignet hat.

Bei der bisher größten 1. Mai Demonstration in der Türkei sterben 37 Menschen durch Angriffe türkischer Counterguerillakräfte.

Im Juni finden in Spanien erstmals nach 41 Jahren freie Wahlen statt.

Als im Juli drei Besucher in Oberursel an der Haustür des Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Bank Jürgen Ponto klingeln, befindet sich unter ihnen Susanne Albrecht, eine Bekannte der Familie. Die drei hatten Pontos Entführung geplant. Als dieser sich widersetzt, erschießen sie ihn und fliehen.

Spanien stellt im Juli 77 den Antrag auf Beitritt zur EG (Europäische Gemeinschaft) und in New York führen Blitzeinschläge zu einem massiven Stromausfall, dem sogenannte Black Out.

Elvis Presley stirbt im August 1977 im Alter von 42 Jahren und löst eine tiefe Trauerwelle unter den Fans aus. Im gleichen Monat werden die von Lucas Cranach gemalten Bilder von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover durch ein Säureattentat zerstört. Der psychisch erkrankte Täter, der später auch als Dürer-Attentäter bekannt wurde, vernichtete in den Jahren 1977 bis 1988 über 50 Kunstwerke und verursachte einen geschätzten Schaden von 130 Millionen Euro.

Im September kommt es in Kalkar zu einer Großdemonstration gegen die Fertigstellung des dortigen Atomkraftwerks, an der rund 40.000 Menschen teilnehmen.

In Frankreich findet die letzte Hinrichtung eines Menschen durch die Guillotine statt.

Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) entführen den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer.

Im Oktober 1977 beendet die GSG 9, eine Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, die Entführung der Lufthansa-Maschine 'Landshut' in Mogadischu. Drei der vier palästinensischen Terroristen, die die Freilassung von türkischen und deutschen Häftlingen, darunter Mitglieder der RAF in Stammheim, gefordert hatten, kommen dabei ums Leben. Dem ging voraus, dass die Terroristen die Leiche des erschossene Lufthansa-Piloten Jürgen Schumann über eine Rutsche ins Freie beförderten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Wenige Tage später wird die Leiche von Hanns-Martin Schleyer im Kofferraum eines Autos in Mühlhausen (Frankreich) gefunden und die in Stammheim inhaftierten RAF-Angehörigen begehen kollektiven Selbstmord, bei dem Gudrun Ensslin, Andreas Bader und Jan-Carl Raspe sterben. Nur Irmgard Möller überlebt schwer verletzt.

Die Deutsche Bundesbahn musterte im Oktober 77 ihre letzte Dampflokomotive aus.

Im November 1977 wurde Spanien Mitglied im Europarat und der Tübinger Lehrer Hartmut Gründler übergoss sich in Hamburg aus Protest gegen die Atompolitik mit Benzin und zündet sich selbst an. Er starb fünf Tage später an den Folgen.

Am 25. Dezember 1977 starb Charlie Chaplin in der Schweiz.

(Schaufenster Mettmann/RG)