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Die Aulen feiern auch mit!

Die Aulen feiern auch mit!
Johannes Ludwig und Klaus Haxel geben dem Schaufenster ein Ständchen. Dafür nutzen sie die die beliebte Drehorgel der Aulen. FOTO: TB
Mettmann. 40 Jahre Schaufenster Mettmann. Das sind auch 40 Jahre, in denen wir eng mit der größten Heimatvereinigung, den Aulen Mettmannern zusammen gearbeitet haben. Und so lassen es sich die Heimatfreunde auch nicht nehmen, uns ganz persönlich mit einem Ständchen zu gratulieren.

Johannes Ludwig und Klaus Haxel stehen im Stadttgeschichtshaus. Die beiden Männer sind Mitglieder bei den Aule Mettmanner und für die Drehorgel des Vereins zuständig. Und so singen und drehen die beiden Männer und gratulieren so dem Schaufenster im Namen ihres Vorsitzenden Friedel Liesenkloß und seiner Stellvertreterin Anita Schäfer. "Das Schaufenster Mettmann ist eine Institution in Mettmann, genau wie die Aulen Mettmanner", hatte Friedel Liesenkloß einige Tage zuvor beim Fotoshooting beim Schaufenster Mettmann gesagt. "Wir arbeiten sehr gut zusammen, unsere Infos werden transportiert und selbstverständlich archivieren wir auch die Ausgaben des Schaufensters."

Die Orgel selbst ist ein Stück Heimatgeschichte. Bereits im frühen 19. Jahrhundert konnten sich die Bürger der heutigen Kreisstadt über die melodischen Klänge der Orgel freuen. Zu verdanken hatten sie diese stets spontanen Auftritte dem Orgeldreher Karl Schmitz, der gemeinsam mit seinem Freund Schorsch durch die Lande und Dörfer zog.

Nach dem Tod von Orgel- Schmitz im Jahr 1948 wurde es allerdings still auf Mettmanns Straßen. Erst 2004 überließ die Mettmannerin Mathilde Wagner dem Verein die alte Orgel, welche auch heute noch im Stadtgeschichtshaus unter einer Plexiglashaube zu bewundern ist. Im selben Jahr erwarben die Aulen für rund 12.000 Euro zudem eine weitaus modernere Drehorgel der Firma Deleika. Diese Orgel mit ihren 26 Pfeifen vereint das altbekannte Aussehen mit modernster Technik und lässt sich sowohl mit Notenbändern, als auch durch ein Tronic- System spielen. "Durch das System können wir eine Memory- Platte nutzen, auf der aktuell 313 Lieder zu finden sind", erklärt Vereinsmitglied Klaus Haxel. Seitdem lebt die alte Tradition wieder auf. Ein Vereinsmitglied, der sich dem Drehorgelspiel verpflichtet hat, ist der mittlerweile verstorbene Fredy Teige. Etliche Jahre trat er gemeinsam mit "seiner" Orgel auf Jubiläen, Hochzeiten oder Geburtstagen auf. "Als Fredy aus Krankheitsgründen nicht mehr spielen konnte, hat er sein Hobby an mich weitergegeben", erinnert sich Klaus Haxel. Mittlerweile besteht ein Orgel- Duo innerhalb der Vereinsreihen.

Auch Johannes Ludwig hat sich dem Orgelspiel angenommen. "Es ist für mich ein schönes Hobby und ich spiele sehr gerne." Rund 30 Mal kommt die Orgel pro Jahr zum Einsatz. "Es dürften aber gerne mehr Auftritte werden. Die Menschen freuen sich immer, wenn wir mit der Orgel spielen. Besonders bei den alten Heimatliedern wird mitgesungen und geschunkelt." Moderneres Liedgut, wie etwa "Anton aus Tirol" hat die Deleika- Orgel auch zu bieten. "Die jüngere Generation meldet sich allerdings eher selten. Dabei können wir auch bei Hochzeiten spielen", wissen die beiden Orgelspieler. Ein Anlass, zudem die Orgel alljährlich zum Einsatz kommt, ist Heilig Abend. "Wir spielen schon seit Jahren im Altenstift Carpe Diem. Dort findet stets ein Abendessen für alleinstehende Mettmanner statt." Damit die beiden Orgelspieler mit dem sperrigen Musikinstrument nicht durch Mettmanns Straßen laufen müssen, wurde eigens ein kleiner Anhänger angeschafft. "Somit sind wir in der Lage, die Orgel überall mit hinzunehmen."

Was man auf Mettmanns Orgel jedoch vermisst, ist der allseits bekannt Affe. "Die Menschen denken sofort an den Affen, der heutzutage noch als Plüschtier auf Straßenorgeln zu finden ist", schmunzelt Klaus Haxel. Dabei hatte dieses quirlige Tierchen eine ganz besondere Aufgabe zu erledigen. "Die Affen waren dressiert und fingen das Geld der Zuschauer auf. Früher haben Orgelspieler so ihr Geld verdient", klärt Johannes Ludwig auf. Da die Aulen Mettmanner jedoch aus Spaß an der Freude spielen, muss auch kein Äffchen mehr Kleingeld fangen.

(Schaufenster Mettmann/TB)